Chevrolet Captiva: Aufgehübscht ins Familienduell

SUV mit effizienteren Motoren

Die optische Überarbeitung des Chevrolet Captiva ist gelungen © Chevrolet

Mit dem Familien-Van Orlando hat die Modelloffensive von Chevrolet in diesem Jahr begonnen. Nun schickt die GM-Tochter Ende März den aufgehübschten SUV Captiva mit effizienteren Motoren an den Start.

Von Frank Mertens

Das Segment der Geländewagen wächst und wächst. Daran will auch Chevrolet stärker als bisher partizipieren. Dafür hat die GM-Tochter nun den Captiva einer gründlichen Modellüberarbeitung unterzogen. Auf den Markt kommen wird das neuste Modell von Chevrolet im März.

Neuer Kühlergrill

Optisch hat das Facelift dem optional als Siebensitzer und Allradler erhältlichen und fast zwei Tonnen schweren und 4,67 Meter langen SUV ausgesprochen gut getan. Der zweitgeteilte Kühlergrill ist dabei größer ausgefallen als beim Vorgängermodell und verleiht dem Captiva so in Kombination mit den schnittigeren Scheinwerfern, der neuen Motorhaube und den weit ausgestellten Radhäusern einen dynamischen Auftritt. Das Heck des Chevy ließen die Designer unangetastet.

Das Cockpit ist klar strukturiert im Chevrolet Captiva Chevrolet

Wer die ausladenden Türen des Captiva öffnet, findet einen Innenraum vor, der seinen Passagieren entweder fünf oder optional auch sieben Plätze bietet. Was Chevrolet bereits mit der Kompaktlimousine Cruze begonnen und sich mit dem Familien-Van Orlando fortgesetzt hat, setzt sich auch im Captiva fort: Der Innenraum wirkt im Captiva deutlich ansprechender. Die Zeiten, in denen man sich in einem Chevy über zu viel Plastik geärgert hat, sind endgültig vorbei. Die Materialien sehen anständig aus und fühlen sich auch so an. Die Instrumente sind intuitiv zu bedienen, das Cockpit gut ablesbar.

Schlechter Seitenhalt

Der Chevrolet Captiva bietet optional Platz für sieben Personen Chevrolet

Wenn es im Innenraum etwas gibt, was stört, dann sind es die Sitze. Sie bieten schlicht zu wenig Seitenhalt und könnten zudem für Großgewachsene eine etwas längere Sitzfläche aufweisen. Doch das war es dann auch schon. Normalgewachsene finden in der zweiten Sitzreihe auch zu Dritt ausreichend Knie- und Kopffreiheit vor. Wer sich für den Captiva mit sieben Sitzen entscheidet, der muss sich darüber im Klaren sein, dass in Reihe drei nur zwei Kinder Platz finden. Der Kofferraum bietet ausreichend Platz; bei umgeklappter dritter Sitzreihe sind es mindestens 477 Liter, genug für den Familienurlaub.

Der neue Chevrolet Captiva erhielt effizientere Motoren Chevrolet

Eine der großen Schwächen des Captiva war bisher die Motorenpalette. Dieses Problem haben die Chevrolet-Verantwortlichen erkannt und haben ihrem SUV gleich zwei neue Benzin- und zwei neue Dieselaggregate spendiert. Bei den Ottomotoren kommt ein 2,4 Liter mit 167 PS und ein 3.0 Liter mit 258 PS zum Einsatz, bei den Selbstzündern verrichten ein 2,2 Liter mit 163 beziehungsweise 184 PS die Arbeit.

Kleiner Diesel mit 350 Nm

Die Seitenlinie des Captiva von Chevrolet Chevrolet

Von uns getestet wurde der kleine Diesel mit einem maximalen Drehmoment von 350 Nm, der doch arg präsent ist und beim Beschleunigen seine Zeit braucht, um auf Touren zu kommen. Laut Leistungsblatt vergehen zwar nur 9,9 Sekunden bis Tempo 100, doch gefühlt kommt einem das deutlich länger vor. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 189 km/h erreicht. Mehr braucht man nicht, schon recht nicht in einem Geländewagen. Nicht zu beanstanden ist die manuelle Sechsgangschaltung, die einen guten Job verrichtet. Das trifft auch auf das gut abgestimmte Fahrwerk zu.

Die Lenkung im Captiva könnte indes etwas direkter ansprechen, sie verfügt über etwas zu viel Spiel. Der Verbrauch für den Captiva mit Frontantrieb wird mit 6,4 Litern angegeben, der für den Allradler mit 6,6 Litern. Mit der Realität hat das wenig zu tun, hier werden je nach Fahrweise mindestens ein Liter mehr fällig. Ein Start-Stopp-System ist bisher leider ebensowenig im Angebot wie eine Schaltpunktanzeige.

Zwar dürften nur die wenigsten Kunden mit dem Captiva jemals im Gelände unterwegs sein, doch der Rest braucht sich über schlechte Off-Road-Fähigkeiten keine Gedanken machen. Der optional erhältliche permanente Allradantrieb verrichtet auch abseits asphaltierter Straßen einen guten Eindruck, wie Testfahrten auf Eis und Schnee im verschneiten Kühtai in Österreich zeigten. Wer also Allrad braucht, der bekommt beim Captiva, was er verlangt. Der Einstiegspreis für den Captiva 2.4 in der Ausstattungsvariante LS beginnt übrigens bei 25.690 Euro, der kleine Diesel steht mit 27.390 Euro in der Preisliste.

Absatzerwartung von 3000 Einheiten

Das Heck des Chevrolet Captiva Chevrolet

Nachdem Chevrolet im zurückliegenden Jahr auf dem deutschen Markt etwas mehr als 3000 Einheiten seines SUV verkaufen konnte, rechnet Deutschland-Geschäftsführer Markus Leithe in diesem Jahr mit einer leichten Steigerung der Verkäufe. In 2010 war Chevrolet mit dem Captiva übrigens erfolgreicher unterwegs als der baugleiche Opel Antara, für den sich laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg nur 1226 Käufer entschieden. Doch auch Opel schickt in einigen Wochen seinen überarbeiteten Antara an den Start. Mal sehen, wie das Familienduell in diesem Jahr ausgeht.