Daimler und Porsche fordern Anreize für Elektroautos

Kritik an Bunderegierung

Daimler und Porsche fordern Anreize für Elektroautos
Barbara Hendricks will die Elektromobilität anschieben © dpa

Die Elektromobilität in Deutschland nimmt keine Fahrt auf. Daimler und Porsche machen dafür auch die Bundesregierung mit verantwortlich. Sie müsste für Kaufanreize sorgen.

Daimler und Porsche machen die Bundesregierung für den schleppenden Verkauf von Elektro-Autos verantwortlich. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche sagte der «Bild am Sonntag»: «Die Automobil-Industrie hat 29 verschiedene Elektrofahrzeuge im Angebot und damit ihren Beitrag geleistet.» Dennoch sei das Regierungsziel von einer Million E-Autos bis 2020 aus heutiger Sicht unerreichbar. «Wenn die Politik bis 2020 auf diese Zahl kommen möchte, müsste sie die Bedingungen ändern.»

Porsche-Boss Matthias Müller stieß in das gleiche Horn. «Die Autoindustrie in Deutschland steckt etliche Milliarden in die Elektromobilität, und die Bundesregierung schaut dabei zu», sagte Müller der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag). Andere Länder wie die Niederlande böten neben Kaufanreizen auch ein großes Netz an Schnellladestationen. Müller warf Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, sich nicht für das Thema zu interessieren.

Weitere Anreize notwendig

Das Bundesverkehrsministerium verwies auf ein «umfangreiches Maßnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität». Dazu gehöre etwa die Befreiung der E-Fahrzeuge von der Kfz-Steuer und Privilegien auf Sonderfahrspuren sowie kostenfreie Parkplätze, teilte ein Ministeriumssprecher in Berlin mit. «Aktuell bauen wir ein flächendeckendes Netz an Schnellladesäulen an den Autobahnraststätten auf, das durchschnittlich alle 30 Kilometer verfügbar ist.»

Allerdings forderte auch Zetsche weitere Anreize wie etwa steuerliche Vorteile. Hintergrund sei, dass E-Fahrzeuge in der Herstellung immer noch deutlich teurer seien als Verbrennungsfahrzeuge. Damit verdiene bislang kein Autobauer Geld.
Deutschland ist in Sachen Elektromobilität weit vom selbst gesteckten Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 entfernt. Zu Jahresbeginn 2015 waren nur knapp 19 000 reine Elektroautos zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahr war das aber immerhin ein Plus von 56 Prozent.

Der Porsche-Chef betonte, auch der Stuttgarter Sportwagenkonzern beschäftige sich mit einem E-Auto. «Aber glauben Sie mir, eine siebte Baureihe muss trotz allem ein sehr Porsche-typisches Fahrzeug sein.» Müller gab sich skeptisch, was die Entwicklung hin zu selbstfahrenden Autos angeht. «Dieser Digitalisierung und Automatisierung werden auch wir uns nicht völlig verschließen, aber ein 911er-Fahrer wird auch in Zukunft gerne selber fahren, Gas geben, bremsen, lenken und schalten.» (dpa)

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