Chinesen versuchen Neustart mit Elektroautos

Chinesen versuchen Neustart mit Elektroautos
Die nun chinesische Marke MG bietet den 143 PS starken Stromer ab knapp 32.000 Euro an. © MG

Chinesische Autobauer versuchen im kommenden Jahr einen neuen Anlauf auf dem deutschen Markt. Zu den Newcomern gehört auch das Elektroauto MG ZS EV.

Hersteller wie MG hoffen mit preiswerten Elektro-Autos und neuen Vermarktungskonzepten auf Erfolg. „Ich glaube, der Versuch jetzt wird erfolgreicher sein als der den wir vor Jahren gesehen haben“, schätzt Autoexperte Stefan Bratzel von der FH Bergisch Gladbach die Situation ein. „Es wird aber nach wie vor für chinesische Hersteller kein Selbstläufer sein.“


Konkret sind die Pläne bei MG. Den traditionsreichen Namen des ehemaligen britischen Sportwagenherstellers trägt jetzt unter anderem das elektrische Kompakt-SUV ZS EV. Die nun chinesische Marke MG bietet den 143 PS starken Stromer ab knapp 32.000 Euro an. Die Batterie fasst 44,5 kWh, was für eine Norm-Reichweite von 263 km (WLTP) reicht. Parallel zum ZV wird Anfang 2021 mit dem EHS ein Kompakt-SUV mit Plug-in-Hybridantrieb eingeführt. Später im Jahr sollen zwei weitere, deutlich größere Elektro-SUV folgen.

Lynk und Co bringt 01

Derzeit noch nicht rein elektrisch: das Kompakt-SUV 01 von Lynk & Co. Foto: Lynk

Der chinesische Hersteller Lynk & Co., der im Frühjahr den Marktstart in Deutschland plant, setzt vor allem auf ein Abo-Modell. Die Volvo-Schwestermarke ist in China seit 2017 auf dem Markt; erstes Modell ist das als Hybrid- (140 PS) und Plug-in-Hybrid (180 PS) erhältliche Kompakt-SUV 01, das sich die Technik mit dem Volvo XC40 teilt. Kostenpunkt: 35.000 Euro für den 01 Hybrid, 42.000 für den Plug-in-Hybrid oder monatlich 500 Euro, dann sind neben Fahrzeugnutzung auch Versicherung, Steuern und Wartung abgedeckt.

Abonnenten werden zudem automatisch Mitglied in einer Art Club und können ihr Auto mit anderen Clubmitgliedern teilen – und damit Geld verdienen. Ein Elektroauto ist zudem in der Planung, wie Lynk-Chef Alain Visser im Interview mit der Autogazette sagte.

Ungewöhnlich ist auch das Vertriebskonzept des chinesischen Herstellers Aiways: Das elektrische Mittelklasse-SUV U5 (204 PS) kann beim Elektronikhändler Euronics Probe gefahren und nach Auslieferung abgeholt werden. Bestellt wird es im Internet, ab 35.100 Euro. Die 63 kWh große Batterie reicht für 400 Kilometer (WLTP).

Maxus kommt mit Lieferwagen

Mit elektrisch angetriebenen Lieferwagen will die chinesische Marke Maxus den deutschen Markt erobern. Zum Start gibt es zunächst drei Modelle ab 34.990 Euro, davon zwei elektrisch angetrieben. Als weitere chinesische Hersteller haben Nio und BYD ihren Europa-Marktstart für 2021 angekündigt.

Beide wollen ihre E-Autos zuerst im europäischen Elektro-Vorzeigeland Norwegen auf den Markt bringen. Ende des Jahres plant die US-Marke Lucid den Europa-Einstieg mit dem E-Sportwagen Air. Und Hyundais Nobelableger Genesis will 2021 die Limousine G70 nach Europa bringen. (SP-X)

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