Experte: IAA spricht junge Zielgruppe nicht an

Kritik von Dudenhöffer

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer © dpa

Fehlt den Autobauern ein Konzept, um junge Kunden zu erreichen? Ja, meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer und belegt dies mit dem Alter der Neuwagenkäufer.

Vor Beginn der Automesse IAA in Frankfurt hat Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer den Autoherstellern vorgeworfen, junge Menschen und Frauen als Käufer zu vernachlässigen. Seit 1995 sei der Anteil von Neuwagen-Käufern unter 45 Jahren von 48 auf derzeit 27 Prozent eingebrochen, betonte der Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. «Emotionen sind in virtuellen Welten zum Teil deutlicher ausgeprägt als inStahl und Blech mit mehr PS.» Selbst Trends bei Fahrrädern seien bei diesen potenziellen Käufern eher Gesprächsthema als neue Auto-Modelle.

Anteil der Frauen sinkt

Hinzu käme, dass der Anteil der Frauen an den Neuwagenkäufern seit längerem stagniert - im ersten Halbjahr 2013 lag er bei 33,5 Prozent. Negativ wirke sich in diesem Zusammenhang aus, dass die Führungsetagen der Autobauer von Männern dominiert seien, meinte Dudenhöffer. Nur sechs Prozent des Top-Managements der europäischen Hersteller sind nach CAR-Berechnungen weiblich. «Die Autobauer stehen damit alles andere als in der Mitte der Gesellschaft.»

Die IAA biete keine Innovationen, die diese Defizite ansprechen - zum Beispiel bleibe das Thema Carsharing eher Nebensache. «Den Autobauern fehlt ein Konzept für junge Menschen und Frauen», resümiert Dudenhöffer. (dpa)