VCD: CO2-Label für Pkw kein Beitrag zum Klimaschutz

Geringe Aussagekraft

Je nach Verbrennungsmotor wird mehr oder weniger Feinstaub ausgestoßen © dpa

Der Verkehrsclub für Deutschland hat die geringe Aussagekraft des Energie-Labels für Pkw kritisiert. Die Formel zur Einteilung der Fahrzeuge in Effizienzklassen führe letztlich zu einer Täuschung des Verbrauchers, so der VCD.

Von Frank Mertens

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat ein Jahr nach der Einführung des farbigen Energie-Labels für Pkw diese Auszeichnungspflicht erneut kritisiert. Mit dem CO2-Label sollen Kunden beim Kauf eines Neuwagens auf den ersten Blick über dessen Energieeffizienz informiert werden sollen.

Wie der VCD am Montag in einer Presseerklärung mitteilte, hätte sich das Energielabel zwar bei Kühlschränken und Waschmaschinen bewährt und zu einer Senkung des Energieverbrauchs beigetragen. Doch das Pkw-Label hätte keinen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Für den VCD bietet die nach seiner Auffassung mangelhafte Ausgestaltung des Pkw-Labels nur eine geringe Aussagekraft bezüglich des Verbrauchs.

Schwere Autos werden bevorzugt

„Für Autofahrer und Autofahrerinnen ist die Höhe des Spritverbrauchs und der CO2-Ausstoß das Maß dafür, wie sparsam ein Auto ist. Wenn Fahrzeuge mit einem hohen Verbrauch, allein aufgrund ihres hohen Gewichtes, in eine gute Effizienzklasse eingeordnet werden, dann werden Verbraucher getäuscht“, so VCD-Verkehrsexperte Michael Müller-Görnert.

Kritisiert wird vom VCD die Formel zur Einteilung der Fahrzeuge in die Effizienzklassen. Da diese sich am Fahrzeuggewicht orientiere, würden dadurch schwere Fahrzeuge eindeutig bevorzugt. Im Ergebnis führe dies dazu, dass Geländewagen, Vans oder Mittelklasse-Fahrzeuge ein grünes A- oder B auf dem Label bekommen würden, Kleinwagen nur selten besser als C eingestuft würden, obwohl sie deutlich effizienter seien, also weniger verbrauchen würden.

Als Beispiel nennt der VCD den Toyota Yaris 1.0 VVT-i mit einem CO2-Ausstoß von 111 g/km, der mit einem C bewertet wird. Im Gegensatz dazu erhält der SUV Audi Q7 3.0 TDI quattro mit einem CO2-Ausstoß von 195 g/km ein B. Vor diesem Hintergrund macht sich der VCD für einen ambitionierten CO2-Grenzwert stark. Dieser sei das effektivste Instrument für eine Verringerung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes. Deshalb fordert der Verkehrsclub die Bundesregierung auf, sich bei der EU in Brüssel für einen CO2-Grenzwert einzusetzen, der noch unter dem für das Jahr 2020 vorgesehenen Wert von 95 g/km liegt.