BMW Motorrad erweitert den Hubraum

Die BMW Departed. Foto: BMW
BMW Motorrad plant ein Monsterbike vor allem für den nordamerikanischen Markt. © BMW

BMW Motorrad arbeitet offenbar an einem neuen, großen Boxertriebwerk, das insbesondere für künftige Motorräder auf dem US-Markt vorgesehen ist. 2020 könnte ein erstes neues Modell mit dem voraussichtlich etwa 1,8 Liter großen Zweizylinder auf den Markt kommen.

Erstmals zu sehen war ein Prototyp auf der Customizer-Messe Hot Rod Custom Show im japanischen Yokohama. Die für ihre ungewöhnlichen Kreationen bekannte Motorrad-Schmiede Custom Works Zon verwendete das von BMW zur Verfügung gestellte Aggregat für ein handgefertigtes Ausstellungsobjekt namens „Departed“, das sich den Titel „Best of Show“ holte.


Über den Motor blieb BMW nähere Informationen schuldig. Jedoch deuten Äußerungen der Geschäftsleitung aus den vergangenen Jahren klar darauf hin, dass man für Cruiser-Projekte, die in den USA Erfolg haben sollen, zwingend einen großvolumigen Zweizylindermotor braucht. Ein solches Aggregat sei in der Entwicklung auch schon weit fortgeschritten, heißt es.

Verzicht auf Flüssigkeitskühlung

Eindeutig am Prototyp-Triebwerk erkennbar war der Verzicht auf eine Flüssigkühlung. Die luft-/ölgekühlte Bauweise kann beim Boxermotor aufgrund der in den Fahrtwind ragenden Zylinder sehr gut angewendet werden. Zudem entspricht es der Firmentradition. Schon der Boxermotor der 1923 als erste BMW erschienenen R32 wies diese Bauweise auf. Auch die gut sichtbaren Stößelstangen oberhalb der Zylinder erinnern an historische BMW-Motoren.

Kurz vor dem 100-jährigen Jubiläum von BMW Motorrad würde sich durch Präsentation eines wiederum luft-/ölgekühlten Boxermotors mit dem bisher unvorstellbaren Hubraum von rund 1800 Kubikzentimetern ein Kreis schließen. Das offenbar mit dem Entwicklungscode R18 versehene Aggregat war für den Einsatz der japanischen Customizer sowohl technisch wie optisch verändert worden. Die Japaner fertigten neue Zylinderkopfhauben an, zudem wurde das Triebwerk von einer Benzineinspritzung auf Vergaserbetrieb umgebaut. Angesichts der weltweiten Umweltgesetzgebung ist bei einem Serienmotor eine Einspritzanlage jedoch unumgänglich.

Serienfertigung ab 2020

Nach Meinung von Kennern der BMW-Entwicklungspolitik deutet der Versuchsballon von Yokohama darauf hin, dass das erste Modell der neuen Baureihe Ende 2019 vorgestellt wird. Es könnte im Laufe des Jahres 2020 auf den Markt kommen. Es gilt als sicher, dass dieses Fahrzeug primär für den nordamerikanischen Markt gedacht ist. Dort wird dann auch die Markteinführung beginnen. Über weitere technische Details der Fahrzeuge wie auch über die technische Ausstattung kann derzeit nur spekuliert werden. (SP-X)

Vorheriger ArtikelHyundai Kona nimmt Tony Stark an Bord
Nächster ArtikelSkoda Rapid macht Platz für Scala
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.