Autonomes Fahren: Die Zukunft beginnt jetzt

Internetkonferenz „re:publica“ in Berlin

Alexander Mankowsky auf der re:publica
Alexander Mankowsky auf der re:publica © Daimler

Daimler arbeitet mit Nachdruck am autonomen Fahren. Doch in welchem Maße wird der technische Fortschritt die Mobilität der Zukunft verändern? Darüber sprach Zukunftsforscher Alexander Mankowsky auf der „re:publica“.

"Into the wild." Ab in die Wildnis. So lautet das Motto der noch bis zum heutigen Donnerstag in Berlin stattfindenden Internetkonferenz „re:publica“. Es ist ein Motto, das man so gar nicht in Verbindung bringen mag mit dem Autobauer Daimler. Wildheit bei den bedächtigen Schwaben? Nicht wirklich.

Doch bei dem Treffen der Netzgemeinde geht es schließlich auch um Innovationen – und den Ausblick in die Zukunft – also etwas Unbekannten. Und das passt wiederum zu dem Autobauer, der sich als Vorreiter bei neuen Technologien sieht: sei es nun bei der Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Smartphone oder der Integration von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google.

Auswirkungen neuer Konzepte

Doch das ist nur die eine Seite: Daimler arbeitet mit Nachdruck an der Mobilität der Zukunft – und das geht weit über das hinaus, was man bereits heute beispielsweise mit Blick auf das Carsharing-Angebot „car2go“ oder alternative Antriebe kennt. Die Schwaben wolllen Vorreiter beim autonomen Fahren sein. Welche Auswirkungen derart neue Konzepte mit sich bringen, darüber macht sich Alexander Mankowsky Gedanken, er ist Zukunftsforscher bei Daimler. Damit ist Mankowsky ein Vordenker. Er darf sich mit Dingen auseinander setzen, die heute vielleicht noch arg utopisch klingen. Beispielsweise Innenstädte, in denen nur noch autonom fahrende Autos unterwegs sind. Darüber sprach Mankowsky auf der „re:publica“.

Doch was heißt schon utopisch? Bereits im vergangenen Jahr legte Daimler mit einem Forschungsfahrzeug, dem S500 Intelligent Drive, eine Strecke von über 100 Kilometer autonom zurück. Die Utopie wird hier bereits ziemlich real. Deshalb hat sich Daimler zum Ziel gesetzt, Autos, die bestimmte Fahrsituationen vollkommen autonom bewältigen, schon vor dem Jahr 2020 auf den Markt zu bringen.

Autofahren wird sicherer

Dass autonomes Fahren die Mobilität verändern wird, steht außer Frage: nur in welchem Maße, das lässt sich derzeit nur erahnen. Für Mankowsky ist klar, dass autonomes Fahren perspektivisch dazu führen wird, dass sich der Verkehr - insbesondere in den Innstädten - verändern wird. „Das, was früher menschliche Tätigkeiten waren, wird zukünftig automatisiert ablaufen“, sagt er. In der Konsequenz werde Autofahren sicherer – und die Zahl der Unfälle nehme ab.

Die neuen Technologien werden aber auch dazu beitragen, das Stadt-Bild zu verändern. In 20 Jahren, so glaubt Mankowsky, werde man Innenstädte haben, in denen beispielsweise nur noch autonom fahrende Verkehrsmittel in speziellen Zonen unterwegs sind. "So, wie es heute Umweltzonen gibt, wird es zukünftig Sicherheitszonen für autonom fahrende Verkehrsmittel geben." In der Folge werde sich aber auch die Infrastruktur verändern, um ein Zusammenspiel der verschiedenen Verkehrsteilnehmer zu ermöglichen.

Der Fortschritt beim autonomen Fahren werde aber auch einen deutlichen volkswirtschaftlichen Nutzen mit sich bringen. So könnten Autofahrer ihr Auto als fahrendes Büro nutzen und damit bereits Arbeiten erledigen, die sie sonst erst an ihrer Arbeitsstätte erledigt hätten.

Natürlich müssten auf dem Weg zum automomen Fahren auch noch eine Vielzahl von Problemen bewältigt werden, räumt Mankowsky ein. Wie schaut es beispielsweise mit einer Blackbox im Auto aus? Wie geht man mit dem Datenschutz um? Es sind Fragen, die aus Mankowskys Sicht aber lösbar sind. „Denn schließlich könne der Autofahrer durchaus selbst bestimmen, welche Daten er preis gebe." Seitens der Politik erkenne er gegenüber den neuen Techniken eine große Sympathie. „Politiker sind der Diskussion hier teils schon voraus.“ (AG/FM)