Gebrauchter Citroen C3: Quietschen inklusive

Vielzahl von Schwächen

Gebrauchter Citroen C3: Quietschen inklusive
Als Gebrauchter hat der Citroen C3 etliche Mängel. © Citroen

Wer Interesse an einem Citroen C3 als Gebrauchtwagen hat, der sollte genau hinschauen. Der Franzose ist mit etlichen Mängeln belastet.

Mit der Nachfolge des Saxo änderte Citroen nicht nur den Namen seines Kleinwagens, sondern auch grundlegend das Design. Der
Citroen C3
kam 2002 auf den Markt und war vor allem rund. Doch Ecken und Kanten hat der kleine Franzose dennoch, vor allem als Gebrauchtwagen.

Karosserie: Auf 3,80 Meter Länge finden zwei Erwachsene und zwei Kinder Platz. Dank der Höhe von 1,51 Meter ist die Kopffreiheit sehr gut und selbst Basketballspieler holen sich keine Schürfwunden am Kopf. Ebenfalls von Vorteil sind die kurzen Überhänge, die das Einparken zum Kinderspiel machen. Der Kofferraum schluckt mindestens 305 Liter und bei umgeklappter Rücksitzbank bis zu 1.310 Liter. Das macht sogar einen Großeinkauf oder einen kleinen Umzug möglich. Die Ablagen reichen aus. Die Instrumentierung mit dem Digitaltacho und dem Drehzahlmesser ist kleinteilig und gewöhnungsbedürftig.

Citroen C3 mit sieben Motorvarianten

Antrieb: Sieben Motorvarianten wurden beim C3 zwischen 2002 und 2009 angeboten, davon vier Benziner mit einer Leistung zwischen 44 kW/60 PS und 80 kW/109 PS. Eine gute Wahl ist der 1,4-Liter-Benziner mit 54 kW/73 PS, der den kleinen Franzosen auch zügig anschiebt wenn dieser vollgepackt ist. Weil der C3 in der Regel als typischer Stadtwagen gekauft wurde, ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt aber eher der 1,1-Liter-Basismotor zu finden. Wer auf Drehmoment und kraftvolle Beschleunigung bei gleichzeitig niedrigem Verbrauch zielt, wählt einen der drei Diesel, deren Leistung zwischen 50 kW/68 PS und 80 kW/109 PS liegt. Der mittlere 1,4-Liter-Vierzylinder mit 66 kW/90 PS ist ein guter Kompromiss, allerdings war anfangs kein Rußfilter montiert, so dass nicht automatisch eine grüne Plakette vorne an der Scheibe klebt. Das sollten Stadtbewohner mit Sperrzonen beachten. Den 109-PS-Diesel gibt es ab 2005 serienmäßig mit Rußfilter. Probleme bei der Mechanik sind wenig bekannt. Jedoch macht die Elektronik dem C3 zu schaffen. Dazu zählen defekte Generatoren und Fensterheber sowie Fehler im Motormanagement.

Ausstattung und Sicherheit: Ein Kleinwagen ist für die Stadt und nicht für lange Touren konzipiert. Das hat Vorteile wie Wendigkeit, aber auch Nachteile wie beim Langstreckenkomfort. Der C3 versucht den Komfort zumindest bei den Sitzen durch sehr weiche Schaumstoffe auszugleichen, die aber mit den Jahren ausgelatscht sein können. Eine ausgiebige Sitzprobe gehört deshalb zur Pflicht. Typisch französisch sind auch die komplette Ausstattung und das hohe Sicherheitsausniveau. Je nach Modell und Version sind bis zu acht Airbags an Bord. Beim EuroNCAP-Crashtest konnte der C3 mit vier von fünf Sternen überzeugen.

Viele Qualitätsprobleme

Die Qualität: Wer einen gebrauchten C3 kauft, muss ausreichend innere Ruhe haben. Denn mit den Jahren quietscht und knarrt es im Gebälk. Auch Klappern ist keine Seltenheit. Besonders schlimm ist es bei der Cabrio-Limousine Pluriel, bei der noch Undichtigkeiten und eine schlechte Verarbeitung am Dach hinzukommen. Auch beim TÜV-Mängelreport kann der kleine Franzose nicht überzeugen. Zwar trifft man beim Rahmen und Fahrwerk des C3 selten auf Rost, doch der Auspuff bröselt schnell vor sich hin, schon nach fünf Jahren sind die Schaldämpfer rostgefährdet. Häufig treffen die Prüfingenieure auf ausgeschlagene Achsen, Verschleiß an der Lenkung, Inkontinenz beim Motor und Fehler bei der Beleuchtung. Auch die Fußbremse macht Probleme, vor allem die Bremsscheiben sind schnell runter. Keinen Grund zur Sorge bereiten dagegen die Bremsschläuche.

Fazit: Den C3 gibt es gebraucht ab rund 2.000 Euro. Bei diesen Kosten wird allerdings nicht bleiben. Schon nach dem nächsten TÜV-Termin droht die nächste Reparatur – und die kann teuer werden, denn der C3 hat so seine Ecken und Kanten. Wer sich dennoch in die runde Form verliebt hat, sollte auf ein gut gepflegtes Garagenfahrzeug mit wenig Laufleistung und einem dicken Reparatur-Ordner Ausschau halten. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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