BMW bleibt bei der Brennstoffzelle zögerlich

Auf der IAA hat BMW die Studie eines Brennstoffzellen-X5 gezeigt. © BMW

BMW arbeitet nach wie vor an einem Brennstoffzellenauto. So wird es eine Variante des SUVs X5 mit diesem Antrieb im Jahr 2022 geben, aber nur in einer Kleinserie.

Zwar sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, dass der Wasserstoffantrieb langfristig eine vierte Säule im Antriebsportfolio des Autobauers werden könne. Hier böte sich vor allem das obere Ende der X-Familie an, so der Manager.


Doch kurzfristig wird BMW aufgrund der bisherigen Rahmenbedingungen kein Brennstoffzellenauto als Serienfahrzeug anbieten. „Aus unserer Sicht muss Wasserstoff als Energieträger zunächst in hinreichenden Mengen mit grünem Strom und zu wettbewerbsfähigen Preisen produziert werden“, sagte Fröhlich. „Wasserstoff wird dann vor allem in Anwendungen eingesetzt werden, die nicht direkt elektrifizierbar sind, also etwa im Schwerlastverkehr auf der Langstrecke“, fügte der Manager hinzu.

Herstellungskosten weiter senken

Dennoch würde BMW die Entwicklung bei der Brennstoffzellentechnologie fortsetzen. Diese Zeit würde man nutzen, um die Herstellungskosten des Antriebssystems signifikant zu reduzieren, heißt es in einer Pressemitteilung des Herstellers vom Montag. Frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehntes werde es – so die Rahmenbedingungen und Marktanforderungen es bis dahin zulassen – ein Fahrzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie geben.

Klaus Fröhlich verantwortet bei BMW die Entwicklung. Foto: Markus Altmann

Bis dahin müssen sich die Kunden mit Fahrzeugen in Kleinserie zufrieden geben. So werden die Münchner 2022 auf Basis des BMW X5 ein Fahrzeug mit dieser Technologie in Kleinserie anbieten. Der Elektroantrieb des iHydrogen Next wird dann eine Systemleistung von 374 PS aufweisen. Die für den Betrieb nötige elektrische Energie wird von einer 170 PS starken Wasserstoff-Brennstoffzelle an Bord produziert. Im Fahrzeug selbst sind zwei zwei 700-Bar-Drucktanks untergebracht, die insgesamt sechs Kilogramm des Gases fassen. Zur Reichweite des „iHydrogen“-Modells macht BMW keine Angaben. Der Tankvorgang dauert dabei „drei bis vier Minuten“, wie Jürgen Guldner sagte, Leiter der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. BMW kooperiert seit 2013 mit Toyota bei der Brennstoffzellentechnologie.

Bislang setzt BMW bei der Elektromobilität vor allem auf batterieelektrische Modelle wie den Kleinwagen i3 und das kommende SUV iX3. Bis 2023 will der Autobauer 25 elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen, darunter zwölf reine E-Autos.
Im Gegensatz zu BMW haben Hyundai mit dem Nexo und Toyota mit dem Mirai bereits Brennstoffzellenfahrzeuge als Serienfahrzeug im Angebot.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie Ihren Namen ein