Daimler und Europcar bauen Carsharing massiv aus

Gemeinschaftsunternehmen gegründet

Der Autobauer Daimler wird zusammen mit dem Autovermieter Europcar sein Carsharing-Geschäft deutlich ausbauen. Perspektivisch soll das Projekt Car2go in 40 bis 50 europäischen Städten eingeführt werden.

Zusammen mit dem Autovermieter Europcar wird Daimler das Carsharing-Geschäft europaweit massiv ausweiten. Wie beide Unternehmen in Stuttgart mitteilten, wolle man das Carsharingprojekt Car2go perspektivisch in rund 40 bis 50 europäischen Städten einführen. Dazu haben beide Unternehmen das Joint-Venture "Car2Go Europe GmbH" gegründet. Die Mehrheitsbeteiligung wird dabei mit 75 Prozent bei der 100igen Daimler-Tochter "Car2Go GmbH" liegen, 25 Prozent hält Europcar. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit Ende des vergangenen Jahres beim Carsharing in Hamburg zusammen.

Auch andere Autobauer entdecken Carsharing

„Mit Car2Go erweitern wir unser Mobilitätsangebot um ein äußerst innovatives Element. Europcar bietet seit mehr als achtzig Jahren individuelle Mobilitätslösungen an und hat Veränderungen im Mobilitätsverhalten stets frühzeitig antizipiert. Nun schaffen wir gemeinsam mit Daimler bahnbrechende Lösungen für die urbanen Mobilitätsbedürfnisse der Zukunft“, sagte der Geschäftsführer der Europcar-Gruppe, Philippe Guillemot.

Das Joint-Venture wird von den bereits existierenden Car2Go-Technologien und den fahrzeugbezogenen Dienstleistungen von Daimler und der Infrastruktur des Dienstleisters Europcar profitieren. Im Filialnetz von Europcar werden die Kunden die Möglichkeit haben, sich für das Carsharing zu registrieren. Das Mobilitätskonzept Car2Go wurde im Jahr 2008 von Daimler gegründet und hat mittlerweile in Ulm, Hamburg, Austin/Texas und Vancouver/Kanada 45.000 Kunden und 1100 Fahrzeuge im Einsatz. Daneben wird es in Kürze Car2Go auch in Lyon/Frankreich, Amsterdam/Niederlande und San Diego/USA geben. Bereits in der kommenden Woche wird in Amsterdam der Startschuss für den Betrieb mit 300 Elektro-Smarts gegeben.

Philippe Guillemot (l.) von Europcar und car2go-chef Robert Henrich Daimler

Carsharing wird mittlerweile für immer mehr Autobauer interessant. So hat BMW zusammen mit Sixt unlängst nach München auch in Berlin das Carsharing-Projekt DriveNow gestartet. Daneben wird Europas größter Autobauer Volkswagen am 2. November sein Carsharing-Projekt „Quicar – Share a Volkswagen“ in Hannover vorstellen. Auch Opel-Vertriebschefin Imelda Labbé hatte unlängst in der Autogazette angekündigt, dass sich auch der Rüsselsheimer Autobauer Gedanken über den Einstieg ins Carsharing-Geschäftmachen würde. (AG/FM)