Daimler mit massivem Absatzrückgang im ersten Quartal

Das Logo des Autobauers Daimler. © dpa

Daimler hat im ersten Quartal wegen der Coronakrise massiv an Absatz eingebüßt. Von Januar bis März setzte der Autobauer weltweit rund 477.400 Autos der Kernmarke Mercedes-Benz ab.

Das waren knapp 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie Daimler am Mittwoch mitteilte. Im gleichen Maße gingen die Verkaufszahlen bei den Vans zurück. Der Absatz der Kleinwagenmarke Smart brach sogar um mehr als 78 Prozent ein, was Daimler zusätzlich auf die Umstellung auf ausschließlich batteriebetriebene Fahrzeuge und das Auslaufen der Vorgängermodelle zurückführte.


Deutliche Rückgänge von mehr als 20 Prozent gab es im wichtigsten Markt für Mercedes-Benz in China, wo die Ausbreitung des Coronavirus früher begonnen hatte.

Geschäft in China läuft wieder an

Inzwischen laufe das Geschäft dort schon wieder gut an, sagte Daimler-Vertriebschefin Britta Seeger. «Das stimmt uns zuversichtlich.» In Europa, wo die Welle später einsetzte, lag der Absatz im ersten Quartal aber auch schon um knapp 16 Prozent unter dem Vorjahreswert. In den USA waren es hingegen erst knapp fünf Prozent.

Insgesamt verkaufte Daimler im ersten Quartal 547 829 Pkw und Vans. Ein Vergleich zum Vorjahresquartal ist wegen der Umstrukturierung der Geschäftsfelder im vergangenen Jahr nicht möglich.

Kurzarbeit bis Ende April

Die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Zwangspause hat Daimler verlängert und plant nun bis Ende April mit Kurzarbeit. Das kündigte Finanzchef Harald Wilhelm am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Investoren und Analysten an. Bislang war Kurzarbeit bis zum 17. April angekündigt.

Von roten Zahlen im Kerngeschäft gehen die Stuttgarter für die ersten drei Monate nicht aus. Im ersten Quartal rechnet der Konzern sowohl in der Pkw- und Vans-Sparte sowie auch im Geschäft mit Lkws und Bussen mit einer positiven Marge, wie Wilhelm sagte. Derzeit bleibe das Management auch bei seinem Vorschlag, eine Dividende von 0,90 Euro zu zahlen. Wilhelm sagte, dass der Konzern sich mit der Liquiditätslage im Industriegeschäft wohl fühle. Vergangene Woche hatte das Unternehmen sich eine weitere Kreditlinie über 12 Milliarden Euro gesichert.

Produktion ruht seit zweieinhalb Wochen

Die Produktion bei Daimler ruht seit etwa zweieinhalb Wochen in großen Teilen. Nur in einigen besonders wichtigen Bereichen wird noch gearbeitet. Seit Beginn dieser Woche sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit – zuvor hatten sie Arbeitszeitkonten oder Urlaub abgebaut.

Wie die Kurzarbeit an den einzelnen Standorten umgesetzt wird und wie viele Mitarbeiter jeweils betroffen sind, wird laut Daimler jeweils einzeln mit dem Betriebsrat geregelt. Der Konzern hat in Deutschland rund 170 000 Beschäftigte. (dpa)

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