Gebrauchter BMW X5: Sünden der Vergangenheit

Lediglich Batterieprobleme

Der neue BMW X5 neu-297599 ©

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt leiden große SUV an ihrem spritfressenden Stigma. Dabei weist der BMW X5 sonst keine Mängel auf.

Das Segment der SUV boomt, doch große Geländewagen wie der BMW X5 sind trotzdem auf dem absteigenden Ast. In der Zulassungsstatistik werden sie immer weiter nach unten durchgereicht, während ihre Kinder, die kompakten und kleinen SUV, immer beliebter werden. Doch in der ADAC-Pannenstatistik steht der X5 nach wie vor gut da. Mit Blick auf die Zahlen stellt der Münchener Club fest: «Außer Batterieproblemen gibt es keine Mängelschwerpunkte.»

BMW X5 mit Kinderkrankheiten

Das heißt natürlich nicht, dass ansonsten keine Probleme bei dem Allradler dokumentiert wären. Vor allem Modelle aus den Anfangsjahren von 1999 bis 2002 mussten sich mit gelockerten Lenkgetrieben oder nicht ganz fest sitzenden Bremspedalen herumschlagen. Bei den Dieselexemplaren erwähnt der ADAC vereinzelte Defekte an Turboladern und Einspritzpumpen. Etwas getrübt wird das Bild auch bei der Hauptuntersuchung. Dort haben die Prüfer laut «TÜV Report 2012» nicht selten verschlissene Vorderachsen und teils heftigen Ölverlust festgestellt.

Der BMW X5 wurde 1999 auf der Automesse in Detroit vorgestellt und kam 2000 in Deutschland auf den Markt. In den folgenden Modelljahren wurde die Motorenpalette erweitert. 2003 gab es das erste Facelift, bei dem die Front, die Heckleuchten sowie Motoren überarbeitet wurden. Der Nachfolger, optional als Siebensitzer konzipiert, löste Anfang 2007 in Deutschland den ersten X5 ab - unter anderem mit neuen Assistenzsystemen an Bord. Gefertigt wird der X5 im BMW-Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina.

Kräftige Motorenpalette des BMW X5

Bei den Antrieben des X5 steht Kraft im Vordergrund - was bei einem mehr als zwei Tonnen Auto auch kein Wunder ist. Schwächster Vertreter ist mit 135 kW/184 PS ein Diesel der ersten Generation. Ansonsten leisten die Selbstzünder je nach Baujahr bis zu 280 kW/380 PS. Die Leistungsspitze markiert der X5 als M-Modell mit 408 kW/555 PS. Bei den Benzinern geht es mit 170 kW/231 PS los. Während bei den Dieseln ausschließlich Reihensechszylinder für Vortrieb sorgen, arbeiten bei den Benzinern daneben auch V8-Aggregate unter der Haube.

Als Gebrauchter kostet das Münchener SUV laut Schwacke-Liste, die Fahrzeuge ab 2001 berücksichtigt, ab etwa 10.150 Euro. Dafür sollte ein elf Jahre alter 3.0 d mit 135 kW/184 PS aufzutreiben sein, der im Durchschnitt 189.000 Kilometer auf dem Tacho hat. Wer nach einem jüngeren und kräftigeren Selbstzünder Ausschau hält, sollte im Falle eines X5 xDrive 35d mit 210 kW/286 PS von 2010 um die 43.250 Euro einkalkulieren - bei einer Laufleistung von 48.300 Kilometern. Der Benziner X5 xDrive 30i mit 200 kW/272 PS von 2009 wird mit 31.800 Euro und 49.200 Kilometern gelistet. Das M-Modell wurde erstmals 2009 als Neuwagen angeboten, ein Gebrauchtexemplar sollte heute etwa 54.900 Euro kosten und ebenfalls etwas mehr als 49.000 Kilometer hinter sich haben. (dpa/tmn)