Zahl der Ladepunkte für E-Autos deutlich gestiegen

Auswertung des BDEW

Ladestationen von Ionity an der Autobahn. © dpa

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos geht voran. So ist die Zahl der Ladepunkte in Deutschland in 2019 um fast 50 Prozent gestiegen.

Das geht aus einer Auswertung des Energieverbandes BDEW hervor. Während in Großstädten und Ballungsräumen inzwischen vergleichsweise viele Ladestationen zu finden sind, bestehen auf dem Land noch viele „weiße Flecken“. Darüber hat die „Süddeutsche Zeitung“ zuerst berichtet. Der Verband sieht insgesamt eine „Dynamik“ beim Ausbau der Ladeinfrastruktur.


Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit mit Stand Ende 2019 rund 24.000 öffentliche Ladepunkte – das sind über 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Schnellladestationen liegt laut BDEW-Ladesäulenregister bei rund 12 Prozent. Demgegenüber stünden derzeit rund 220 000 E-Autos und Plug-in-Hybride, so der BDEW. Im Durchschnitt würden sich damit gerade einmal neun E-Autos beziehungsweise Plug-in-Hybride einen Ladepunkt teilen.

80 Prozent der Ladevorgänge privat

80 Prozent der Ladevorgänge würden zuhause oder am Arbeitsplatz stattfinden. „Umso wichtiger ist es, dass im privaten Bereich jetzt endlich die Hürden für den Aufbau von Ladeinfrastruktur abgebaut werden. Das sollte sich die Politik weit oben auf ihre Agenda für das neue Jahr setzen“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae.

In den kommenden Jahren sollen E-Autos den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Die Elektromobilität spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, mit dem die Klimaziele 2030 vor allem im Verkehr erreicht werden sollen. Dafür wird bis 2030 eine Zahl von 7 bis 10 Millionen E-Autos in Deutschland als notwendig angesehen. Die Bundesregierung hatte einen „Masterplan Ladeinfrastruktur“ vorgelegt, mit dem der Ausbau der Ladesäulen beschleunigt werden soll. Ziel ist ein flächendeckendes und kundenfreundliches Ladenetz.

Regionale Unterschiede

Der Kia e-Soul an einer Schnellladestation in Berlin. Foto: Mertens

Unter den Großstädten gibt es die laut BDEW meisten Lademöglichkeiten in München (1103) und Hamburg (1070) – München sei damit an Hamburg vorbeigezogen. Die größte Stadt Berlin (974) folgt an dritter Stelle. Dahinter liegen Stuttgart (405), Düsseldorf (225) und Leipzig (215). Mehr als 75 Prozent der öffentlichen Ladepunkte würden von Energieunternehmen errichtet und betrieben, so der BDEW.

Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, liegt in absoluten Zahlen Bayern vorne – mit 5656 öffentlich zugänglichen Ladepunkten. Es folgen Baden-Württemberg (4094) und das einwohnerstärkste Bundesland Nordrhein-Westfalen (3880).

Hamburg bei öffentlichen Ladepunkten Spitze

Bei der Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte je 1000 Quadratkilometer sind Hamburg (1417) und die Hauptstadt Berlin (1093) an der Spitze. Es folgen Bremen (286), Baden-Württemberg (115), NRW (114), Hessen (82) und das flächenmäßig größte Bundesland Bayern (79). Die wenigsten Ladepunkte je 1000 Quadratkilometer gibt es in den ostdeutschen Ländern Sachsen-Anhalt (16), Brandenburg (12) und Mecklenburg-Vorpommern (9).

Mitte Dezember hatte es ein Spitzentreffen von Bundesregierung und Energiewirtschaft gegeben. „Unser Ziel ist, dass bald niemand in Deutschland noch sagt: „Ich kaufe mir kein E-Auto, weil ich nicht weiß, wie und wo ich es laden soll““, hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gesagt. Vereinbart wurde, dass die Energiewirtschaft im kommenden Jahr einen Leitfaden für die Betreiber von Ladeinfrastruktur erstellen soll. Außerdem sollen Genehmigungsverfahren und Prozesse für den Netzanschluss beschleunigt werden. (dpa)