Brixton Crossfire 500: Neuzugang bei den Klassik-Twins

Brixton setzt mit der Crossfire auf klassische Optik. © Brixton

Die Gründung einer neuen Motorradmarke ist eher ungewöhnlich. Der österreichische Mischkonzern KSR hat diesen Schritt mit der Marke Brixton gewagt.

Nachdem man die Marke vor vier Jahren gegründet hatte, ist Brixton weltweit schon in 40 Ländern vertreten. Anfangs sorgten Leichtkrafträder und kleinvolumige Motorräder für einen Zugang zum Markt, jetzt streckt das Konsortium mit der Crossfire 500 seine Finger in Richtung des lukrativen hubraumgrößeren Motorradsegments aus.


Die Strategie dahinter: Die Modelle werden bei Markenbesitzer KSR in Krems an der Donau entworfen, zusammen mit spezialisierten Partnern – unter anderem der Designschmiede Kiska – entwickelt und getestet, anschließend in China kostengünstig produziert.

Neuer Reihenzweizylinder im Einsatz

Beim neuen Vorzeigemodell der Marke, der Crossfire, setzen die Macher auf das gleiche Rezept, das bei den kleineren Modellen schon funktioniert hat: Die Brixton kommt mit klassischer Optik, aber modern interpretiert. Zur traditionellen Aufmachung gehören formschöne Kreuzspeichenräder genauso wie ein Rundscheinwerfer, die durchgehende Sitzbank und der aufsteigende Schalldämpfer. Die zeitgenössische Seite steuern der gestreckte Tank mit X-förmigen Kanten, das überm Hinterrad schwebende Kennzeichen sowie eine Upside-Down-Gabel und das moderne LCD-Rundinstrument bei.

Die Brixton verfügt über ein Digitaldisplay. Foto: RKM/SP-X

Wichtigstes Element der Crossfire ist indes ein zusammen mit dem chinesischen Motorenlieferanten neu entwickelter Reihenzweizylinder mit 486 Kubikzentimeter Hubraum, acht Ventilen und zwei obenliegenden Nockenwellen, selbstverständlich tauglich für die Euro-5-Norm. Das flüssigkeitsgekühlte Aggregat nutzt die Vorgaben des A2-Führerscheins komplett aus bei maximal 48 PS Leistung und einem Drehmoment von 43 Newtonmeter. Das reicht dem unverkleideten Klassiker für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Entspannte Sitzposition

Ungeachtet der sportlichen Attitüde und des langen Tanks bietet die Crossfire ihrem Piloten oder der Pilotin ein sehr entspanntes Plätzchen. Mit aufrechtem Oberkörper greift es sich lässig an den relativ hohen, angenehm breiten Lenker, die tief angebrachten Fußrasten sorgen für große Kniewinkel. Auf Dauer ist die Polsterung der Sitzauflage etwas zu dünn, der Platz zu zweit zu knapp. Doch dem durchschnittsgroßen Solofahrer bietet die Crossfire ein aktives Miteinander ohne Platzprobleme.

Ein Druck aufs Starterknöpfchen belebt den Twin und lässt ihn angenehm sonor, aber dezent aus der rechtsseitigen Edelstahlauspuffanlage knurren. Schnell und dank leichtgängiger Kupplung mühelos sind die sechs Gänge durchgesteppt, was durchaus exakter geschehen könnte. Dabei kann der flüssigkeitsgekühlte Motor zeigen, was er drauf hat: Exakt werden am Gasgriff vorgenommene Vortriebsanforderungen umgesetzt für ein klassenübliches Beschleunigungsvermögen, bei dem der Pilot sich den Wind um die Nase wehen lassen kann. Einziger Kritikpunkt ist das leichte Ruckeln, dass bei sich bei gleichmäßiger Fahrt einstellt.

Motorradfahren pur

Die Crossfire 500 bietet ein gutes Handling. Foto: RKM/SP-X

Der Verzicht auf sämtliche elektronische Spielereien wie Fahrmodi, Traktionskontrolle oder semiaktive Fahrwerkseinstellungen vermittelt Motorradfahren pur. Im Kurvenrevier agiert das 190 Kilo leichte Motorrad präzise und lässt sich leichtfüßig von einer in die andere Schräglage überreden, die aufgezogenen Pirelli Angel ST bescheren ein neutrales Fahrverhalten unter allen Bedingungen und ausreichenden Grip. Die Telegabel wie das Federbein stammt von KYB aus Japan, beide vermitteln einen soliden Fahrkomfort bei mehr als ausreichender Stabilität. Die 32er-Einzelscheibe im Vorderrad hat keine Mühe, die Dynamik im Zaum zu halten – mit einsteigertauglich zahmer Wirkung unter entsprechend viel Krafteinsatz.

Kritisch beäugt zeigen die montierten Komponenten wie die chinesische Verarbeitung keinerlei Auffälligkeiten. Signalstarke Beigaben sind der hinterleuchtete Schriftzug und der LED-Tagfahrlichtring im LED-Rundscheinwerfer, das moderne LCD-Rundinstrument enthält sämtliche relevanten Infos sowie eine Ganganzeige. Alles zusammen macht den Preis knapp unter 6000 Euro ziemlich attraktiv für den mit einer kräftigen Prise Eigenständigkeit gewürzten Neuzugang bei den Klassik-Twins. (SP-X)

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