Daimler: Mit Brennstoffzelle zum CO2-freien Transport

Vorbereitung für Serienproduktion

Montagelinie für eine Brennstoffzellen-Antriebseinheit bei Daimler in Kirchheim-Nabern. © Daimler

Die Trucksparte von Daimler bereitet die Serienproduktion von Brennstoffzellen am vor. Damit leiste man auch über die Autoindustrie hinaus Pionierarbeit, sagte Truck-Chef Martin Daum.

„Anders als beim klassischen Verbrennungsmotor wird es hier Maschinen und Anlagen geben, die so noch nicht existieren“, sagte Andreas Gorbach, der Leiter des eigens gegründeten Tochterunternehmens Daimler Truck Fuel Cell. „Wir betreten damit wirklich Neuland.“


Die Daimler-Experten haben in den zurückliegenden zehn Jahren Knowhow auf diesem Gebiet aufgebaut und entsprechende Fertigungsverfahren und -prozesse entwickelt. Diese Expertise werde nun mit den laufenden Brennstoffzellen-Entwicklungsaktivitäten in die direkte Vorstufe der zukünftigen Serienproduktion überführt.

Fokus liegt auf LKW

Der Fokus auf den Lkw eigne sich dafür besonders: „Hier ist die Brennstoffzelle als lokal CO2-neutraler Antrieb im besonders weiten Fernverkehr in Richtung 1000 Kilometer ohne längeren Zwischenstopp und bis zu 40 Tonnen Lkw-Gesamtgewicht alternativlos“, sagte Gorbach und begründet dies mit der deutlich höheren Energiedichte von Wasserstoff im Vergleich zur Batterie. Noch vor Ende des Jahrzehnts will Daimler in der Lage sein, wettbewerbsfähig große Stückzahlen zu produzieren.

„Wir verfolgen die Vision eines CO2-neutralen Transports der Zukunft. Die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle ist dabei eine zentrale Technologie von strategischer Bedeutung“, sagte Truck-Chef Daum.

Kooperation mit Rolls-Royce

Bereits im April hatten Daimler und der Lastwagenbauer Volvo angekündigt, gemeinsam an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben für schwere Nutzfahrzeuge arbeiten zu wollen. Um dieses Joint-Venture auf den Weg zu bringen, bündelt Daimler Truck in der Tochtergesellschaft Daimler Truck Fuel Cell. Daimler und Volvo wollen in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schwere Nutzfahrzeuge mit der Brennstoffzellen-Technologie für den schweren Fernverkehr anbieten.

Daimler plant zudem eine Kooperation mit dem Motorenbauer Rolls-Royce Power Systems im Bereich von stationären Brennstoffzellen-Systemen. Mit Rolls-Royce soll bis Ende des Jahres ein Kooperationsvertrag ausgearbeitet werden. (AG/dpa)

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