20 Jahre ESP: Erfolg dank Elchtest

Schleuderblocker feiert Geburtstag

Die Wirkung des ESP zeigen beide Fahrzeuge sehr deutlich.
Die Wirkung des ESP zeigen beide Fahrzeuge sehr deutlich. © Daimler

Seit 20 Jahren rettet das ESP zumeist unbemerkt Menschenleben. Dabei begann der Siegeszug des Schleuderblockers nach einer vermeintlichen Pleite.

Das ESP begeht 20. Geburtstag. 1995 kam das Elektronische Stabilitätsprogramm erstmals in einer Mercedes S-Klasse zum Einsatz und soll laut Zahlen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zwischen 2000 und 2013 rund 200.000 Unfälle mit Verletzten verhindert sowie etwa 6000 Menschen das Leben gerettet haben. „ESP ist neben Gurt, Airbag und ABS das mit Abstand wichtigste Sicherheitssystem moderner Personenwagen“, sagt Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber.

ESP seit 2011 in EU Pflicht

Grundlage des Systems bildeten vor 20 Jahren zusätzliche Sensoren, die den Richtungswunsch des Fahrers (Lenkwinkelsensor) erkennen und zugleich feststellen, ob das Auto seitlich wegrutscht (Querbeschleunigungssensor) oder dabei ist, sich um die eigene Hochachse zu drehen (Gierwinkelsensor).

Allerdings benötigte das System Anschubhilfe. Zwei Jahre nach der Einführung des ESP kam es zum so genannten Elchtest, bei dem die damals völlig neue A-Klasse bei Ausweichmanövern umgeschmissen wurde. Seit diesem Zeitpunkt setzt Mercedes den Schleuderblocker serienmäßig in allen Modellen ein.

Die Wirkung des ESP nimmt auch in der Wahrnehmung an Bedeutung zu. Die anderen Hersteller folgten dem Beispiel der Stuttgarter. Seit November 2011 müssen alle neu zugelassenen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in der EU das Sicherheitssystem an Bord haben. (AG/TF)