BMW weitet Sparprogramm aus

BMW-Chef Harald Krüger. © BMW

BMW erwartet im laufenden Jahr ein schwaches Kerngeschäft. Entsprechend will der Autobauer sein Sparprogramm ausweiten.

Die Marge vor Zinsen und Steuern im Autobau erwartet BMW 2019 zwischen 6 und 8 Prozent, wie der Dax -Konzern am Mittwoch in München mitteilte.


Damit könnte die vielbeachtete Marke für die Profitabilität im Kerngeschäft von den schwachen 7,2 Prozent im Vorjahr noch einmal deutlich sinken. Ein schon länger laufendes Sparprogramm wird nun deutlich ausgeweitet, von 2019 bis 2022 will BMW zusammengenommen 12 Milliarden Euro einsparen.

Keine Steigerung der Mitarbeiterzahlen

„Wir haben mit Blick auf die zahlreichen Zusatzbelastungen frühzeitig begonnen gegenzusteuern und bereits tiefgreifende Entscheidungen getroffen“, sagte Finanzchef Nicolas Peter. Die Mitarbeiterzahl soll in diesem Jahr nicht weiter steigen, ab 2021 sollen bis zu 50 Prozent der heutigen Antriebsvarianten entfallen. Die Entwicklungszeit für neue Fahrzeugmodelle soll um bis zu einem Drittel verkürzt werden.

Der Autohersteller dürfte 2019 zum voraussichtlich zweiten Mal in Folge sein selbst gesetztes Rendite-Ziel von 8 bis 10 Prozent verfehlen, das BMW seit der Finanzkrise vor zehn Jahren bis zum vergangenen Jahr immer erreicht hatte. Steigende Herstellkosten wegen schärferen Abgasregeln würden das Ergebnis in diesem Jahr dämpfen, hieß es. Zudem würden Wechselkurse und steigende Rohmaterialpreise vermutlich mit bis zu einem höheren dreistelligen Millionenbetrag belasten.

Vorsteuerergebnis geht zurück

Wegen ausbleibender Bewertungseffekte im Finanzergebnis dürfte auch das Vorsteuerergebnis gegenüber dem Vorjahreswert von 9,8 Milliarden Euro „deutlich“ zurückgehen. Das bedeutet bei BMW einen Rückgang um mindestens zehn Prozent – also auf weniger als 8,9 Milliarden Euro. Analysten rechneten zuletzt mit knapp 9,3 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz wie bereits bekannt um 0,8 Prozent auf 97,5 Milliarden Euro gesunken. Im Tagesgeschäft bekam das Unternehmen auf dem wichtigsten Einzelmarkt China vor allem den Zollstreit mit den USA zu spüren. In Europa belasteten die Marktverwerfungen durch die Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchstests WLTP die Preise. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte um knapp 8 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro ab. Der Nettogewinn fiel um ein Sechstel auf 7,2 Milliarden Euro, auch weil 2017 ein Sonderertrag aus der US-Steuerreform den Überschuss aufgebläht hatte. Die Dividende wollen die Münchener von 4 auf 3,50 Euro je Stammaktie kürzen. (dpa)

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