BMW stärkt Position bei Fahrzeug-Flotten

Zukauf von ING-Tochter

Der BMW 5er Touring ist ein beliebter Dienstwagen © BMW

BMW trägt dem Trend Rechnung. Der Münchner Autohersteller hat mit einem Schlag den Fahrzeugbestand seiner Leasingtochter Alphabet verdoppelt.

Der Autokonzern BMW baut sein Geschäft im wachsenden Markt mit Fahrzeug-Flotten deutlich aus. BMW kauft dazu für 637 Millionen Euro die Autoleasing-Sparte der niederländischen Bank ING, wie die Unternehmen am Freitag in München und Amsterdam mitteilten. Die Zahl der Fahrzeuge im Bestand der BMW-Leasingtochter Alphabet steigt dadurch um mehr als das Doppelte auf insgesamt 440.000 Wagen.

Firmen bestellen wieder mehr Dienstwagen

BMW stärkt damit die europäische Marktposition in diesem Segment erheblich. Vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden dürfte der Zukauf im vierten Quartal 2011 erfolgen. Die ING-Tochter ING Car Leasing habe derzeit 240.000 Fahrzeuge, die BMW-Tochter Alphabet rund 200.000 Fahrzeuge. Die Zahl der Leasing- und Fuhrparkmanagement-Verträge steigt auf insgesamt rund 540.000.

Nach der Wirtschaftskrise bestellen die Firmen wieder mehr Dienstwagen: Die Zahl der Neuzulassungen von Firmenwagen stieg im ersten Halbjahr dieses Jahres um mehr als 18 Prozent auf rund 487.000, wie eine Sprecherin des Branchenverbandes VDA in Berlin sagte. Insgesamt lag der Anteil gewerblicher Halter bei den Neuzulassungen bei 58 Prozent und damit wieder auf dem Niveau vor der Wirtschaftskrise.

Auflagen für ING

Beim niederländischen Finanzkonzern ING steht der Verkauf der Autoleasing-Tochter im Zusammenhang mit EU-Auflagen. In der hochkochenden Finanzkrise 2008 war die ING vom niederländischen Steuerzahler mit 10 Milliarden Euro über Wasser gehalten worden. Um die Genehmigung für die Rettungsaktion zu erhalten, musste sich die ING aber zum Verkauf von Firmenteilen verpflichten.

Erst Mitte Juni hatte sich ING von der Direktbank-Tochter in den Vereinigten Staaten getrennt. Für 9,0 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro) ging die ING Direct USA an den amerikanischen Finanzkonzern Capital One. (dpa)