Autonomes Fahren für Logistik der Zukunft

Sinnvolle Einsätze

So könnte autonomer Güterverkehr der Zukunft aussehen.
So könnte autonomer Güterverkehr der Zukunft aussehen. © Daimler und Benz Stiftung

Mercedes hat den ersten autonom fahrenden Lkw präsentiert. Doch nicht überall in der logistischen Prozesskette ist vollautomatisches Fahren bereits sinnvoll.

Die Zukunft des autonomen Fahrens hat bereits bei einigen Autoherstellern begonnen. So präsentierte Daimler Anfang Juli einen autonom fahrenden Lkw. Doch das vollautomatische Fahren allein gibt der Logistik von Transporten nicht immer Sinn. "Es genügt nicht, sich um die rechtlichen Aspekte zu kümmern. Wir müssen uns vielmehr grundlegend die Frage stellen, was alles autonom transportiert werden kann", sagt Heike Flämig.

Autonome Transportsysteme bereits unterwegs

Die Professorin vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg-Harburg zählt zu den über 20 Wissenschaftlern, die im von der Daimler und Benz Stiftung unterstützten Förderprojekt Villa Ladenburg in den kommenden zwei Jahren die individuellen und gesellschaftlichen Anforderungen des autonomen Fahrens im Personen- und Güterverkehr untersuchen. Nun haben die Wissenschaftler erste Ergebnisse präsentiert.

Bereits heute seien "fahrerlose Transportsysteme vielfach erfolgreich unterwegs", so Flämig weiter, "jedoch nach wie vor in klar definierten Bereichen." Die Wissenschaftlerin zählt logistische Knotenpunkte wie Häfen, Distributionszentren und Produktionsstätten auf, in denen die Systeme abseits des öffentlichen Verkehrs gewisse Transportaufgaben übernehmen. Dort werden Waren zum Beispiel von der Lagerhalle zum Produktionsstandort gebracht. Auf der anderen Seite überlegen Zustelldienste den Einsatz von Drohnen.

Wegfall des Fahrers führt zum Chaos bei Prozesskette

In wie weit im öffentlichen Bereich autonome Systeme eingesetzt werden können, ist noch fraglich, auch wenn die Technik schon bereit stehen würde. Denn laut Flämig würde der Wegfall eines Lkw-Fahrers die gesamte logistische Prozesskette durcheinanderbringen – schon allein dann, wenn der Fahrer nicht das Be- und Entladen übernimmt. Weiterhin sei auch die zielgenaue Endzustellung ohne menschliche Hilfe noch nicht darstellbar und müsste ebenso neu konzipiert werden.

In dem Forschungsprojekt sollen deshalb die Felder aufgezeichnet werden, in denen vollautomatische logistische Prozesse einen Sinn ergäben. Fläming denkt dabei an Massentransporte, die in Abbaugebieten zur Rohstoffgewinnung eingesetzt werden können. Auch der Einsatz von Bergungsfahrzeugen sowie der Transport in der Land- und Forstwirtschaft seien autonom denkbar. (AG/TF)