BMW beschleunigt Einführung von Elektroautos

BMW-Chef Harald Krüger. © BMW

BMW forciert das Tempo bei der Einführung von Elektroautos. Bereits 2023 und damit zwei Jahre früher als bisher geplant will Autobauer 25 elektrifizierte Modelle im Angebot haben.

Das teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Vorstandschef Harald Krüger hat zudem das Ziel ausgegeben, bis 2025 den Absatz von Elektroautos jedes Jahr um durchschnittlich mehr als 30 Prozent zu steigern. „Bis 2021 werden wir den Absatz elektrifizierter Fahrzeuge gegenüber 2019 bereits verdoppeln“, sagte Krüger. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte bereits über die Pläne der Münchener zur schnelleren Markteinführung von E-Autos berichtet.


In den vergangenen Jahren hat BMW stetig mehr Elektromodelle verkauft, mit dem i3 war der Autobauer 2013 früh am Markt. 2018 hat BMW 142.600 Autos mit Elektroantrieben abgesetzt, fast 40 Prozent mehr als im Jahr davor. In den ersten fünf Monaten 2019 waren es 47 900 Fahrzeuge und damit lediglich 2,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, zuletzt nahm der Absatz aber wieder Fahrt auf.

Hohe Absatzziele bei elektrifizierten Modellen

Ende des Jahres sollen insgesamt mehr als 500 000 BMW mit Hybrid- oder reinem Batterieantrieb auf der Straße unterwegs sein. Damit peilt der Konzern in diesem Jahr einen Verkauf in ähnlicher Größenordnung wie im Vorjahr ein, bevor neue Modelle im kommenden Jahr mehr Schwung geben sollen.

Die Autohersteller in der EU müssen ihren Ausstoß des klimaschädlichen Abgases Kohlendioxid (CO2) bis spätestens 2021 deutlich reduzieren, um Strafzahlungen wegen zu hoher Emissionen zu vermeiden. In den vergangenen Jahren gelang das den deutschen Autobauern aber entweder gar nicht oder die Werte sanken nur leicht, weil immer stärker motorisierte Fahrzeuge und größere Modelle wie SUVs verkauft werden. Um die Emissionsgrenzen einzuhalten, müssen die Autobauer deutlich mehr CO2-ärmere Elektroautos in den Markt bringen – mit ungewissem Erfolg bei den Kunden, weil die Reichweiten der E-Autos noch geringer und Lademöglichkeiten nach wie vor rar sind.

Ladenetz soll ausgebaut werden

Der Bund und die Autobranche wollen daher den Ausbau des Ladenetzes nun verstärkt angehen. Nach einem Treffen mit Branchenvertretern und den Spitzen der Koalition am Montagabend im Berliner Kanzleramt wollen Bundesregierung und Industrie einen „Masterplan“ dafür entwickeln.

Der Plan solle alles Erforderliche klären, um das Netz von Ladestationen so auszubauen, dass bis 2030 sieben bis zehneinhalb Millionen E-Fahrzeuge auf der Straße sein könnten. Ladestellen seien einer der wesentlichen Punkte für die Kundenakzeptanz, sagte Autoverbandspräsident Bernhard Mattes. (dpa)

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