Steigende Rohstoffkosten bereiten BMW Sorgen

Neu Bestmarke angepeilt

BMW-Chef Norbert Reithofer wird ein Rekordergebnis verkünden © dpa

BMW setzt auch in diesem Jahr unverändert auf Wachstum. Sorgen bereiten dem bayerischen Autobauer indes die steigenden Rohstoffkosten, dennoch erwarten die Münchner ein glänzendes Jahr.

BMW will nach Rekorden 2010 auch in diesem Jahr neue Bestmarken setzen. Allerdings machen etwa die steigenden Rohstoffkosten dem Münchner Autobauer zunehmend Sorgen. «Unsere Branche steht unverändert vor immensen Herausforderungen», sagte Konzernchef Norbert Reithofer am Dienstag bei der Vorstellung der Bilanz laut Redetext. Dennoch erwartet BMW ein glänzendes Jahr. Auch beim Absatz soll in diesem Jahr der Bestwert von 2007 überboten und damit deutlich mehr als 1,5 Millionen Autos verkauft werden.

BMW startet vielversprechend

Das Jahr hat für den Oberklassehersteller bereits vielversprechend begonnen: BMW legte mit einem Absatzplus von fast 25 Prozent einen rasanten Start hin. Die Fabriken sind ausgelastet, die Lieferzeiten wachsen. Nach dem Rekordjahr 2007 waren in den beiden Folgejahren die Zahlen angesichts des Konjunktureinbruchs zusammengeschrumpft.

2010 hatte BMW das zweitbeste Verkaufsergebnis der Geschichte eingefahren, bei Umsatz und Gewinn aber Rekorde verbucht. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen dank der wieder boomenden Automärkte 3,2 Milliarden Euro und setzte erstmals mehr als 60 Milliarden Euro um. Die Zahlen hatten die Münchner bereits vergangene Woche veröffentlicht. Auch die Rivalen von Audi und Daimler hatten zuletzt für 2010 Rekordergebnisse und Milliardengewinne verkündet.

Vor allem die ungebrochene Nachfrage nach großen und teuren Autos in China bescherte den Oberklasseherstellern nach der Krise ein enormes Wachstum. Auch in den USA und Europa haben sich die Märkte erholt. Zudem hat BMW in den vergangenen Jahren kräftig an seinen Strukturen gearbeitet, die Kosten für Produktion und Material gesenkt und Personal abgebaut. Nach knapp 108 000 Menschen 2007 beschäftigt der Konzern weltweit noch rund 95 500 Mitarbeiter.

Rohstoffpreise bereiten Sorgen

Sorgen bereiten dem Konzern wachsende Rohstoffpreise: Zwar sei BMW durch längerfristige Verträge gegen starke Preisanstiege etwa bei Stahl abgesichert. «Dennoch rechnen wir in diesem Jahr mit einer Ergebnisbelastung im niedrigen dreistelligen Millionenbereich», sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner. Zudem kündigte der Manager höhere Investitionen vor allem etwa in alternative Antriebe an. 2010 gab der Konzern für Forschung und Entwicklung rund 3,1 Milliarden Euro aus. In Deutschland steckt BMW bis 2012 rund 2 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Werke in Leipzig, München, Dingolfing und Regensburg.

Die gute Bilanz wird auch die Aktionäre freuen. Insgesamt will der Konzern 852 Millionen Euro an seine Anteilseigner ausschütten und schlägt vor, die Dividende auf 1,30 Euro je Stammaktie und 1,32 Euro je Vorzugsaktie anzuheben. Auch Reithofer profitiert: Insgesamt verdiente der Manager im vergangenen Jahr fast 4,3 Millionen Euro - gut 66 Prozent mehr als noch im von der Krise geprägten Jahr 2009, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Insgesamt überwies BMW seinen sieben Vorstandsmitgliedern knapp 18,2 Millionen Euro. (dpa)