Umwelthilfe: Förderung für Plug-in-Hybride stoppen

Studie zeigt Abweichung vom Realverbrauch

Umwelthilfe: Förderung für Plug-in-Hybride stoppen
Der Mitsubishi Outlander PHEV bekommt mehr Leistung. © Mitsubishi

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert einen Stopp der staatlichen Kaufprämie für Plug-in-Hybride. Der Grund: Sie würden über „alarmierend hohe Realemissionen“ verfügen.

Deshalb forderte die DUH die Abgeordneten des Deutschen Bundestages am Montag auf, die beim Autogipfel bis zum Jahre 2025 beschlossene Fortsetzung der staatlichen Förderung im parlamentarischen Verfahren zu stoppen.


Die Umwelthilfe begründete ihre Forderung mit den heute veröffentlichten Ergebnissen einer Studie des in Großbritannien ansässigen Institut Emissions Analytics. Das Institut war vom europäischen Dachverband Transport & Environment (T&E) mit der Messung von den drei PHEV-Modellen im Realbetrieb sowohl innerhalb als auch außerhalb der offiziellen Testbedingungen beauftragt worden. Bei den Modellen handelte es sich um einen BMW X5, einen Volvo XC60 sowie einen Mitsubishi Outlander. Alle Fahrzeuge kommen in den Genuss der Kaufprämie für Plug-in-Hybride.

Bis zu 89 Prozent über Herstellerangaben

Wie die Umwelthilfe mit Verweis auf die Studie mitteilte, würden die CO2-Emissionen der drei Modelle selbst bei voller Batterie und unter optimalen Testbedingungen um 28 bis 89 Prozent über den Herstellerangaben liegen. Ist die Batterie leer und die Fahrzeuge sind nur mit einem Verbrenner unterwegs, seien die Emissionen sogar um das bis zu achtfache des offiziellen Verbrauchswerts angestiegen.

Zuletzt hatte eine Studie des Fraunhofer Instituts und des „International Council on Clean Transportation“ ergeben, dass dienstliche genutzte PHEVs nur zu 18 Prozent elektrisch unterwegs sind. Bei privat genutzten Pkw mit dieser Antriebsform aus Verbrenner und E-Motor liegt der Anteil bei 43 Prozent. Bei dieser Studie kamen die Autoren zur Feststellung, dass die realen Kraftstoffverbräuche bei privaten Haltern in Deutschland mehr als doppelt so hoch ausfallen wie im offiziellem Testzyklus, die Werte bei Dienstwagen fielen viermal so hoch aus.

DUH: Ausstieg aus Verbrenner wird verzögert

Der Volvo XC60 T8 Twin Engine in der Polestar-Variante. Foto: Volvo

„Die Abweichungen der realen CO2-Emissionen liegen bereits bei reinen Verbrenner-Pkw in der Spitze bei nicht akzeptablen 60 Prozent. Bei Plug-In-Verbrennern ist der Unterschied im Verbrenner-Betrieb sogar bis zu 800 Prozent. „Die Messungen der DUH und die T&E Studie zeigen, dass die offiziellen Angaben zu CO2-Emissionen von Plug-In-Hybriden reine Fantasiewerte sind“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Der Beschluss der Bundesregierung, diese Klimakiller noch fünf weitere Jahre mit Steuermilliarden zu fördern, macht angesichts dieser Zahlen sprachlos. Damit wird einzig und allein der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor verzögert, auf Kosten des Klimas, unserer Gesundheit und der öffentlichen Kassen.“

Resch forderte die Abgeordneten des Deutschen Bundestages deshalb auf, jegliche Kaufprämien für Plug-In-Hybride und ihre Sonderbehandlung als vermeintlich umweltfreundliche Dienstwagen sofort zu beenden. Hier kann die Studie als pdf. heruntergeladen werden.

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