Chevrolet Orlando: Einer mit Ecken und Kanten

Attraktiver Einstiegspreis

Chevrolet Orlando: Einer mit Ecken und Kanten
Der Chevrolet Orlando zeigt sich mit Ecken und Kanten © Chevrolet

Mit dem Chevrolet Orlando ist die GM-Tochter mittlerweile auch im Segment der Familien-Vans unterwegs. Was der Sieben-Sitzer zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht mit dem 1.8 Liter-Benziner.

Von Frank Mertens

Das Segment der Familien-Vans ist beliebt. Wer mit seinen Lieben mit dem Auto in die bevorstehenden Sommerferien fahren will, braucht ein Auto mit viel Platz – und das nicht nur im Koffer- sondern auch im Innenraum. Wer nach einem solchen Fahrzeug mit hoher Variabilität verlangt, dem bieten sich eine Vielzahl von Modellen an. Sei es nun ein Mazda5, ein Renault Scenic, ein Ford Galaxy oder ein VW Touran – sie alle buhlen in einem stetig wachsendem Markt um Kundschaft. Neuerdings ist hier auch die Marke Chevrolet vertreten, die mit dem Orlando seit einigen Monaten nun auch ein entsprechendes Modell anbieten kann.

Einstiegspreis bei 18.990 Euro

Doch ist der Orlando eine ernstzunehmende Alternative zu der etablierten Konkurrenz? Auf jeden Fall! Vor allem preislich. Bei einem Einstiegspreis von 18.990 Euro für den 1.8 Liter-Benziner mit 141 PS sollte man auf jedem Fall auch beim Chevrolet-Händler vorbeischauen. Denn für diesen Preis bekommt man dann schon ein halbwegs anständig ausgestattetes Auto vor die Tür gestellt: In der Ausstattungsvariante LS enthalten sind beispielsweise elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel und ein CD-Radio.

Das Cockpit des Orlando Chevrolet

Unbedingt zu empfehlen ist eine Einparkhilfe, die es unverständlicherweise für die Einstiegsversion leider nicht optional zu bestellen gibt. Hier muss der Kunde dann zur nächst höheren Ausstattungsvariante LT greifen, die ab 20.490 Euro beginnt. Den Aufpreis sollte man jedoch bezahlen, denn die sonst entstehenden Parkrempler durch die schlechte Sicht nach hinten dürften den Halter auf Dauer deutlich teurer werden. Mit einer Länge von 4,65 Metern gehört der Orlando zudem nicht zu der Kategorie Autos, die man in der Stadt mal problemlos in eine Parklücke manövriert.

Ausreichend Kofferraumvolumen

Doch kommen wir zu den Aspekten, die bei der Kaufentscheidung für einen Familien-Van mitentscheidend ist, den Platz: Hier braucht sich der Orlando nicht verstecken. Sein Kofferraum bietet Platz für 454 Liter Gepäck, legt man die Rückbank um, sind es 852 Liter. Wer den Orlando als 7-Sitzer nutzt, seine zwei Sitze lassen sich übrigens unkompliziert im Fahrzeugboden versenken, muss sich mit 89 Liter Stauraum zufrieden geben. Die zwei Sitze in Reihe drei reichen übrigens aus, dass dort zwei Kinder durchaus bequem sitzen können.

Pfiffige Ablagemöglichkeit hinter der Mittelkonsole Chevrolet

Ansonsten bietet der Orlando im Innenraum auch Großgewachsenen ausreichend Platz, sei es nun vorne oder hinten. Hier lässt es sich ohne Verrenkungen auch längere Strecken angenehm zurücklegen. Ein Auto, das als Familien-Van konzipiert ist, muss den Mitreisenden auch ausreichend Ablageflächen bieten – auch hieran mangelt es im Orlando nicht. Pfiffig gemacht ist die Mittelkonsole. Die Abdeckung mit den Bedienknöpfen für das Radio lässt sich nämlich aufklappen, sodass sich darunter zusätzlicher Stauraum für Kleinkram auftut. Wer erstmals im Orlando Platz nimmt, sollte nicht überrascht sein, dass ihm Lenkrad oder Bedienelemente bekannt vorkommen. Als GM-Tochter bedient sich Chevrolet wie Opel aus dem gleichen Konzernregal.

Orlando bringt 1600 Kilo auf die Waage

Die Seitenlinie des Orlando Chevrolet

Doch kommen wir zu den Fahrleistungen des von uns getesteten 1.8 Liter Benziners: Sie sind nicht zu beanstanden, wenn der Fahrer des mindestens 1600 Kilo schweren Orlando von ihm keine Sportlichkeit verlangt. Denn für Jungdynamiker ist diese Motorisierung nicht gedacht, sie ist eher für alle die die richtige Wahl, die unaufgeregt von A nach B kommen wollen.

Hierfür ist der Orlando ein zuverlässiger Begleiter. Das maximale Drehmoment von 176 Nm liegt bei 3800 Touren an, entsprechend sollte man auch im unteren Drehzahlbereich vom Orlando nicht zu viel verlangen. Er braucht halt etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Das manuelle Fünfganggetriebe des Orlando arbeitet unauffällig, wenngleich man sich ab Tempo 140 einen sechsten Gang wünschen würde. Denn dann wird der Vierzylinder-Motor doch sehr laut. In akzeptablen 11,6 Sekunden erreicht der Orlando Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Und der Verbrauch? Im Mix werden 7,3 Liter (CO2-Ausstoß 172 g/km) versprochen. Bei den Testfahrten genehmigte sich der Orlando bei allerdings zurückhaltender Fahrweise 7,9 Liter.

Straffes Fahrwerk

Das Heck des Chevrolet Orlando Chevrolet

Die Fahreigenschaften des Orlando sind nicht zu beanstanden, wenngleich das Fahrwerk für einen Familien-Van doch arg strafft abgestimmt ist. Bei flotten Kurvenfahrten ist das sicher in Kombination mit den ebenso straff gepolsterten Sitzen zu begrüßen. Doch wenn man auf den teils desolaten Straßen Berlins unterwegs ist, wünscht man sich doch, dass das Fahrwerk die Stöße besser absorbiert.

Chevrolet hofft vom Orlando in diesem Jahr insgesamt 5000 Autos abzusetzen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Nach fünf Monaten konnte die GM-Tochter von ihrem neuen Familien-Van erst 1702 Autos an den Kunden bringen.

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