BMW ruft Motorräder in Werkstätten

Rückruf

BMW ruft Motorräder in Werkstätten
Die BMW R 1200 GS beim Bremstest. © BMW

BMW bittet seine Motorradkunden nach Informationen der Autogazette wegen Problemen mit dem ABS in die Werkstätten. Betroffen davon sind rund 80.000 Halter.

Von Frank Mertens

BMW ruft die Besitzer von rund 80.000 Motorrädern der K- und Boxer-Baureihe mit Teilintegral ABS in die Werkstätten.

Nachdem es Mitte des zurückliegenden Jahres in Einzelfällen zu einem Ausfall des elektrohydraulischen Bremskraftverstärkers und des ABS gekommen war, hat das Unternehmen nach Aussagen von BMW-Sprecher Jürgen Stoffregen in der Zwischenzeit «eine technische Lösung entwickelt», die den Ausfall des Systems auch unter den Besonderheiten - schnelle und harte Betätigung des Bremshebels, wie es bei Fahrsicherheitstrainings der Fall ist - verhindert.

«Im Zuge unseres Verbesserungsprozesses haben wir eine technische Änderung an der Hohlschraube der Handbremsarmatur vorgenommen», sagte Stoffregen am Mittwoch Autogazette.de. Diese Neuerung wird nach Stoffregens Worten bereits seit «ein paar Wochen in der Produktion verbaut. Da wir aber wollen, dass alle Kunden in den Genuss dieser technischen Neuerung kommen, haben wir uns zu dieser technischen Aktion entschlossen», sagte Stoffregen.

Funktionstüchtigkeit gewährleistet

Wie es in dem Autonews24 vorliegendem Schreiben an die Besitzer einer BMW heißt, könne durch die beschriebene Änderung der Hohlschraube an der Handbremsarmatur «der beschriebene Ausfall der ABS-Regelung selbst in der beschriebenen Sondersituation verhindert werden». Die Reparatur dauert zwei Stunden und ist für den Halter kostenlos.

In den Anschreiben werden die BMW-Fahrer zudem darauf hingewiesen, dass durch eine nachträgliche Falschverlegung, beispielsweise im Zuge eines Reifenwechsels, die Sensorleitung des ABS während der Fahrt die Bremsscheibe berühren und dabei angeschliffen werden kann. Das Ergebnis kann ein ABS-Ausfall sein, wobei die Restbremsfunktion weiter zur Verfügung steht. «Zur Vermeidung einer solchen Falschverlegung wurde die Fixierung der Sensorleitung geändert. Diese Maßnahme muss an ihrem Motorrad nachgerüstet werden.»

Vertrauen zurückgewinnen

Nach aufkommender Kritik an dem Teilintegral ABS hatte sich BMW bereits Mitte des vergangenen Jahres entschlossen, seinen Kunden einen kostenlosen Systemcheck anzubieten. Mit dieser Aktion hatte BMW versucht, eine Verunsicherung bei seinen Kunden abzubauen. «Sollte bei einigen unserer Kunden noch ein Stück Verunsicherung geblieben sein, können wir ihnen diese mit dieser technischen Aktion gänzlich nehmen», sagte Stoffregen.

Im Zusammenhang mit Problemen am ABS-System ist derzeit bei der Staatsanwaltschaft München aufgrund einer Anzeige nur noch ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Körperverletzung anhängig, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein erstes Ermittlunsgverfahren gegen BMW-Mitarbeiter war bereits eingestellt worden.


Keine Beiträge vorhanden