Daimler plant Test mit autonomen Lkw

Noch in diesem Jahr

Ein autonomer Lkw von Daimler soll bald in Deutschland fahren.
Ein autonomer Lkw von Daimler soll bald in Deutschland fahren. © Daimler

Daimler will noch in diesem Jahr einen autonom fahrenden Lkw auf deutschen Straßen fahren lassen. Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard erwartet in den nächsten Wochen bereits eine Genehmigung.

Der Autobauer Daimler will noch in diesem Jahr einen selbstfahrenden Lastwagen auf einer deutschen Autobahn testen, in dem ein Computer den Fahrer ersetzt. «Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen die Genehmigung für Tests auf deutschen Autobahnen bekommen», sagte Daimlers Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Und dann legen wir auch sofort los.»

Die ersten Testfahrten seien in Baden-Württemberg geplant, Daimler wolle später aber auch bundesweit unterwegs sein. Mit der Serienreife von teilautonomen Lastwagen rechnet Bernhard «in zwei, drei Jahren», noch bevor die entsprechenden Autos auf den Markt kommen: «Technisch kriegen wir das hin.»

Fahrer nicht verzichtbar

Bernhard erläuterte: «Es wird immer ein Mensch drin sitzen, der sicher stellt, dass nichts passiert.» Mann könne «das Fahren zwar komplett der Maschine übergeben, auch das Bremsen und Beschleunigen, muss die Fahrt aber überwachen». Bis zum vollautonomen Fahren werde noch einige Zeit vergehen. Experten erwarten selbstfahrende Autos bis zum Jahr 2020 im Verkehr. Viele Fragen etwa zur Haftung sind aber noch ungeklärt. Ein fahrerloser Lkw ist rechtlich bisher nicht möglich. Die vor einem Jahr modifizierte Wiener Konvention für den Straßenverkehr sieht vor, dass ein Fahrer immer in der Lage sein muss, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen – sei es nun in einem Auto oder Lkw.

In den USA hat Daimler bereits eine Zulassung für selbstfahrende Lastwagen. Im Juli 2014 hatten die Stuttgarter erstmals einen autonomen Lkw auf einem gesperrten Teilstück der Autobahn 14 bei Magdeburg vorgestellt. Damals hatte Daimler angekündigt, die Technologie solle bis 2025 serienreif sein. (dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.