Gebrauchter Citroen C3: Ernüchterung garantiert

Der Citroen C3 des Modelljahres 2016. © Citroen

Der Citroen C3 ist optisch mit seinen Aribumps ein Hingucker. Doch kann man sich den Franzosen auch als Gebrauchtwagen ohne Sorgen zulegen?

Zwar machten runde Formen und dazu noch ein hoher Nutzwert aufgrund einer im Klassenvergleich geräumigen Fahrgastzelle den französischen Kleinwagen der zweiten Generation zu Neuwagenzeiten zu einem beliebten Auto. Doch die Ernüchterung deutscher Kunden tritt spätestens bei der Hauptuntersuchung (HU) ein, manchmal sogar schon bei der ersten.


«Eine runde Sache ist beim Citroen C3 nur das Design», schreibt der «Auto Bild Tüv Report 2019» über das für den europäischen Markt bis 2017 gebaute Modell. Zu viele Aussetzer lassen es den Pflichtcheck nicht auf Anhieb bestehen.

Citroen C3 mit Problemen an Achsfedern

Dazu zählen fahrwerksseitig vor allem die über alle Jahrgänge verdächtig oft auftretenden Probleme mit Achsfedern und Dämpfern. Ab der dritten HU kommt Rost hinzu. Alle Jahrgänge sind von mängelbehafteten Abblendlichtern und Rückleuchten geplagt, auch Bremsscheiben verschleißen früh. Auspuffanlagen rosten schneller als beim Durchschnitt aller im Zuge der HU überprüften Pkw. Ölverlust? Auch hier kleckert der C3.

In Frankreich eher ein Verkaufshit, ließ die Konkurrenz von vor allem VW Polo, Ford Fiesta und Opel Corsa den C3 in der Verkaufsstatistik hierzulande hinter sich. So reicht der Bestand auf deutschen Straßen zwar nicht für einen offiziellen Eintrag in der ADAC-Pannenstatistik, doch die Helfer rückten bei Problemen natürlich trotzdem aus. Zu denen zählen streikende Zündspulen bei Exemplaren von 2009 und 2010, kaputte Generatoren (2010) und verrückt spielende Sensoren für die Kühlmitteltemperatur (2013).

Zweite Generation sei 2009 auf dem Markt

Die zweite Generation des Citroën C3 rollte 2009 zu den Händlern – mit 3,94 Meter Länge im besten Kleinwagenformat, aber einem kleineren Kofferraum gegenüber dem kürzeren Vorgänger. Zuvor auch als Cabrio Pluriel sowie als Dreitürer zu haben, wurde der C3 nur noch als Fünftürer angeboten. Sein Facelift von 2013 brachte zum Beispiel LED-Tagfahrleuchten und andere Rücklichter. Und unter der Haube wurden Motoren ausgetauscht. 2016 feierte der Nachfolger Premiere.

Die Motoren beschränken sich anders als beim Vorgänger, den es auch mit Gasantrieben gab, auf konventionelle Kost. Die Benziner kommen je nach Baujahr und Ausgabe auf 44 kW/60 PS bis 88 kW/120 PS. Stärkster Dreizylinder ist ein 81 kW/110 PS starkes Aggregat, das bis zuletzt im Angebot war. Die Diesel bieten 50 kW/88 PS bis 84 kW/114 PS an.

Wer auf dem Gebrauchtwagenmarkt einen jüngeren Dreizylinder sucht, muss gemäß Eintrag im «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand für einen C3 1.2 VTi Pure Tech von 2014 mit 81 kW/110 PS einen Durchschnittspreis von 8700 Euro einrechnen bei 67 000 Kilometern Laufleistung. Der Vierzylinder 1.6 VTi 120 von 2011 mit 88 kW/120 PS ist in der Ausführung Tendance mit 5025 Euro und 104 000 Kilometern vermerkt, der einst mit Normverbrauchswerten von unter 3,5 Litern angegebene 1.6 BlueHDi 100 FAP mit 73 kW/99 PS von 2014 mit 8700 Euro und 81.000 Kilometern. (dpa/tmn)

10 Kommentare

  1. Ich glaube ihr Artikel ist nicht gerade objektiv. Etwas zu reißerisch. Es passt aber dazu, dass in Deutschland von der Autopresse Citroen schlecht geredet wird. Der von ihnen genannte Opel Fiesta schneidet nach TÜV-Report 2019 genau so gut oder genau so schlecht ab. Der Ford Fieste etwas besser. Die meisten Mängel sind, leider bei Kleinwagen üblich, Wartungsmängel.

  2. Nachdem Polos an DSG Massensterben litten, Rost bei VW’s im Standardpaket inbegriffen ist, wundert mich nichts mehr. Aber einen Citroen mit Rost wurde ich zu gerne einmal sehen. Unfallschäden natürlich ausgenommen. Ich habe in 20 Jahren Citroen, angefangen von Saxo, 2 Xsara’s, 2 c4’s und 2 Berlingos in der gesamten Familie nicht einen rostigen gehabt. Während die Caddys, Polos, Golfs und T5 schon ab „Werk“ anfingen zu rosten. Keiner, der auch nur ein bisschen über den Tellerrand schaut, glaubt, was die deutsche Autopresse so von sich gibt.

  3. Auch kann mir nicht vorstellen,dass der Artikel objektiv verfaßt ist. (Das beschriebene Model habe ich allerdings nicht besessen.) Die beschriebenen Mängel sind bei gebrauchten Pkw nach meiner Erfahrung mit Polo, Passat, Opel Vectra nicht ungewöhnlich. Seit ich Citroen fahre, habe ich eher weniger Auto – Probleme.

  4. Wer als Journalist gut über andere Marken schreibt bekommt von den Deutschen Herstellern vermutlich keinen Support mehr…….nur so sind diese Art Berichte erklärbar. Wir haben/hatten Mercedes, Audi, VW, Renault und Citroen im Haus und ich kann nicht behaupten, dass die Franzosen schlechter waren. Das Touch und Feeling war meist nicht so hochwertig, dafür auch die Preise niedriger.

  5. Herr Alexander, ich bin ob dieser Zuschrift doch leicht irritiert. Der Agentur-Kollege, der den Artikel geschrieben hat, bezieht sich auf Mängel, die beim TÜV zutage getreten sind. Hier zu unterstellen, dass Autos von Importeuren schlechter bewertet werden als die deutscher Hersteller, weil dessen Support sonst nicht gewährleistet wird, ist absurd. Wenn Sie sich die Rubrik Gebrauchtwagen anschauen, werden Sie Kritik auch an deutschen Modellen finden, von daher läuft diese Argumentation ins Leere.

    • TÜV ist nur ein wichtiger Maßstab für die Qualität. Mir ist vor allem die Zuverlässigkeit wichtig. Da schneiden vor allem die Modelle aus dem VW-Konzern schlecht ab. Hoffentlich ändert sich das möglichst schnell, weil dieser Konzern für Deutschland sehr wichtig ist.

  6. Ich finde den Artikel irreführend, da sich sowohl Bild als auch Einleitungstext auf das aktuelle Modell mit Airbumps beziehen, dieser aber erst (auch MJ2016) seit Anfang 2017 verkauft wird.Der Haupttext beschreibt dann Mängel an zT. 10 Jahre alten Fahrzeugen bis EZ2017.Somit wird offensichtlich versucht eine Verknüpfung zwischen Schäden an 10 Jahre alten Autos mit einem gerade neu erschienen Modell herzustellen. So etwas sollte einem Redakteur eigentlich auffallen – es sei denn es handelt sich hier um, zugegebenermaßen ziemlich plumpe, Lobbyarbeit…

    Was ich übrigens bei allen derartigen Mängelreports quer durch alle Marken vermisse (und das gehört definitiv dazu) ist eine Beschreibung des durchschnittlichen Halters bzw. wie sich die Fahrzeughalter statistisch zusammensetzen. Denn es liegt nahe, dass günstige Fahrzeuge eher von weniger solventen Kunden gekauft werden, die auch nicht soviel Geld in die Instandhaltung stecken (können) wodurch dann die genannten Schäden entstehen. Gleiches gilt ggfs. auch für andere Zielgruppen, denen es vielleicht aus beruflichen, familiären oder gesundheitlichen Gegebenheiten nicht möglich ist, ihre Fahrzeuge regelmäßig warten zu lassen. Dadurch sind die bemängelten Fahrzeuge aber nicht per se schlecht… Grüße

  7. Unsere Familie fuhr mal komplett VW-Konzernmodelle (VW, Audi). Übrig geblieben ist ein älterer Passat und ein Up. Dafür wurden BMW, Mercedes, Opel, Peugeot, Subaru, Nissan, Renault usw. angeschafft, die mindestens genauso zuverlässig sind. Am meisten mußte der Subaru leisten, der wieder durch einen Subaru ersetzt wird. Es ist erst der dritte in fast 25 Jahren, weil alle ohne Probleme hohe Laufleistungen mit viel Anhängerverkehr (Pferde) geschafft haben. Einer hat sogar fast 400000 km geschafft! Diese Marke wird in Deutschland überhaupt nicht richtig eingeschätzt. Es gibt dadurch leider auch immer weniger Händler.

  8. Für mich ist das Preis-Leistungs-Verhältnis am wichtigsten. Da fallen dann leider Mercedes, BMW, Audi und sogar VW durch. Citroen dagegen wird immer interessanter. Wobei mir die Optik nicht immer gefällt.

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