BMW mit 20 Prozent Absatzeinbruch

BMW-Zentrale in München. Foto: dpa
Zentrale von BMW in München. © dpa

Die Coronakrise trifft auch BMW hart: Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Absatz der Münchner um 20,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Die Corona-Pandemie habe im Februar den Absatz in China einbrechen lassen, im März seien die Folgen in Europa und den USA deutlich spürbar, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. «In Europa sind derzeit aufgrund des Coronavirus rund 80 Prozent aller Händlerbetriebe geschlossen, in den USA sind es circa 70 Prozent.»


In den BMW-Werken in Europa und Nordamerika steht die Produktion. Der Konzern passe sein Produktionsvolumen flexibel der Nachfrage an, sagte Vertriebsvorstand Pieter Nota. «In China sehen wir mit einem starken Auftragseingang die ersten Anzeichen einer Erholung.» Wichtig sei jetzt vor allem, die Gesundheit der Mitarbeiter, die Liquidität und den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern.

477.111 Autos im 1. Quartal verkauft

Im ersten Quartal verkaufte der Konzern nur noch 477.111 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. In China brachen die Verkaufszahlen um 31 Prozent ein, in Europa um 18 Prozent und in den USA um 17,4 Prozent. In den USA setzte BMW insgesamt 64.692 Fahrzeuge ab, davon entfallen auf die Kernmarke 59.455 Fahrzeuge (-15,3 Prozent). Erfreulich gestaltete sich für BMW von Januar bis März der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge: Sie legten um fast 14 Prozent auf 30.692 Einheiten zu.

Angesichts der Coronakrise sind die Geschäftserwartungen der deutschen Autoindustrie für die nächsten Monate eingebrochen. Wie das Ifo Institut am Montag in München mitteilte, ist der zugehörige Index im März um 14 auf minus 33,7 Punkte abgesackt. Auch die anderen Indizes für die Autobranche verzeichneten der Ifo-Umfrage zufolge im Monatsvergleich herbe Einschnitte.

Exporterwartungen abgestürzt

Die Exporterwartungen stürzten mit einem Wert von minus 42,7 Punkten auf ein Tief seit März 2009, hieß es von Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe. Die Erwartungen für Nachfrage und Produktion gaben den Angaben der Wirtschaftsforscher zufolge ebenfalls stark nach.
Die weitreichenden Beschränkungen des Wirtschaftslebens im Zuge der Corona-Krise belasten auch die Nachfrage in der Autoindustrie stark.

Während US-Autobauer bereits deutliche Absatzrückgänge meldeten, gaben auch die vom Ifo Institut befragten deutschen Unternehmen an, dass die Lager unverkaufter Autos zuletzt wieder stärker angewachsen seien. Der Lagerbestand stieg demnach im März doppelt so schnell an wie noch im Vormonat, während der Schwund in den Auftragsbüchern weiter zunahm. (AG/dpa).

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