Spannung im elektrischen Citroen C-Zero

150 Kilometer Reichweite

Elektroautos verzeichnen einen hohen Wertverlust © Citroen

Nach dem Zwischenbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität hechelt Deutschland anderen Nationen hinterher. Mit dem C-Zero bringt Citroen bereits in diesem Jahr ein elektrisches Serienfahrzeug auf den Markt.

Von Sabine Stahl

Das Thema Elektromobilität ist äußerst spannungsgeladen. Ist die Technik alltagstauglich? Wird sie vom Kunden akzeptiert? Und wie kann die Reichweite zu verträglichen Preisen verbessert werden? Ganz zu schweigen von der so gut wie nicht vorhandenen Lade-Infrastruktur. Trotz vieler ungeklärter Fragen rollt jetzt der Elektro-Kleinstwagen Citroen C-Zero zu den Händlern und kann damit zumindest hinsichtlich der Alltagstauglichkeit und der Akzeptanz der Kunden bald Antworten liefern.

Variierende Reichweite

Sind die Batterien voll geladen, zeigt der C-Zero, der baugleich mit dem Mitsubishi i-MIEV und dem Peugeot iOn ist, im Display eine Reichweite von 150 Kilometern an. Vorausgesetzt, der vorherige Nutzer war mit moderatem Gasfuß unterwegs. Denn das Steuergerät des Franzosen-Stromers merkt sich die bisherige Fahrweise und berechnet auf dieser Basis die voraussichtlich verbleibenden Kilometer an potenzieller Reichweite. So kann es durchaus vorkommen, dass man beim Besteigen des Wagens nur eine Reichweite von 75 Kilometern bei voller Batterie angezeigt bekommt.

Mit einem Griff zum Heizungsregler kann diese jedoch schon im Handumdrehen auf 90 Kilometer gesteigert werden, denn gerade Heizung und Klimaanlage sind absolute Reichweitenkiller. Wenn dann noch eine gleichmäßige Gangart auf die Straße gelegt wird, darf man getrost von einer weitaus höheren Reichweite als angezeigt ausgehen. Ob es für die auf dem Rollenstand erprobten 150 Kilometern reicht, hängt also von vielen Faktoren ab.

1500 Ladezyklen möglich

Die Batterie des Citroen C-Zero ist bis auf 225.000 Kilometer ausgelegt Citroen

Die im C-Zero verbauten Lithium-Ionen-Batterien stammen aus einem Joint Venture von Mitsubishi und GS Yuasa und sind in der Fahrzeugmitte verbaut. Sie können entweder regulär über eine haushaltsübliche Steckdose innerhalb von sechs Stunden ganz voll oder über ein Schnellladeverfahren innerhalb von 30 Minuten zu 80 Prozent geladen werden. Laut Hersteller sind die Akkus für 1500 Ladezyklen ausgelegt, was einer theoretischen Fahrleistung von 225.000 Kilometern entspricht.

Diese Strecke verringert sich auch nicht dadurch, dass man den C-Zero mit halbvoller Batterie wieder an den Strom hängt. Denn laut Citroen entspricht beispielsweise das zweimalige Laden einer halbvollen Batterie einem Ladezyklus. Anders als bei Akkus in Laptops oder Mobiltelefonen gibt es bei der Batterie keine Memory-Funktion, sodass der Akku jederzeit geladen werden kann, ohne dadurch an Speicherleistung zu verlieren.

Volltanken für zwei Euro

Der Citroen C-Zero ist fast so teuer wie ein Audi A6 Citroen

Die größte Hürde für die Elektromobilität ist momentan der Preis für die Batterie. Dadurch kostet der Citroen C-Zero 35.164,50 Euro und damit nur einige hundert Euro weniger als ein Audi A6 mit 2,0-Liter-Benzinmotor und 125 kW/170 PS. Und mit solch einer Leistung kann der kleine Franzose nicht mithalten. Er kommt nur auf 49 kW/67 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 180 Nm, was für den Stadtverkehr allerdings mehr als ausreichend ist.

Und da das Drehmomentmaximum vom Start weg bereit steht, vermittelt der Stromer ein überaus spritziges Fahrgefühl. Und noch ein Punkt, in dem der A6 gegen den C-Zero alt aussieht: Der E-Flitzer hat einen quasi wartungsfreien Motor und der "Tank" ist für einen umgerechneten Wert von zwei Euro randvoll. (mid)