Autoexperte Dudenhöffer fordert City-Maut

Attraktiver Preis für BMW i3 begrüßt

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer © dpa

Ferdinand Dudenhöffer hat den Verkaufspreis für den BMW i3 begrüßt. Das sei ein toller Preis, der die Nachfrage nach Elektroautos steigern werde. Ein Volumenmodell werde aber auch der i3 nicht werden.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat den Preis von 34.950 Euro für das Elektroauto BMW i3 als wichtiges Signal für die Elektromobilität bezeichnet. „Das ist im Vergleich zur Konkurrenz ein toller Preis. Er wird dabei helfen, die Nachfrage nach Elektroautos zu steigern“, sagte Dudenhöffer am Montag der Autogazette. „BMW hat hier sehr schmal kalkuliert. Dieser Preis zeigt, dass BMW nicht darauf aus ist, mit dem i3 viel Geld zu verdienen, sondern das Auto erfolgreich am Markt zu positionieren.“

Der Leiter des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen warnte trotz dieses Kampfpreises vor zu hohen Erwartungen. „Rund 35.000 Euro bleiben weiter viel Geld. Entsprechend wird auch der BMW i3 kein Volumenmodell werden. Ich rechne für Deutschland mit einem jährlichen Absatz von 3000 bis 4000 Einheiten.“

Wichtiger Vertriebskanal Internet

Dass Elektroautos in Deutschland nach wie vor nur eine Randerscheinung darstellen, führt Dudenhöffer unter anderem auf die nach wie vor unzureichende Infrastruktur und fehlende Anreizsysteme zurück. „Die deutsche Regierung träumt nach wie vor von einer Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 in Deutschland. Das ist eine Lachnummer“, kritisierte Dudenhöffer. Von diesem Ziel sei man Lichtjahre entfernt, fügte der Autoexperte hinzu.

Wer wirklich etwas für den Durchbruch der E-Mobilität tun wolle, der müsse endlich Anreizsysteme schaffen. „Wir brauchen eine City-Maut wie in London. Wer hier mit einem Elektroauto in die Stadt fährt, ist von der Zahlung der Gebühr befreit. Das wäre nicht nur ein Anreiz für Fahrer eines Elektroautos, sondern würde auch die Luft in den Innenstädte sauberer machen, wenn es entsprechende Zufahrtbeschränkungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor geben würde.“

Dass BMW den i3 auch über das Internet vertreiben will, wird von Dudenhöffer begrüßt. „Der Vertrieb in der Autoindustrie ist im 19. Jahrhundert stehen geblieben. Von daher ist es positiv, dass BMW endlich diesen wichtigen Vertriebskanal für sich entdeckt. Es bleibt zu hoffen, dass andere Hersteller hier ihre rückständigen Ansichten bald korrigieren“, so Dudenhöffer. (AG/FM)