Regierung fordert von Daimler Klärung der Abgas-Vorwürfe

Abgasmessung bei einem Diesel. Foto: dpa
Abgasuntersuchung bei einem Dieselfahrzeug. © dpa

Der Autobauer Daimler hat nach Ansicht des Kraftfahrt-Bundesamtes im Mercedes-Transporter Vito eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet. Deshalb wurde Daimler-Chef Dieter Zetsche ins Verkehrsministerium einbestellt.

Nach dem Gespräch zwischen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Zetsche dringt die Bundesregierung angesichts der bestehenden Abgas-Vorwürfen auf eine baldige Klärung möglicher weiterer Fälle.


„Wir werden jetzt einen vertieften Austausch über die hochkomplexen technischen Fragen vornehmen mit dem Ziel, anhand unserer konkreten Prüfungen umgehend die genaue Zahl der betroffenen Modelle zu ermitteln“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Berlin. „Bei einem weiteren Treffen in 14 Tagen werden die konkreten Ergebnisse auf dem Tisch liegen.“

Daimler legt Widerspruch ein

Nach Feststellung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ist beim Kleintransporter Mercedes-Benz Vito 1,6 Liter Diesel Euro 6 eine unzulässige Abschalteinrichtung der Abgasreinigung entdeckt worden. Daimler hat Widerspruch dagegen angekündigt. Das Amt ordnete einen verpflichtenden Rückruf an, um die illegale Technik zu entfernen. Zusätzlich hat die Behörde nun eine Frist bis 15. Juni „zur Vorlage einer technischen Lösung und deren Umsetzung angeordnet“, wie Scheuer sagte.

Es geht beim Vito um insgesamt 6300 Fahrzeuge. Darunter sind 1372 Fahrzeuge des Modells Vito 1.6 Liter Diesel mit der Abgasnorm Euro 6 in Deutschland und 4923 weltweit. Das KBA hatte den Vito seit einiger Zeit untersucht. Nach Rechtsauslegung der Behörde entspricht die spezifische Programmierung von zwei Funktionen in der Motorsteuerung des Fahrzeugs nicht den geltenden Vorschriften (AG/dpa)

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