BMW X5: Ölverlust bei allen Generationen

SUV mit hoher Pannensicherheit

Ein BMW X5 der zweiten Generation
Ein BMW X5 der zweiten Generation © BMW

Beim Gebrauchtkauf eines BMW X5 sollte immer auch ein Kanister Öl enthalten sein. Der von den Münchnern als „Boss“ titulierte Geländewagen ist nicht frei von Mängeln, erhält aber auch im erhöhten Alter das nicht gerade niedrige Preisniveau.

Der X5 war BMWs erster Versuch in Sachen SUV, obwohl man das Modell in München lieber als Geländewagen tituliert. Zu Anfang allerdings zu unrecht: Zumindest der ersten Generation mangelte es an Bodenfreiheit, auch eine Getriebeuntersetzung gab es nicht.

Aber das Modell eignet sich aufgrund seiner Agilität ohnehin eher als aufgebockte Fahrmaschine. Nur ganz mängelfrei ist selbst die aktuelle Auflage nicht.

Sehr hohe Mängelquote beim Ölverlust des BMW X5

«Was tropft denn da?» - schon in der Überschrift des Modell-Kapitels weist der «TÜV Report 2016» auf die Hauptschwäche des X5 hin. Denn Ölverlust ist ein echtes Thema des SUVs: Über alle Generationen und Jahrgänge liege die Mängelquote bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) über dem Durchschnitt aller getesteten Fahrzeuge, teils sei sie um 100 Prozent erhöht. Alte Modelle haben mittlerweile zudem überdurchschnittlich oft Probleme mit der Achsaufhängung und den Antriebswellen. Beim aktuellen Modell sind es vor allem Federn und Dämpfer, die recht häufig negativ auffallen.

Dennoch attestiert der ADAC dem großen SUV eine hohe Pannensicherheit und nur wenige Pannenschwerpunkte. Dazu zählen defekte Wegfahrsperren bei den Baujahren 2006 bis 2009, elektrische Fehler im Motormanagement und kaputte Turbolader bei 3,0-Liter-Diesel (beides bis 2007). Über die gesamte Bauzeit war das Modell von sechs Rückrufen betroffen. Ende 2015 war - wie bei vielen Autos anderen Hersteller zuvor - ein fehlerhaftes Fahrer-Airbagmodul des Herstellers Takata der Grund. Die zahlenmäßig größte Aktion fand 2012 statt, als an 49.000 X5 der Bauzeit Juni 2006 bis September 2012 wegen möglichen Ausfalls der Lenkunterstützung nachgebessert werden musste.

BMW X5 mittlerweile auch mit Plugin-Hybrid-Antrieb

Das Kapitel SUV schlug BMW 1999 auf der Autoshow in Detroit auf, als man den X5 erstmals einem Messepublikum vorstellte. Damit setzte der Hersteller vergleichsweise früh eine Duftmarke in Sachen SUV. BMW war früher dran als VW mit dem Touareg, aber später als die zwei Jahre zuvor eingeführte M-Klasse von Mercedes. Auf den deutschen Markt kam das in den USA gebaute Auto (E53) im Folgejahr. 2006 debütierte Auflage Nummer zwei (E70), die 2010 ihre Modellpflege erhielt. Sie brachte ein aufgefrischtes Äußeres, acht statt sechs Gänge für die Automatik und neue Motoren. Seit 2013 ist die aktuelle, dritte Generation bei den Händlern (F15), die schon das breite BMW-Spektrum an Assistenzsystemen abbildet.

Zwei Tonnen Leergewicht fordern Kraft. Und BMW liefert sie mit entsprechenden Motoren. Die Spanne reicht von Reihenvierzylindern bis zum V8. Mittlerweile ist in Form des 180 kW/245 PS starken X5 xDrive40e auch ein Plug-in-Hybrid im Angebot, den es in den Vorgängergenerationen noch nicht gab. Die durch die Bank weg durchzugsstarken Diesel leisten je nach Modellgeneration und Ausführung von 135 kW/184 PS bis 280 kW/381 PS. Bei den Benzinern erstreckt sich die Spanne von 170 kW/231 PS bis 423 kW/575 PS im seit 2014 angebotenen X5 M.

BMW X5 auch gebraucht kein Schnäppchen

Wer auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine ältere M-Version sucht, muss für ein Auto von 2009 noch 33.000 Euro einplanen. Diesen Richtwert nennt die Schwacke-Liste für den entsprechend alten X5 M mit 408 kW/555 PS und geht dabei von einer Laufleistung von 100.800 Kilometern aus.

Mit noch 28.000 Euro ist der X5 sDrive40d mit 225 kW/306 PS von 2010 vermerkt (128.400 Kilometer). Günstiger ist der 3.0 i von 2004, der aus dem leisen Reihensechszylinder 170 kW/231 PS zieht und je nach Ausstattung um die 8400 Euro kosten dürfte - bei einem durchschnittlichen Zählerstand von 160.800 Kilometern. (dpa/tmn)