Brammo Empulse wird 5600 Euro günstiger

Elektro-Motorräder pushen

Die Brammo Empulse fährt emissionsfrei.
Die Brammo Empulse fährt emissionsfrei. © Brammo

Das Elektro-Motorrad Brammo Empulse wird um 5600 Euro günstiger. Damit will der US-Hersteller den Markt für E-Bikes anschieben – und übt Kritik an der Politik.

Der Markt für Elektro-Motorräder führt ein Schattendasein. Doch das soll sich ändern. Mit einem deutlichen Preisnachlass will der US-Hersteller Brammo den Absatz seiner Elektro-Bikes deutlich ankurbeln. Deshalb subventioniert Brammo den Kauf der Empulse noch bis Ende Oktober mit 5600 Euro, wie der Hersteller jetzt mitteilte. In diese zeitlich befristete Aktion investiert Brammo drei Millionen US-Dollar (2,27 Millionen Euro), wie Europachef Hans Eder am Montag der Autogazette sagte.

Brammo Empulse kostet 9513 Euro

Das Highend-Elektromotorrad der US-Amerikaner kostet damit nur noch 9.513 Euro. Für das Top-Modell Empulse R verlangt Brammo im Rahmen dieses Aktionsangebotes nur noch 11.893 Euro statt der bisherigen 17.493 Euro. Die Empulse R ist nach Herstellerangaben das bisher schnellste in Serie gefertigte Serien-Motorrad mit E-Antrieb. Es verfügt über eine Leistung von 54 PS und ein maximales Drehmoment von 90 Nm. Das E-Bike beschleunigt in vier Sekunden auf von 0 auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h erreicht.

Brammo will mit dieser Rabattaktion nach eigenen Angaben die nötigen Impulse setzen, „um den europäischen Markt nachhaltig für High-End-Elektromotorräder zu ebnen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Bislang würden die Kunden trotz eines starken Interesses an Elektro-Motorrädern noch von einem zu hohen Preis vom Kauf einer solchen Maschine abgehalten.

Die Europa-Zentrale von Brammo reagiert mit dieser Rabattaktion auch auf die verspätete Lieferung der Maschinen durch den Mutterkonzern. Statt wie ursprünglich geplant zur Beginn der Motorradsaison im April standen den europaweit fast 50 Händlern die Maschinen erst im August zur Verfügung. Für Motorradfahrer ein sehr später Zeitpunkt. Denn für das Gros der Biker endet die Saison Ende Oktober. "Mit dieser zeitlich befristeten Aktion wollen wir Kaufinteressenten die Entscheidung erleichtern, sich noch in diesem Jahr für eine Brammo zu entscheiden", so Eder. Seit der Verfügbarkeit der Empulse hätten sich europaweit bislang bereits 33 Kunden für ein E-Bike der US-Amerikaner entschieden, so Eder. In diesem Jahr hofft Eder mit einem Absatz von 200 Maschinen.

Elektro-Motorräder vernachlässigt

Kritisch äußerte sich der US-Autobauer zu dem vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Gesetzentwurf eines E-Mobilitätsgesetzes, bei dem das elektrisch betriebene Motorrad nahezu komplett vernachlässigt würde. „Gerade das elektrisch betriebene Motorrad ist prädestiniert, die Mobilitätsprobleme der Gegenwart und Zukunft zu lösen. Und das nicht nur in den Ballungsgebieten“, sagte Eder.

Der Hersteller verweist darauf, dass europaweit der Kauf von E-Autos durchschnittlich mit einer Prämie von 5000 Euro unterstützt würde, doch in Deutschland sei dies nicht der Fall. Deshalb nehme der Hersteller es mit dieser Rabattaktion selbst in die Hand, was von der Politik versäumt wurde. Bislang werden die Motorräder von Brammo vor allem von Fahrradhändlern vertrieben. "Doch unser Ziel ist es, stärker mit klassischen Motorradhändlern zusammen zu arbeiten", so Eder. (AG/FM)