Schwacke: Hoher Wertverlust von Elektroautos

Wegen hoher Neupreise

Schwacke: Hoher Wertverlust von Elektroautos
Elektroautos verzeichnen einen hohen Wertverlust © Citroen

Die hohen Kosten bei der Anschaffung eines Elektroautos rächen sich beim eventuellen Wiederverkauf. Der Autobewerter Schwacke stellt eine düstere Prognose zu Beginn der Elektromobilität.

Der Marktanteil von Elektroautos ist derzeit noch verschwindend gering und wird im weltweiten Fahrzeugmarkt wohl frühestens 2015 die Ein-Prozent-Marke erreichen. Besonders Flottenbetreiber interessiert beim Aufbau des Bestandes die Frage, wie sich der Wertverlust entwickeln könnte.

Wertverlust für Citroen C-Zero bei 60 Prozent

Nach Untersuchungen des Autobewerters Schwacke liegt der Wertverlust konventioneller Fahrzeuge im Mittelklassesegment nach 36 Monaten und 30.000 Jahreskilometern im Mittel bei rund 45 Prozent. Für Elektrofahrzeuge prognostiziert das Unternehmen deutlich größere Wertverluste, die sich schon aufgrund der höheren Listenneupreise stark auswirken. In einer Beispielrechnung wird ein Citroen C-Zero bei einem Netto-Neupreis von 29.550 Euro nach 36 Monaten und jährlich lediglich 10.000 km Laufleistung dann nur noch 11.820 Euro wert sein, ein Verlust von 17.730 Euro oder 60 Prozent. Das Benziner-Vergleichsmodell C1 1.0 hat nach dieser Zeit zwar 63 Prozent seines Wertes verloren, aufgrund seines Netto-Listenpreises von 8.672 Euro liegt die Minderung aber nur bei 5.463 Euro.

Zwar wird die Kostenproblematik durch sinkende Batteriepreise zukünftig etwas geringer, bleibt nach Einschätzung von Schwacke aber langfristig doch bestehen. Bei vielen potenziellen Autokäufern in Deutschland bestünden Unsicherheiten beim Thema Batterie. Die gesetzlichen Gewährleistungsfristen auf den Akku stellten ein Hemmnis dar, ebenso fehlende Standards, mit denen ältere Akkus in ihrer Restkapazität bewertet werden könnten.

Hersteller sind gefragt

Nach Einschätzung von Schwacke sind die Hersteller gefragt, über Quersubventionen, Garantieverlängerung, Batterieleasing oder Anreize für längere Haltedauer die Unsicherheiten zu minimieren und die Attraktivität von Elektroautos zu steigern. Die Schwacke-Modellrechnung weist den C-Zero beim Kauf von Fahrzeug und Batterie im Gesamtkostenvergleich pro Kilometer mit 90 Cent aus. Beim Kauf von Fahrzeug und Batterieleasing könnten die Kilometerkosten auf 71 Cent sinken.

Zum Vergleich: Beim C1 1.0 liegen die Kosten bei 41 Cent. Die Lücke zu schließen sei die Herausforderung der nächsten Jahre, so das Unternehmen. Für einen Erstbesitzer rechne sich der Kauf eines Elektroautos auf die ersten drei Jahre derzeit sicher nicht. (SP-X)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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