Flinkster Campus mobilisiert Studenten

Carsharing-Projekt läuft erfolgreich

Carsharing setzt sich immer mehr durch
Carsharing setzt sich immer mehr durch © Deutsche Bahn

Im Mai 2012 wurde an der FH Trier von Studenten mit der Deutschen Bahn und Unterstützung von Opel das Carsharing-Projekt Flinkster Campus gegründet. Mittlerweile gibt es Flinkster an drei Universitäten.

Es begann alles im Sommersemester 2011 an der Fachhochschule Trier im Studiengang Intermedia Design mit der Veranstaltung "Carsharing 2020 – Vernetztes Teilen und mediale Individualisierung. Die Zukunft der innerstädtischen Mobilität."

Bei diesem Seminar gingen die Studenten von Professor Tom Hirt der Frage nach, wie sich die junge Generation in einer Zeit fortbewegen will, in der der Besitz eines eigenen Autos längst nicht mehr das Maß der Dinge ist. Junge Menschen, insbesondere in Großstädten, brauchen nur zeitweise ein Auto, um mal schnell zum Einkaufen oder zum Möbelkauf zu Ikea zu fahren. Aus dieser Überlegung entstand die Idee von David Lauer und Frederic Kokott zu Flinkster Campus. Umgesetzt wurde die Geschäftsidee der beiden Studierenden zusammen mit der Bahntochter DB Rent und der Unterstützung von Opel. Der Rüsselsheimer Autobauer stellt mit dem Elektroauto Ampera, dem Astra und dem Corsa drei Autos in Trier zur Verfügung.

In Trier nutzen 7500 Personen Flinkster Campus

Von den 7500 Studenten und Angestellten der Fachhochschule Trier wird das Flinkster Campus sehr gut angenommen, berichtet Tom Hirt. "Es ist eine umkomplizierte und kostengünstige Alternative, mit einem Auto mobil zu sein." So kann beispielsweise der Kleinwagen Corsa für einen Stundenpreis von einem Euro angemietet werden, hinzukommen 20 Cent pro gefahrenem Kilometer an Kraftstoffkosten. Flinkster Campus bietet auch Tagespreise (20 Euro) und einen Wochenendtarif (Freitag 12 Uhr bis Montag 9 Uhr) für 50 Euro.

Opel Corsa und ein Opel Ampera bei Flinkster Campus.
Opel Corsa und der Opel Ampera Deutsche Bahn

Wer in Trier das Elektroauto Ampera testen will, der muss dafür zwei Euro die Stunde beziehungsweise 40 Euro pro Tag oder 100 Euro am Wochenende zahlen. Beim Nutzungsverhalten schauen die Studenten natürlich aufs Geld. Entsprechend verwundert es aufgrund ihres begrenzten Budgets nicht, dass sie bei der Anmietung eines Fahrzeuges stärker auf den günstigen Corsa als auf den teureren Ampera zurückgreifen. Dennoch sei es wichtig, dass Opel auch ein Elektroauto wie den Ampera im Rahmen von Flinkster Campus anbietet. "Denn so können auch unsere Studenten Elektromobilität erleben."

Projekte zur Elektromobilität

Zugleich macht sich Hirt derzeit auch mit Kollegen aus dem Fachbereich Technik darüber Gedanken, welche gemeinsamen Projekte man im Zusammenhang mit dem Ampera im Bereich Elektromobilität anstoßen kann. In Trier ist man derzeit übrigens auf der Suche nach neuen Campus Captains, nachdem Kokott und Lauer, die diesen Job bislang ausgeübt hatten, ihren Bachelor-Abschluss gemacht werden.

Diese Campus Captains stehen bei Fragen zur Flinkster Campus und zur Anmeldung zur Verfügung. Von ihnen erhalten die Teilnehmer auch das Siegel für den Führerschein. Da das Projekt Flinkster Campus auch von den Studenten ganzheitlich gedacht wurde, gibt es auch eine App für das iPhone, iPad und das iPad Touch.

Flinkster und Opel starten ein Carsharing-Programm speziell für Studierende.
Studenten in Oestrich-Winkel an der Seite von Opel-Modellen DB

Darüber hinaus kann mit der App eine Fahrt nicht nur gebucht, reserviert oder storniert, sondern den Kommilitonen auch mitgeteilt werden, ob man gegebenenfalls eine Mitfahrgelegenheit anzubieten hat. Natürlich kann man über die App auch seine Erfahrungen mit Flinkster Campus in den sozialen Netzwerken posten. Bei den Studenten kommt das alles gut an.

Deshalb gibt es Flinkster Campus mittlerweile auch an den Unis in Furtwangen und in Oestrich-Winkel, wo Opel ebenso Autos wie den Transporter Combo zur Verfügung stellt. Und weitere Universitäten sollen folgen. Wie DB Rent auf Anfrage mitteilte, sei man mit der Anzahl der Nutzungen sehr zufrieden. Deshalb prüfe man derzeit die Ausweitung von Flinkster Campus. Für die Bahn wie auch Opel bietet Flinkster Campus eine gute Möglichkeit, ihr Angebot jungen Menschen zu vermitteln. Während ein Autobauer wie Opel potenzielle Kunden mit ihren Modellen bekannt machen kann, kann die Bahn ihre gesamte Bandbreite an Mobilitätsdienstleistungen von der Carsharing-Nutzung über die Bahnfahrt bis hin zum Radverleih präsentieren – und das bei einer Zielgruppe, die genau nach diesem Angebot verlangt. (AG/FM)