Erdgas: Effizient und gut für die Umwelt

Fakten und Mythen um CNG

Der Seat Arona ist das erste City-SUV mit Erdgasantrieb. © Seat

Der Absatz von Erdgasfahrzeugen bleibt überschaubar. Verständlich ist das nicht, denn Fahrzeuge mit CNG-Antrieb bieten eine Vielzahl von Vorteilen wie eine gute Klimabilanz und einen günstigen Unterhalt.

Nach einer aktuellen Studie des ADAC sind Erdgasfahrzeuge mit Blick auf ihre Umweltbilanz Benzinern und Dieseln, aber auch Elektroautos mit dem derzeitigen Strommix deutlich überlegen. Zugleich bieten CNG-Modelle aufgrund ihrer höheren Effizienz für die Kundinnen und Kunden deutliche Einsparpotenzial bei der Fahrt an die Tankstelle. Wir haben einige Fakten zum Erdgasantrieb zusammengestellt und räumen mit Mythen auf.


Sind Erdgasfahrzeuge sicher?

Die Erdgastanks wie hier beim Seat Ibiza sind platzsparend im Fahrzeugboden positioniert. Foto: Seat

Ja, sind sie. Sie sind genauso sicher wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die in einem Erdgasfahrzeug verbauten Gastanks werden nach den höchsten Branchenstandards konstruiert und verbaut. Daneben sind die Gastanks zudem mit einem Sicherheitsventil ausgestattet, sodass im unwahrscheinlichen Fall eines technischen Problems (beispielsweise eines Brandes) Gas an die Außenluft abgegeben werden kann. Es besteht also keine Explosionsgefahr. Innerhalb des Gastanks herrscht ein Druck von 200 bar, sie sind aber für die dreifache Belastung ausgelegt, also 600 bar. Hieran sieht man das große Sicherheitspotenzial.

Gibt es im Winter Probleme mit Erdgasmodellen?

Nein, absolut nicht. Dass Kälte Erdgasfahrzeugen etwas anhaben kann, zählt ebenso zu den Mythen rund um CNG. So müssten die Außentemperaturen schon unter 160 Grad Minus sinken, damit sich CNG verflüssigt. Entsprechend sind CNG-Fahrzeuge genauso wintertauglich wie Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb.

Fahren sich Erdgasfahrzeuge anders als Diesel oder Benziner?

Nein, sie fahren sich genauso wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Unterschiede beim Fahren gibt es nicht. Erdgasfahrzeuge sind zudem ebenso leistungsfähig wie Diesel oder Benziner.

Wann fahre ich mit dem Erdgasantrieb?

Ein Seat Ibiza wird mit Erdgas betankt. Foto: Seat

Erdgasfahrzeuge werden zunächst immer mit CNG betrieben. Erst wenn der Erdgastank leer ist, wird automatisch und unmerklich auf den Benzintank umgeschaltet. Wird von Erdgas auf Benzin gewechselt, wird die Fahrerin oder der Fahrer darüber im Kombidisplay des Fahrzeuges informiert. Ein Stopp des Fahrzeuges für das Umschalten von CNG auf Benzin ist nicht erforderlich. Bei kalter Witterung wird aber dazu geraten, immer eine Restmenge Benzin im Tank zu haben.

Muss ich mir Sorgen um die Reichweite machen?

Die Tankanzeige im Seat Leon TGI, Foto: Seat

Nein, das muss man nicht. Dafür sorgt das bivalente Antriebskonzept eines Erdgasfahrzeuges. Ist der Erdgastank mit seinem Fassungsvermögen wie beim Seat Arona von 13,8 Kilogramm leer, steht hier immer noch der Benzintank mit einer Reserve von neun Litern zur Verfügung. Insgesamt ist so eine Reichweite von fast 500 Kilometer möglich. Bundesweit gibt es rund 850 Erdgastankstellen.

Ist der Wartungsaufwand eines CNG-Modells höher?

Nein, ist er nicht. Aufgrund der gleichen mechanischen Funktion gibt es keinen Unterschied mit Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen. Entsprechend müssen auch Zündkerzen und Luftfilter nicht früher als bei anderen Fahrzeugen getauscht werden. Allerdings muss vor der Fahrt zum TÜV drei Jahre nach der Erstzulassung und dann alle zwei Jahre die Dichtheit des Gastanks geprüft werden.

Sind Erdgasmodelle teurer als herkömmliche Fahrzeuge?

Mit Blick auf die Anschaffung sind sie im Vergleich zu einem Diesel günstiger, im Vergleich zu einem Benziner leicht teurer. Doch dieser Preisunterschied wird schnell wieder durch die Unterhaltskosten ausgeglichen, die weitaus günstiger sind als beim Benziner oder Diesel. So gibt es eine Erdgasfüllung bereits je nach Wohnort durchschnittlich zwischen 13 und 15 Euro. Im Vergleich zum Diesel sind so Einsparungen an der Tankstelle von um die 30 Prozent erzielbar, beim Benzin sind es 50 Prozent. Diese Unterschiede basieren auf dem höheren Energiegehalt von Erdgas. Zugleich fördern darüber hinaus örtliche Energieversorger den Kauf eines Erdgasfahrzeuges mit einer Prämie bzw. einem Tankgutschein.

Sind Erdgasfahrzeuge umweltfreundlicher?

CO2 steigt weiter an. Foto: dpa
Die CO2-Belastung bei Erdgasfahrzeugen ist geringer. Foto: dpa

Ja, sind sie. Ihre Umweltbilanz ist nach einer Studie des ADAC nicht nur deutlich besser als die von Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen, sondern auch von Elektroautos, die mit dem derzeitigen Strommix angetrieben werden. Für ihre Analyse hat der ADAC CNG-Fahrzeuge mit einem Biomethan-Anteil von 15 Prozent berücksichtigt. Nach einer Erhebung der Initiative Zukunft Erdgas kommen Erdgasfahrzeuge bei den CO2-Emissionen im Vergleich zum Benziner auf Einsparungen von 65 Prozent, beim Diesel sogar von 77 Prozent.

Gibt es eine steuerliche Förderung?

Ja, der Kraftstoffpreis für CNG bleibt bis 2026 steuervergünstigt. Begründet wurde dies mit den regenerativen Potenzialen von Erdgas. Derzeit ist dem Erdgas durchschnittlich ein Anteil von 20 Prozent Biomethan beigemischt. Es wird CO2-neutral aus Biomasse beigemischt.