Troska soll Daimlers China-Ressort übernehmen

Nach Medienberichten

Troska soll Daimlers China-Ressort übernehmen
Hubertus Troska soll nach Medienberichten neuer China-Vorstand bei Daimler werden. © dpa

Hubertus Troska wird nach übereinstimmenden Medienberichten der neue Daimler-Chef in China. Das Unternehmen selbst gab zur Personalie keinen Kommentar ab.

Der Autobauer Daimler erklärt sein kriselndes Chinageschäft zur Chefsache: Der bisherige Nutzfahrzeugmanager Hubertus Troska rückt in die Vorstandsetage auf und übernimmt dort das neu gegründete China-Ressort. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag aus Unternehmenskreisen. Auch das «Manager Magazin» berichtete entsprechend unter Berufung auf Konzernkreise.

Daimler ernennt China-Chef am Mittwoch

Den übereinstimmenden Informationen zufolge wird der Aufsichtsrat den 52-jährigen Troska diesen Mittwoch in das neu geschaffene Amt berufen. Ein Daimler-Sprecher sagte dazu am Dienstag: «Kein Kommentar zu Personalspekulationen.»

Mit der neuen Vorstandspersonalie wird sich erstmals in der Unternehmensgeschichte ein eigener Vorstand um den absehbar wichtigsten Automarkt der Welt kümmern. Daimler kämpft in dem Riesenreich seit längerer Zeit mit Absatzproblemen und droht so im Premiumsegment weiter hinter BMW und Audi zurückzufallen.

Audi und BMW fahren in China voraus

Troska verantwortet in der Trucksparte aktuell die Regionen Europa sowie Lateinamerika und leitet die zentrale Marke Mercedes-Benz, zu der etwa das Flaggschiff Actros gehört. Die China-Kompetenz bei den Lastern liegt eigentlich bei Asien-Manager Albert Kirchmann. Laut «Manager Magazin» machen Troskas Fähigkeiten als «ausgesprochener Diplomat» fehlende Chinakenntnisse wett. Der Manager sei daher ideal im «mitunter schwierigen Umgang mit der chinesischen Regierung».

Daimlers neuer Chinavorstand hat eine Menge Aufgaben anzugehen: Während die Schwaben global gesehen beim Pkw-Absatz nach den elf Monaten des laufenden Jahres in Sichtweite hinter Audi rangieren, liegen die Ingolstädter in dem asiatischen Riesenreich meilenweit vorne: Dort stehen per November 371.000 Audis 177.000 Mercedes-Benz gegenüber - ein Vorsprung also, der locker mehr als doppelt so groß ist. Auch BMW hat mit knapp 300.000 Autos nach elf Monaten klar die Nase vorne. Umso brisanter, dass Daimler in China jüngst Absatzrückgange einfuhr. Das Riesenreich dürfte Statistiken zufolge in naher Zukunft die USA als größter Automarkt der Welt ablösen.

Daimler folgt Beispiel Volkswagen

Als Auslöser für die Probleme gilt unter anderem Daimlers relativ spät begonnene Marktbearbeitung in China - vor allem Audi hat einen enormen Zeitvorteil im Reich der Mitte. Doch auch die zwei parallelen Strukturen in Daimlers Chinavertrieb - eine Gesellschaft für den Import, eine für lokal gefertigte Wagen - ist eine Achillesferse.

Zur Quartalsbilanz Ende Oktober hatte der Konzern für die letzten Monate 2012 «Maßnahmen zur Unterstützung des Händlernetzes in China» angekündigt, die absehbar an den Gewinnen nagen werden. Die Reform dürfte eine der ersten Aufgaben für den neuen Daimler-Vorstand sein.

Mit der Berufung erhöht sich die Zahl der Vorstände auf acht. Mit dem China-Ressort folgt Daimler dem Beispiel Volkswagen. Europas größter Autobauer hatte zum September den «Geschäftsbereich China» mit einem neuen eigenen Vorstandsposten versehen. Ihn bekleidet Jochem Heizmann - er verantwortete vorher als Vorstand die Nutzfahrzeuge. (dpa)

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