Daimler und Linde bauen Wasserstoff-Tankstellen

20 Stationen deutschlandweit geplant

Die OPEC rechnet nicht mit einem steigenden Anteil von alternativen Antrieben.
Die OPEC rechnet nicht mit einem steigenden Anteil von alternativen Antrieben. © dpa

Im Jahr 2011 hatten Daimler und Linde angekündigt, die Infrastruktur für Wasserstoff-Tankstellen zu verbessern. Doch seither ist wenig geschehen – nun erneuerten beide Unternehmen ihre Ankündigung für den Bau von 20 Stationen.

Ein Faktor für den Durchbruch alternativer Antriebe ist die Infrastruktur. So wie es derzeit noch zu wenig Ladestationen für Elektroautos gibt, steht auch noch kein ausreichendes Tankstellennetz für Wasserstoff-Fahrzeuge in Deutschland zur Verfügung.

Deshalb hatten der Autobauer Daimler und der Gasehersteller Linde bereits im Juni 2011 nach dem Ende der Welttour von Mercedes B-Klassen mit Brennstoffzelle angekündigt, zusammen insgesamt 20 Wasserstofftankstellen zu errichten. Dafür stellten beide Unternehmen Investitionen von 20 Millionen Euro in Aussicht, also eine Million Euro pro Tankstelle. Ein wenig war diese Initiative in Vergessenheit geraten, bis zum gestrigen Mittwoch, als beide Unternehmen in einer Presseerklärung ihre Ankündigung von 2011 erneuerten. Damals hatte es geheißen, dass die ersten dieser 20 Tankstellen bereits 2012 ihren Betrieb aufnehmen sollten.

Erste Tankstelle in Berlin eröffnet

Doch erst am 29. September diesen Jahres wurde die erste von Daimler und Linde initiierte Tankstelle eröffnet. Es handelt sich um eine Total-Multi-Energie-Tankstelle in der Jafféstraße in Berlin. Wie ein Daimler-Sprecher auf Anfrage der Autogazette mitteilte, sei bereits bei der Ankündigung der Daimler-Linde-Initiative "im Hinblick auf unsere damaligen Markteinführungspläne ein Umsetzungszeitraum von rund drei Jahren vorgesehen" gewesen. "Die Vorbereitungsphase für die Definition der einzelnen Standorte sowie die branchenübergreifenden Verhandlungen mit Partnern aus Industrie und Politik waren zum einen mit einem relativ hohen Zeitaufwand verbunden. Zum anderen musste die Initiative mit unserem Ziel synchronisiert werden, ab 2017 wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle in den Markt zu bringen", so der Sprecher weiter.

Doch nach den ersten Startschwierigkeiten sollen nun bis Ende 2015 weitere Stationen folgen. Total will Stationen in Geiselwind, in Fellbach, Ulm, Karlsruhe, Neuruppin, Brandenburg, am Flughafen Köln-Bonn und in Berlin-Mitte errichten. Das Mineralölunternehmen OMV plant Stationen in den Großräumen München, Nürnberg und Stuttgart. Avial will Stationen in Stuttgart eröffnen, Hoyer eine Station in Leipzig errichten.

Linde spricht von Durchbruch

„Wir freuen uns über diesen Durchbruch bei der Erweiterung des H2-Tankstellennetzes in Deutschland“, sagte Andreas Opfermann, Leiter Clean Energy bei Linde. „Damit verbessern wir die Voraussetzungen für die erfolgreiche Vermarktung von Brennstoffzellenfahrzeugen wesentlich und unterstützen die bereits bestehenden Initiativen Clean Energy Partnership (CEP) und ‚H2Mobility‘.“

Wie der Leiter Konzernforschung von Daimler, Herbert Kohler, sagte, plane Daimler ab 2017 Brennstoffzellenfahrzeuge auf den Markt zu bringen. „Für den Aufbau eines flächendeckenden Infrastrukturnetzes ist es nun höchste Zeit. Mit Wasserstoff jeden Ort in Deutschland zu erreichen, ist dabei das klare Ziel. Unsere Initiative bedeutet einen enormen Schritt hin zu einem flächendeckenden H2-Netz in Deutschland.“ Ursprünglich wollte Daimler bereits 2014 den Markstart feiern, hat diesen Termin jedoch verschoben. Um die Technologieoptimierung zu beschleunigen und Kosten zu senken, hatte Daimler Anfang 2013 mit Ford und Nissan eine Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung des Wasserstoffantriebes geschlossen. (AG/FM)