DS 4: Ein Franzose aus Rüsselsheim

DS 4: Ein Franzose aus Rüsselsheim
Der neue DS 4 ist auffällig gestaltet. Gebaut wird er in Rüsselsheim. © DS

Selbstbewusstsein hat man bei DS, der Nobeltochter von Citroen. Mit dem DS 4 bringen die Franzosen nun ein Kompaktmodell mit einem Preis von mindestens 29.000 Euro auf den Markt.

DS will Frankreichs feinste Marke sein, nimmt für sich das Prädikat Premium in Anspruch und greift jetzt mit einem Designer-Stück in der umkämpften Golf-Klasse an. Der neue DS 4 ist auffällig gestaltet, zeigt viel Liebe zum Detail und kommt mit einem prallen Paket an Assistenzsystemen. Schon die Preisgestaltung sprengt das sonst übliche Maß der Kompakten, beginnt bei 29.000 Euro und endet erst bei 52.500 Euro für das Sondermodell La Première.


Gleich auf den ersten Blick überrascht das gewagte Kleid des neuen Golf-Konkurrenten aus Paris. Der neue DS 4 endet nicht wie die meisten Kompakten mit einem steilen Heck, sondern kommt eher wie ein flaches SUV-Coupé mit recht schmalem Rückfenster daher. Die Seitenpartie ist geprägt von zahlreichen Falzen und scharfen Karosserielinien, die sich erst mit etwas optischem Abstand zu einem edlen Ganzen zusammenfügen. Deutlich glatter dagegen die Front mit dem dreidimensionalen Grill im Diamanten-Look. Die schmalen Scheinwerfer mit LED-Matrix-Technik wirken wie leicht zusammengekniffene Augen, die konzentriert nach vorne blicken.

Auffallen garantiert

Ja, das vierte eigenständige Modell der noch jungen Marke fällt wirklich auf in der Herde all der kompakten Limousinen aus aller Herren Länder. So ein unverwechselbares Auto wollten die Pariser Designer und damit etwas Besonderes auf die bis zu 20 Zoll großen Räder stellen. Dabei versteckten sie pfiffige Details rund ums Auto, die später einmal beim Verkaufsgespräch im Autohaus von gut geschulten Mitarbeitern erst erklärt werden wollen.
Zum Beispiel, dass das steile Heckfenster unter dem sanft abfallenden Dach dank Emaillierung im Siebdruckverfahren je nach Blickrichtung ein Rautenmuster erkennen lässt. Oder die eingelassenen Türgriffe, die sich erst bei Berührung nach außen schieben. Erst auf den zweiten Blick kann auch das DS-Logo aufgespürt werden, dass sich in der schwarzen Verkleidung der C-Säule verbirgt.

Die Liste solcher Details ist lang und gilt auch für den Innenraum. Je nach gewählter Ausstattung sind da gesteppte Nähte im Nappa-Leder zu finden. Oder Zierleisten aus Eschenholz. Vielleicht fallen ja auch die Lüftungsdüsen auf, die durch eine an ein liegendes Schwert erinnernde Leiste verdeckt werden. Zwei optisch ineinander übergehende Bildschirme im Armaturenbrett werden durch einen kleinen Monitor ergänzt, auf dem per Wischbewegung mit den Fingerspitzen das Infotainment-Paket gesteuert wird.

Vielzahl von Assistenten

Wenn es um die Preisliste und die Vielfalt der bestellbaren Extras geht, ist DS schon in der Premium-Klasse angekommen. Ob Infrarot-Nachtsicht-System, das 200 Meter vorausschaut, ein Head-Up-Display, das Informationen und Warnungen größer in die Windschutzscheibe spiegelt als gewohnt bis hin zu einem Radarauge, das Unebenheiten und Bodenwellen aufspürt und dem elektronischen Fahrwerk befiehlt, die Dämpfer jedes Rades auf Stöße und Schläge einzustellen.

Auch Abstandsradar und Spurhaltung wurden im DS 4 verbessert, so dass halbautomatische Fahren in bestimmten Situationen möglich ist.
Unter der Haube lebt der DS 4 bis auf eine Ausnahme noch in der alten Verbrenner-Welt. Zur Wahl stehen drei Benziner von 130 PS bis 224 PS.

DS 4 wird in Rüsselsheim produziert

Der DS 4 hat einen selbstbewussten Preis. Foto: DS

Für Diesel-Fans steht ein 1,5-Liter-Diesel mit 130 PS bereit. Wer ein „E“ auf dem Kennzeichen haben will, bestellt den DS 4 mit Plug-In-Hybrid, der einen 1,6-Liter-Benziner mit 181 PS mit einem Elektromotor (110 PS) kombiniert und so auf eine Systemleistung von 225 PS kommt. Die 12,4 kWh-Batterie reicht für eine rein elektrische Fahrt von bis zu 55 Kilometern, kann an der Wallbox nachgeladen werden. Mit über 50.000 Euro ist der Zwitter auch der teuerste DS 4.

Eine Besonderheit ist dem Auto nicht anzusehen: Der DS 4 ist nämlich „Made in Germany“, gebaut bei Opel in Rüsselsheim. Für die deutschen Statthalter der Nobel-Marke ist das ein weiteres Lockmittel, um germanische Kunden anzulocken. In Frankreich wird diese Tatsache in der Werbung eher verschwiegen. (SP-X)

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