Opel Hydrogen4: Emissionsfrei im «Gelben Engel» des ADAC

Unterwegs im Brennstoffzellenauto

Opel Hydrogen4: Emissionsfrei im «Gelben Engel» des ADAC
Michael Herzfeld vor seinem Brennstoffzellen-Fahrzeug © ADAC

Michael Herzfeld fährt seit über zwei Jahren für den ADAC mit einem Brennstoffzellen-betriebenen Pannenhilfefahrzeug umher. Das Fahren ist astrein, sagt Herzfeld der Autogazette. Allerdings gibt es dabei noch viele Hürden, die eine Serienfertigung verhindern.

Von Thomas Flehmer

Die ersten Elektroautos kommen derzeit in kleinen Stückzahlen auf die Straßen, doch die Hersteller sind schon weiter. Seit über zwei Jahren ist für den ADAC Berlin-Brandenburg ein Chevrolet Equinox als "Gelber Engel" unterwegs. Das Besondere an dem Modell von General Motors ist der Brennstoffzellen-Antrieb. "Das Fahrzeug läuft, egal, ob es heiß oder sehr kalt ist", sagt Frank Buchholz, ADAC-Regionalleiter Pannenhilfe Ost der Autogazette, "und es gibt dabei nicht mehr Ausfälle als bei einem anderen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor."

Erst tanken, dann starten

Insgesamt 100 Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb hat GM weltweit in einem Feldversuch ins Rennen geschickt. 80 Fahrzeuge in den USA, zehn in Asien und zehn in Europa, alle zehn wurden in Berlin ansässigen Unternehmen zur Verfügung gestellt. "Es ist ein astreines Fahren, auch vom Geräuschpegel und der Leistung. Eine schöne Sache", sagt Michael Herzfeld, der seit Februar 2009 den Equinox mit Opel-Logo als so genannten Hydrogen4 durch die Straßen Berlins kutschiert.

Allerdings leidet der 57 Jahre alte Pannenhelfer an den bekannten Problemen, der fehlenden Infrastruktur. "Es würde mehr Spaß machen, wenn das Tankstellennetz ausgebaut werden würde." So muss sich der Spandauer vor Dienstbeginn zuerst immer zur nahe gelegenen Heerstraße begeben, da dort bis vor kurzem die einzige Möglichkeit bestand, neuen Wasserstoff zu tanken.

"Kinderkrankheiten" an der Zapfsäule

Das Tanken dauert rund drei Minuten dpa

Und bei dem rund drei Minuten dauernden Tankvorgang stößt Herzfeld auf die größten Probleme. Denn dort wird nicht nur Wasserstoff nachgefüllt, "sondern durch ein Infrarotsystem Daten von der Tanksäule zu den Spezialisten von Opel übertragen, die diese Daten dann auswerten", sagt Buchholz. Doch dann und wann versagt das System und ist "bisher noch nicht ausreichend in den Griff bekommen worden", so Buchholz über die "Kinderkrankheiten".

Ansonsten kann Herzfeld seinen Dienst ohne Probleme ausüben. Vor der Übergabe wurde der Chevrolet in mühevoller Kleinarbeit auf die Bedürfnisse der Pannenhilfe umgestellt. Nicht nur Sitze mussten rausgenommen erden, um den Brennstoffzellen-Engel in eine mobile Werkstatt zu verwandeln. Seitdem fährt Herzfeld von Fall zu Fall und hat dafür ein Tankvolumen für eine Reichweite von 300 Kilometern zur Verfügung. Doch auch beim Reparieren der liegengebliebenen Fahrzeuge benötigt Herzfeld Strom, sodass die Reichweite auf rund die Hälfte schmilzt und das Betätigungsfeld des Pannenhelfers auf Berlin beschränkt bleibt. Denn die Tankstelle soll ja auch erreicht werden, was bisher auch immer gelang. Nur einmal wurde Herzfeld "doch ein bisschen warm", als sich der Inhalt zur Neige bog.

Fehlende Infrastruktur als Knackpunkt

Und das ist es, was sowohl Herzfeld als auch Buchholz an der Brennstoffzelle stört: das fehlende Tankstellennetz. "Wenn bei einer Serienfertigung die Technik dann weiter so funktionieren würde, wäre es kein Problem, weitere solche Fahrzeuge einzusetzen", sagt der 62 Jahre alte Regionalleiter. so aber seien solche Fahrzeuge außerhalb von Berlins nicht für die Pannenhilfe einsetzbar.

Herzfeld geht sogar noch einen Schritt weiter. Er wäre nicht abgeneigt, auch privat emissionsfrei unterwegs zu sein. Doch sei ein Preis von acht Euro pro Kilo Wasserstoff zu hoch. "Für den Urlaub in Italien sähe es dann schlecht aus." Die Reichweite stellt dabei kein Problem dar, sondern halt die fehlende Infrastruktur und die noch teuren Preise für den alternativen Kraftstoff.

Keine Beiträge vorhanden