Preise für Gebrauchtwagen im Höhenflug

Preise für Gebrauchtwagen im Höhenflug
Neu- und Gebrauchtwagen bei einem Autohändler in Dresden. © dpa

Die Knappheit an Halbleiter hat auch Auswirkungen auf den Markt für Gebrauchtwagen. Deren Preise ziehen kräftig an.
Wie aus dem von Autoscout24 ermittelten Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) für den Oktober hervorgeht, liegt der Durchschnittspreis bei 24.502 Euro. Das ist ein Anstieg von 774 Euro zum September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind Gebrauchte sogar um 3.666 Euro teurer geworden.

Für Kompaktfahrzeuge wurden im Schnitt 19.353 Euro (plus 4,5 Prozent) erzielt, ebenfalls teurer wurden Mittelklasseautos und Kleinwagen, die um je 4 Prozent zugelegt haben und durchschnittlich 24.681 beziehungsweise 12.946 Euro kosteten.


Anstieg über fast alle Segmente

Wer einen Vans, SUV oder Sportwagen kaufte, musste ebenfalls mehr Geldausgeben (plus je 2 Prozent). Ein Van wurde im Schnitt mit 20.987 Euro und ein SUV mit 32.105 Euro gehandelt. Für einen Sportwagen wurde 62.237 Euro fällig. Gefragt sind zudem Stromer und Hybridfahrzeuge. Für ein E-Modell musste durchschnittlich 36.874 Euro bezahlt werden, ein Plus von 1.140 Euro im Vergleich zu September. Ein Hybrid kostete 37.911 Euro, das waren 1.072 Euro mehr als im Vormonat. Benziner verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 752 Euro auf 22.051 Euro, Diesel um 693 Euro auf 26.509 Euro.

Gleichzeitig wird das Angebot der auf dem Autoportal angebotenen Gebrauchtwagen knapper. Bei Kleinwagen und bei 3 bis 5 Jahre alten Gebrauchten wurden im Oktober im Vergleich zum Vormonat rund 5,5 Prozent weniger Fahrzeuge offeriert. Auch bei Vans, SUV und Fahrzeuge der oberen Mittelklasse verzeichnete das Portal einen Rückgang von je 2,5 Prozent.

Preisanstieg liegt an Chipkrise

Gründe für die Preissteigerungen sieht das Portal zum einen in den Engpässen bei der Neuwagenproduktion aufgrund des Halbleitermangels. Die damit einhergehende Verknappung des Neuwagenangebots befeuert die Nachfrage nach Gebrauchten.  Die Autobauer erfreuen sich derzeit einer hoher Kundennachfrage, können sie aber aufgrund fehlender Halbleiter nicht befriedigen. In Folge steigen auch die Preise für Neuwagen bzw. werden kaum noch Rabatte gewährt. Eine Änderung der Situation erwarten Experten frühestens ab Beginn des kommenden Jahres.

Zum anderen gibt es immer noch eine hohe Nachfrage nach Gebrauchten aufgrund des Nachholbedarfs in Folge des Corona-Lockdowns.  (AG/SP-X)

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