BMW Motorrad peilt Absatz von 200.000 Einheiten an

Bis Ende des Jahrzehnts

Die BMW R nineT übertrifft die Erwartungen
Die BMW R nineT übertrifft die Erwartungen © BMW

Bereits einen Monat vor Ablauf des Jahres hat BMW Motorrad den Rekordabsatz des Vorjahres übertroffen. Bis Ende des Jahrzehnts plant man mit 200.00 Einheiten.

Von Frank Mertens

BMW Motorrad eilt von Rekord zu Rekord. Bereits nach elf Monaten haben die Münchner mit 116.000 verkauften Einheiten mehr Motorräder und Scooter abgesetzt als im Rekordjahr 2013. Im Vorjahr lag der Absatz bei 115.215 Bikes. Damit liegt der Zuwachs von Januar bis November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei rund 7 Prozent. "Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr wohl mit 123.000 Einheiten beenden werden", sagte Nikolaus Bauer, Leiter Baureihen bei BMW Motorrad, am Rande der Vorstellung des neuen Roadsters R 1200 R im spanischen Benidorm der Autogazette. Das Wachstum der Münchner soll sich auch in den kommenden Jahren mit hohen Zuwachsraten fortsetzen, wie Bauer betonte. "Bei uns geht es jetzt Schlag auf Schlag."

So bringt BMW Motorrad in den kommenden Monaten gleich fünf neue Modelle wie die S 1000 RR, die S 1200 RS, die R 1200 R und die gerade auf der internationalen Motorradmesse EICMA in Mailand vorgestellten F 800 R und die 100 XR auf den Markt bringen. Die Wachstumsstrategie "Fit for 2" sieht vor, dass BMW Motorrad jedes Jahr zehn neue Modelle beziehungsweise Modellüberarbeitungen inklusive Modifikationen auf den Markt bringt. Mit dieser hohen Taktrate soll bis Ende des Jahrzehnts der Absatz auf 200.000 Einheiten nahezu verdoppelt werden. "Dieses Ziel wollen wir um das Jahr 2020 erreichen. Der Kunde wird darüber entscheiden, ob uns das vielleicht auch schon ein Jahr früher gelingt", betonte der Manager.

Einstieg in untere Hubraumklassen

Auf dem Weg zur Verdoppelung des Absatzes plant BMW dabei auch den Einstieg in Hubraumklassen unterhalb der 500 ccm. Das geschieht auch deshalb, weil man in aufstrebenden Märkten wie Asien und Südamerikas stärker Fuß fassen will. Derzeit ist der Scooter C 600 Sport das kleinste Angebot im Portfolio. "Wir sind derzeit ohne Frage mit unseren Modellen gut aufgestellt. Doch wir sehen da nicht nur nach oben, sondern auch nach unten Platz für neue Produkte." Mit Blick auf ein Modell mit weniger Hubraum soll es vielleicht schon im kommenden Jahr ein entsprechendes Angebot geben.

Die BMW R 1200 RS kommt im Frühjahr auf den Markt.
Die neue R 1200 RS BMW

BMW Motorrad will die Strahlkraft der Marke damit weiter erhöhen und vor allem auch jüngere Kunden ansprechen, die man für sein qualitatives Wachstum brauche. Dazu hat die Motorradsparte der Bayern auch seinen Markenauftritt überarbeitet und setzt in der Kundenansprache verstärkt auf Emotionalität. Begleitet wird dieser Markenauftritt durch die Kampagne "Make Life a Ride!". Wo BMW derzeit den Fokus in der Kundenansprache insbesondere auf die Technologie setzte, soll es zukünftig dabei lifestyliger zugehen.

Wie Bauer betonte, spüre die gesamte Motorradbranche derzeit ein Anziehen der Märkte, insbesondere auch in Südeuropa. In Ländern wie Italien, Spanien und Frankreich waren insbesondere die Scooter-Verkäufe deutlich zurückgegangen. Ein Umstand, den auch BMW gemerkt hat. Derzeit liegt der Scooter-Absatz bei rund 8000 Einheiten. "Insgesamt ist der Scooter-Markt um die elf Prozent eingebrochen", so Bauer.

R nineT übertrifft alle Erwartungen

Mit der BMW C Evolution geht es emissionsfrei durch die Stadt.
Der Elektro-Scooter C Evolution BMW

Doch hier zeichnet sich Licht am Ende des Tunnels ab - und was bei den Scootern verloren wurde, konnte die R nineT teilweise auffangen. Nachdem BMW bereits zweimal die Produktionskapazitäten für seinen Roadster erhöhen musste, dürfte die R nineT in diesem Jahr auf einen Absatz von 9000 Einheiten kommen. Damit ist sie hinter der R 1200 GS, der R 1200 GS Adventure und der R 1200 RT das viertstärkste Modell der Münchner. "Die Kunden lieben das coole Design, halt den Retro-Look und die Sachlichkeit der R nineT. Es ist ein Motorrad, mit dem man entspannte Ausfahrten unternehmen kann und auf der man sich auch einmal überholen lassen kann."

Und wie kommt der Elektro-Scooter C Evolution beim Kunden an? Er wird sich in diesem Jahr wohl rund 1000 Mal verkaufen. "Damit sind wir sehr zufrieden. Das Konzept kommt beim Kunden hervorragend an." Dass die Evolution kein Volumenmodell wird, war bereits vor Marktstart klar. Dafür ist die Zielgruppe für diesen 15.000 Euro teuren E-Scooter einfach zu spitz. "Mit der Evolution schließen wir einen Vertrag auf die Zukunft. Wir haben damit im Markt mit diesem Modell ein Alleinstellungsmerkmal."