BMW und PSA besiegeln Hybrid-Kooperation

Gemeinsame Entwicklung und Produktion

Produktion im BMW-Wer Spartanburg. © dpa

Durch eine Kooperation streben BMW und PSA Peugeot Citroen eine europäische Marktführerschaft an. Ab 2014 sollen die Fahrzeuge der beiden Autohersteller mit neuen Hybridmotoren ausgestattet werden.

BMW und der französische Autokonzern PSA Peugeot-Citroën vertiefen ihre Zusammenarbeit: Sie wollen gemeinsam Teile für Hybridfahrzeuge entwickeln und bauen. Dafür gründen beide Unternehmen ein Gemeinschaftsunternehmen, wie BMW und PSA am Mittwoch mitteilten. Die Konzernchefs Norbert Reithofer und Philippe Varin unterzeichneten am Dienstag die entsprechenden Verträge und brachten damit das schon im Oktober angekündigte Vorhaben unter Dach und Fach. Nun müssen noch die Kartellbehörden zustimmen.

Kostenteilung und Kräftebündelung

Mit der Kooperation wollen beide Hersteller vor allem Geld bei der teuren Entwicklung und Produktion der Bauteile sparen. "BMW und Peugeot-Citroën sind gegenwärtig nicht gerade als Vorreiter der Hybridtechnologie zu bezeichnen", schreibt NordLB-Analyst und Autoexperte Frank Schwope in einer ersten Reaktion. Die Zusammenarbeit eröffne aber die Möglichkeit, Kräfte zu bündeln und gleichzeitig Kosten zu teilen. Gerade BMW sei wegen seiner vergleichsweise geringen Größe künftig verstärkt auf solche Allianzen angewiesen.

Das Gemeinschaftsunternehmen soll unter anderem Hochvoltspeicher, E-Motoren oder Generatoren entwickeln und produzieren. Über finanzielle Details des Deals machten die Firmen keine Angaben. Das Unternehmen soll seine Arbeit im zweiten Quartal 2011 beginnen, von 2014 an sollen dann BMW- und PSA-Fahrzeuge mit den Teilen ausgestattet werden. Die Firma könne ihre Produkte später auch an andere Unternehmen verkaufen.

Jahrelange Zusammenarbeit

"Dieses Gemeinschaftsprojekt ermöglicht uns umfassende Kostenvorteile im Bereich der Elektrifizierung und stellt einen wichtigen Schritt in Richtung auf eine nachhaltige Mobilität dar", sagte BMW-Chef Reithofer. Das Joint Venture soll unter dem Namen BMW Peugeot Citroën Electrification firmieren und gehört zu gleichen Teilen den Franzosen und den Münchnern.

"Wir sind sicher, dass wir durch dieses Joint Venture unser Know-how weiterentwickeln und ausbauen werden und einen europäischen Marktführer auf dem Gebiet der Hybrid-Innovationen erschaffen werden", sagte PSA-Chef Varin. BMW und PSA arbeiten seit Jahren bei Motoren eng zusammen. Seit 2006 haben sie gemeinsam mehr als 1,8 Millionen Motoren gebaut, die unter anderem bei der BMW-Marke Mini und bei Peugeot und Citroën eingebaut werden. (dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.