Fragen an den Autopapst im November 2015

Autopapst Andreas Kessler
Autopapst Andreas Kessler © AG

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen BMW 316i.

Frage von Levo:

Hallo, ich hab einen BMW 316i Compact. Der Motor läuft unrund und der Drehzahlmesser zeigt mir an, dass da etwas spinnt. Hoch und runter nach dem Starten des Motors, nach dem Kaltstart läuft es bei 1100 U/min etwas normaler. Nach paar Minuten spinnt es wieder bei 650-900 U/min und hat keine Stabilität. Beim Fahren - wenn der Motor kalt ist - macht es auch Klacker-Geräusche, die irgendwann aufhören. Ich war schon bei einer Werkstatt, bei der das Steuergerät ausgelesen wurde. Es wurden aber keine Fehler entdeckt. Haben Sie vielleicht ein Rat für mich? Mit freundlichen Grüßen Levo

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hey Levo, das sind wahrscheinlich zwei unterschiedliche Probleme! Die Klapperei kommt von defekten Hydrostösseln im Zylinderkopf und die Leerlaufschwankungen rühren wahrscheinlich vom Leerlaufregelventil bzw. von einem verdreckten Drosselklappenteil her. Beides mal mit Vergaserreiniger säubern; danach dürfte es viel besser oder sogar perfekt sein.... Cheers A.K.

Frage von Matthias Seliger:

Hallo, an meinem Seat Leon1P, Bj. 2007, leuchtet die Airbaglampe auf. Es wurden schon alle Steckverbinder unter dem Fahrersitz erneuert. Das Auslesegerät zeigt den 04C1 Zündkreis Seitenairbag Fahrerseite vorne: Maximalwert überschritten. Haben Sie eine Lösung für mich? Ist da am Airbag direkt noch mal eine Steckverbindung?Vielen Dank für die Hilfe, Gruß Matthias

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Matthias, das dürfte ein Kabelbruch in der Airbag-Steuerleitung sein. Besorgen Sie sich einen geeigneten „Airbag-Dummy-Stecker". Wenn die Lampe nach dem Anstecken des Dummy-Steckers aus geht, müssen Sie einen neuen / funktionierenden Airbag einbauen. Gute Fahrt! A.K.

Frage von Jörg Glatzel:

Hallo Herr Keßler, welchen Gebrauchtwagen-Pkw Kombi (Diesel) würden Sie sich bei einem Budget von 15.000 Euro kaufen? Hatte bisher immer VW, aber das ist derzeit keine Option. MfG J. G.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Ich würde mir jetzt gerade einen VW kaufen! Die Autos sind genauso gut wie vor „Dieselgate", man hat aber beim Gebrauchtwagenkauf eine bessere Verhandlungsposition! Vor einem eventuellem Entzug der Betriebserlaubnis oder einem Zwangs-Update der Steuerungssoftware hätte ich keine Angst. Falls Sie partout keinen VW wollen, würde ich mir die Mopf-Version des W203 (C-Klasse T-Modell) kaufen. Das ist ein sehr gutes Auto, welches preiswert repariert und gewartet werden kann. Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Marco Rahm:

Hallo Herr Kessler, ich besitze einen Audi A4 B5 2,8 V6 Quattro. Bei dem Fahrzeug fällt ständig das ABS aus. Habe bereits schon das vierte ABS-Steuerteil (8E0614111M) eingebaut und diese halten nicht lange aus. Nach ein paar Wochen oder Monate fällt es erneut aus. Diagnose sagt immer „Steuerteil keine Rückantwort“. Ein Hamburger Autoverwerter hat mir gesagt, es seien Vibrationsprobleme. Stimmt das? Mfg Marco

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Marco, das ABS-Steuergerät brennt ständig durch, weil irgendetwas an der Hydraulikpumpe des ABS-Blocks dauernd Strom zieht..... Ich würde mit dem nächsten Steuerteil auch den ABS-Block wechseln; wahrscheinlich ist dann zukünftig Ruhe. Cheers A.K.

Herr Zenker fragt:

Sehr geehrter Herr Keßler, haben mal eine Frage zu unserem nicht mehr fahrbereiten Opel Astra H Caravan, 1,6 l mit 105 PS. BJ.: 2006, Km-Stand über 130 000. Ich stand an der Ampel und wollte im ersten Gang anfahren, als es einen Knall gab und das Auto nicht anfuhr. Ich konnte mich noch ausrollen lassen, musste mich aber dann vom Abschleppdienst in die Werkstatt schleppen lassen. Dort wurde mir nach Erläuterung des Schadens ,mitgeteilt, dass es sich im günstigsten Falle um eine defekte Kupplung, eine defekte Antriebswelle oder im schlechtesten Falle um ein kaputtes Getriebe handele. Wenn die Werkstatt jetzt anfangen würde zu schauen, was kaputt ist, müssten wir mit 500 € rechnen. Doch eigentlich ist das, das Auto ja nicht mehr wert. Was sollen wir tun, da wir in den letzten Monaten doch sehr oft eine Werkstatt (meist Vertragswerkstatt) aufsuchen mussten und bestimmt an die 1000 € oder mehr bis dato investiert haben?! Wir würden uns freuen, wenn Sie uns evtl. einen kleinen guten TIPP geben könnten. Mit freundlich Grüßen C.Z.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Zenker, 500 € für eine Diagnose Ihres Problems ist zu viel, eigentlich ist dieses Angebot unseriös! Welches der genannten Bauteile letztendlich wirklich defekt / austauschreif ist, sollte eine durchschnittliche Werkstatt spätestens nach einer Stunde sagen können. Und so hoch sind die Stundensätze jetzt zum Glück noch nicht. Die Jungs wissen genau, dass Ihr Auto nicht mehr fährt und Sie für einen Werkstattwechsel noch mal den Abschlepper rufen müssen. Das würde ich jetzt gerade tun und die dafür fälligen 80 € (ungefähr....) lächelnd unter „Lehrgeld" verbuchen. Für 500 € bekommen Sie schon fast ein gebrauchtes Getriebe (welches meiner Meinung nach auch benötigt wird!). Viel Erfolg wünscht Der Autopapst

Frage von Dieter Laurenz:

Sehr geehrter Herr Keßler, bei meinem Mercedes W 210, Baujahr 2001, funktioniert die Außentemperaturanzeige nicht mehr richtig. Ich habe den Eindruck, dass dieser Fehler seit der Erneuerung der Keilriemen aufgetreten ist. Im Fahrbetrieb steigt die Außentemperaturanzeige sehr schnell an. Was kann ich tun? Für die Beantwortung meiner Frage bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen Dieter Laurenz

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Laurenz, das ist höchstwahrscheinlich nur eine Kleinigkeit! Bei den Arbeiten am Riementrieb ist man an das Kabel des Außentemperatursensors gekommen, dieser ist aus seinem Sitz gerutscht und misst jetzt die Temperatur im Motorraum. Fahren Sie noch mal in die Werkstatt, die den Auftrag erledigt hat und lassen Sie den Sensor neu befestigen. Herzliche Grüße vom Autopapst

Frage von Andreas Jacob:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich besitze seit einiger Zeit einen Mitsubishi Space Wagon, Baujahr 1995, 2 Liter Benziner, Euro 1. Mich ärgert die Festlegung der Kfz-Steuer von ca. 300 Euro pro Jahr, ohne auf den wirklichen Schadstoffausstoß zu reagieren. Es sollte doch schon 2013 eine Änderung in dieser Hinsicht, d. h. Berücksichtigung des tatsächlichen CO2 Ausstoßes, erfolgen. Mit freundlichen Grüßen Andreas Jacob (BJ 1943)

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Herr Jacob, das wird längst gemacht! Allerdings erfolgt die Besteuerung auf CO2-Basis nur bei Autos, die nach dem 30.6.2009 erstmals zugelassen wurden. Alle anderen Autos werden weiter nach Hubraum besteuert. Eine Umstellung auf die CO2-Besteuerung für alle anderen Autos sollte zwar schon seit 2013 erfolgen, es gibt für diese Fahrzeuge aber noch keine verbindlichen CO2-Werte. Dazu müssten alle älteren Modelle den NEFZ-Prüfstandslauf absolvieren, was extrem teuer werden würde. Die Kosten hierfür sind durch das dann zu ändernde Steuermodell nicht refinanzierbar. Es wird also alles beim Alten bleiben.... Viele Grüße und gute Fahrt wünscht Andreas Keßler

Frage von Wolfgang Schleifer:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich habe ein Erhaltungsladegerät aus DDR-Produktion bisher verwendet. Man könnte dies über die Bordsteckdose anschließen. Bei meinem neuen Auto (BMW 218i) geht das nicht mehr, da die Steckdosen in Ruhe abgeschaltet sind. Meine Frage, kann ich, wenn ich den Stecker abbaue auch direkt an die Batterie gehen? Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Schleifer

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Schleifer, das können Sie unbedenklich tun! Ob das alte Gerät allerdings wirklich ein „Erhaltungsladegerät" mit Entlade- und Frischhaltefunktion ist, können nur Sie wissen! Ich empfehle aktuell immer CTEK-Geräte, weil die sehr komfortable Anschlussmöglichkeiten bieten und die Bordelektronik nicht überfordern.... Viele Grüße A.K.

Frage von Nicolle:

Tach, ich habe ein Problem mit meinem Nissan Micra, K11, Bj.: 98. Das Auto hat ein Schiebedach und mittlerweile ergiesst sich das gesammelte Regenwasser aus den Ablaufrinnen immer mal wieder in den Innenraum. Ich denke, dass die Abläufe dafür durch die A Säulen verlaufen und wahrscheinlich verstopft sind. Wie kommt man da ran um diese zu "entstopfen". Oder kann das Ganze auch eine ganz andere Ursache haben?? Danke, Nicolle

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hey Nicolle, wenn es tatsächlich die Abläufe sind, hat sich folgendes bewährt: Man nehme eine Bowdenzugseele (das ist der Draht aus einem Fahrradbremszug....) und einen Akkuschrauber. Die Bowdenzugseele spannt man in das Futter des Akkuschraubers und steckt das andere Ende in die Öffnung des Ablaufs. Dann gibt man vorsichtig „Gas“ und fräst die Verstopfung vorsichtig heraus. Sozusagen Klospirale light..... Cheers, A.K.

Frage von Andreas Ginter:

Frage an Sie, Herr Keßler: Derzeit sind es Temperaturen bis zu 20 Grad. Da ich aus organisatorischen Gründen und vollem Terminkalender beim Autohaus erst am 13.November meine Winterreifen aufziehen lasse, frage ich mich, ob man das noch länger verschieben kann, ob der hohen Temperaturen, bei denen die Winterreifen ja schon Schwierigkeiten machen würden und vielleicht sogar die Verkehrssicherheit nicht mehr so gegeben wäre, als wenn ich die Sommerreifen noch drauflassen würde. Was meinen Sie?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Ginter, die gleichen Stimmen, die jetzt den Teufel für Winterreifen an die Wand malen, weil es wärmer als 7°C ist, warnen 2 Seiten weiter vor der Benutzung von Sommerreifen, weil es in ungeschützten Lagen ja auch schon Nachtfröste gibt.... Was soll man nun machen? Lassen Sie einfach Ihren gesunden Menschenverstand angeschaltet! Natürlich sind Winterreifen im Winter besser als Sommerreifen, wobei die Betonung auf „im Winter“ liegt. Haben wir gerade Winter? Na also....! Grundsätzlich ist der Winterreifen im Sommer aber unkritischer als der Sommerreifen im Winter. Wechseln Sie einfach dann auf Winterräder, wenn es soweit ist. Im Zweifel lohnt auch die Anschaffung eines guten Wagenhebers, damit man vom „Wechselwahnsinn“ unabhängig wird. Irgendwas ist ja immer: Winterreifensaison, Weihnachtsferien, Grippe, Ostern, Sommerreifensaison, Sommerferien, Inventur, Herbstferien, Winterreifensaison....... Viele Grüße vom Autopapst (der Winterautos mit Winterreifen und Sommerautos mit Sommerreifen hat....)

Frage von Horst Borhofer:

Hallo Herr Kessler, ich habe einen Ford Escort, Baujahr 96, 90 PS, Benziner, 80.000 km. Beim TÜV wurde bemängelt, dass sich das Lenkrad nach oben und unten bewegen lässt. In einer Ford-Werkstatt konnte man mir auch nicht sagen, woran das liegen könnte. Haben Sie vielleicht einen Tipp? MfG H. Borhofer

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Borhofer, das ist das Lenkkopflager in der Lenksäule! Eigentlich trivial, hoffentlich findet der Mann am Ersatzteiltresen die richtige Folie im EPC.... Viele Grüße vom Autopapst!

Frage von Frau Maria:

Guten Tag Autopapst, ich fahre einen Nissan Qashqai 1.2 DIG-T, 115 PS, Benziner, Erstzulassung Mai 2015, Kilometerstand 10.000. Nach einem Totalausfall der Batterie und weiteren Fehlfunktionen wurde jetzt in der Werkstatt auch ein Ölaustritt festgestellt. Steuergehäuse muss neu abgedichtet und der Simmering ersetzt werden. Wird noch auf Garantie behoben. Wie gravierend ist der Fehler? Darf so etwas bei einem Neufahrzeug vorkommen? Ich habe in das Fahrzeug kein Vertrauen mehr, traue mich auch nicht, größere Strecken zu fahren. Ich erwäge das Fahrzeug zu verkaufen, da schon zu viel dran war. Wie soll ich mich auch der Werkstatt gegenüber verhalten? Habe niemand, den ich fragen könnte und mir eine ehrliche Antwort gibt. Wäre glücklich, wenn Sie antworten könnten. Bin ratlos. Mit freundlichen Grüßen!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Maria, ab und zu gibt es solche Autos! Selbst (oder gerade??) im Neuzustand haben sie immer wieder Zipperlein! Der Gesetzgeber ist hier auf Ihrer Seite: Wenn ein neues Auto dauernd (also öfter als 3 Mal...) mit Defekten in die Werkstatt muss, können Sie den Kaufvertrag rückabwickeln! Sie geben das Auto zurück, und Ihr Vertragspartner zahlt den Kaufpreis wieder auf Ihr Konto. Allerdings muss man für diesen Prozess durchsetzungsstark sein, weil der Verkäufer verständlicherweise kein Interesse daran hat. Aber: Wenn die Mängel schon fünf Monate nach dem Neukauf nicht abreißen, ist es Ihnen nicht zuzumuten, das teuer bezahlte Stück weiter zu nutzen. Übrigens: Die Probleme (Batterie defekt, Undichtigkeiten....) sind per se nicht schlimm und letztlich beherrschbar. Sie dürfen aber nicht gehäuft an einem neuen Auto auftreten. Wenn doch: s.o. Wenn Sie sich zu einer Rückabwicklung entscheiden, rate ich von Anfang an zu anwaltlichem Beistand. Das spart Nerven und beschleunigt die Sache.

Frage von Heinemann, Klaus:

Ich fahre einen Skoda Octavia 1,8, Bj. 2009. Nach 73.000 km sprang die Steuerkette über, Ergebnis; Neuer Motor für 6500 Euro. Nach meiner Werkstatt ist das Problem seit Langem bekannt und Skoda wechselt jetzt wieder auf neue Zahnriemen. Es gab keine Kulanz, da Garantie abgelaufen. Ist das ein Produktionsfehler?? (s. Audi + VW dito). Grüße aus Burg, Klaus Heinemann

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Klaus, das ist in der Tat ein Produktionsfehler! Hier wäre ein flächendeckender Rückruf angebracht gewesen, jedenfalls mindestens so angebracht wie bei „Dieselgate". Leider bist Du nicht der Einzige, der nach Ablauf der Garantie einen Motorschaden erlitten hat und die Kosten dafür selbst tragen musste. Der VW-Konzern hat sich auch in diesem Fall bemerkenswert unkulant verhalten. Aber: Ist der Ruf erst ruiniert, verdient sich´s völlig ungeniert....

Frage von Enrico Richter:

Hallo Herr Keßler, ich habe einen Peugeot 406, 3,0, 190 PS, Benziner, BJ.1999, 165.000 km, Automatik und seit ca. einem halben Jahr bei kaltem Motor ein starkes Quietschen beim Einschlagen der Lenkung. Bin ich ein paar Kilometer gefahren, ist das Quietschen verschwunden. Riemen- und Spannerwechsel brachten keine Besserung. Könnten Sie mir einen Tipp geben, was ich noch tun kann? Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen Enrico Richter

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Ich würde zunächst mal das Öl der Servolenkung wechseln, idealerweise nach einer Spülung der Servolenkung. Wenn das Quietschen dann noch nicht weg ist, ist vielleicht die Riemenscheibe auf der Kurbelwelle (die eigentlich aus 2 Riemenscheiben mit einer dazwischen liegenden dämpfenden Gummilage besteht....) defekt (Gummilage gerissen....) und dadurch zur Geräuschquelle mutiert. Beim Einschlagen der Lenkung nimmt die Servopumpe besonders viel Leistung auf, was die Riemenscheibe auf der Kurbelwelle „durchrutschen“ lässt. Es quietscht....! Grüße vom Autopapst

Frage von Kim Heckscher:

Hallo, wir haben beim Toyota Yaris die hinteren Bremsen reparieren lassen. Scheiben und Klötze wurden ausgetauscht. Relativ schnell gab es beim langsamen Anfahren und in Kurven so ein jaulendes, eierndes Geräusch (uhuhuuuhuu...). Bei KFZ-Teile 24 hatte man mir für über 120 Euro die Bremsen kontrolliert und abgeschrägt oder so. Hat aber nichts geholfen. Am nächsten Tag gleiches Geräusch. Im Netz habe ich vermehrt über verrostete Ankerbleche gelesen und bin in eine Selbstreparaturwerkstatt gefahren. Dort habe ich an den Ankerblechen keinerlei Schleifspuren oder ähnliches gefunden. Ich habe alle Bleche noch etwas nach hinten gebogen und fertig. Leider ist das Geräusch nach ein zwei Kilometern beim langsamen Anfahren kurz nach dem Lösen der Bremse wieder da. Und jetzt kommen Sie ins Spiel. Haben Sie noch eine Idee? Vielen Dank und liebe Grüße!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Kim, wie alt ist der Yaris? Und wie alt ist die Bremsflüssigkeit? Wenn das mein Auto wäre (mit der von Dir beschriebenen Vorgeschichte....) würde ich die Bremsschläuche hinten erneuern und die Bremssättel auf Leichtgängigkeit testen. Wenn die nämlich schwergängig (korrodiert!) sind, klemmen die Beläge ständig leicht und schleifen dadurch an der Bremsscheibe. Das erhitzt die Bremsanlage und die Bremsflüssigkeit, was die Sache ständig verschlimmert. Im Extremfall sind also neue Bremsschläuche und neue Bremssättel hinten fällig. Der Einbau und die Einstellung ist allerdings Expertensache und damit kostspielig....

Frage von Lars:

Moin, Ich bin am Ende mit meinem Latein: Mein Mercedes W 124 230 TE von 89 hat immer nach einer Rechtskurve "Schluckauf". Der Kleine stottert plötzlich und hat null Kraft; nach kurzer Zeit des Durchschüttelns fährt der Wagen wieder wie eine Eins. Linkskurven machen dagegen gar nichts. Angefangen hat alles nach einer längeren Fahrt. Kurz vor zuhause fing der Wagen an zu stottern, um dann irgendwann auch auszugehen. Ich bin dann nach etlichen Versuchen (beim Starten läuft er kurz normal, um dann wieder zu stottern und auszugehen) nach Hause gestottert. Habe dann angefangen, Teile auszutauschen: Da sich die Benzinpumpe seltsam anhörte, getauscht. Elektrohydraulisches Stellglied getauscht, Relais für Überspannung und Kraftstoffpumpe getauscht; alles nichts. Der Wagen springt kurz an und geht dann mit Stottern aus. Habe dann den Kraftstofffilter und das Druckausgleichsding neben dem Filter getauscht ... Was soll ich sagen, der Motor sprang an und lief perfekt. Beim Wegfahren passierte es dann wieder: rechts abgebogen und kurz danach stotterte der Wagen wieder. Kupplung getreten, Gas gegeben - erst keine Reaktion, dann lief er nach ein paar Mal Aufbäumen wieder. Das Problem taucht bei warmem und kaltem Motor auf. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, woran es liegen kann. Dabei ist mir noch ein Klacken hinter der Batterie aufgefallen. Ich vermute, eines der Relais schaltet permanent alle 30 Sekunden um. Kann es damit etwas zu tun haben? Das Klackern hatte ich immer schon, bin mir da aber nicht ganz sicher. Aber trotz des Klackerns läuft der Wagen absolut sauber und ruhig, außer eben kurz nach Rechtskurven. Tank ist auch bis Oberkante voll. Nun noch immer 3x links abbiegen anstatt einer Rechtskurve entfällt leider als Option (Autobahnauffahrten). Aber das Fahren macht so echt keinen Spaß. Können Sie mir evtl. einen Rat geben?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hey Lars, interessant war der Teil Deiner Schilderung „beim Starten läuft er kurz normal, um dann wieder zu stottern und auszugehen“. Beim Starten spritzt ein Extra-Ventil Sprit in das Saugrohr, mit dem der Motor kurz läuft. Normalerweise übernehmen dann die Einspritzventile der KE-Jetronic, die aber offenbar zunächst mal keinen Druck haben. Aus irgendeinem Grund fällt offenbar der Druck am Mengenteiler bei oder nach Rechtskurven ab. Eigentlich müsste irgendwo Kraftstoff austreten, da die Benzinpumpe mit ca. 5bar den teuren Saft nach vorne fördert. Da Du ja das Pumpenpaket im Heck schon runderneuert hast, dürfte die Ursache nicht hier, sondern an einem Leck zu suchen sein, welches sich nur durch die Fliehkräfte in Rechtskurven öffnet. Ich würde mir mal den ganzen Bereich um den Mengenteiler vornehmen: Überall wackeln, vielleicht findest Du so das Leck. Eine andere Ursache könnte beim Stauklappenpotentiometer zu suchen sein: Wenn der in Rechtskurven „aus dem Tritt“ kommt, weiß das Steuergerät nicht, was es machen / zünden soll. Einmal verwirrt, braucht es ein paar Augenblicke, bis alles (Zündung / Lambda / Poti) wieder im Einklang ist.... Das ist recht häufig ein Problem, aber m. Wissens nicht nur in Rechtskurven.

Frage von Franz Thelen:

Guten Tag, ich fahre einen VW T3 Multivan, der durch den Vorbesitzer einen Motorumbau erfahren hat. Da hinten tickt jetzt ein 2e-Motor aus einem Golf 3 GTI mit 115 PS. Seit einiger Zeit fährt der Wagen im kalten Zustand ganz normal, wird er warm, hat er zunächst kurze Zündaussetzer, kommt er von den Drehzahlen runter, säuft er ab und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es riecht heftig nach Benzin, der Wagen springt nicht mehr an. Können Sie mir bitte einen Tipp geben was da falsch läuft? Vielen Dank im Voraus F. Thelen

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Franz, wenn der T3 im Kaltlauf vernünftig fährt, dürfte die Zündung o.k. sein. Wahrscheinlich ist ein Temperaturfühler ausgestiegen, der der Einspritzung auch bei warmem Motor den Befehl „Kaltlauf" gibt. Entsprechend fett ist die Einspritzung.... Du musst Dir also die Sollwerte der in Frage kommenden Sensoren heraussuchen (Forum??) und die in Deinem verbauten Motor testen. Das dauert, wird aber irgendwann zum Ziel führen. Eine „normale" Diagnose via OBD-Dose scheidet durch den Swap ja leider aus. Hier ist Forschergeist gefragt.... Und: Lasse nicht nach! Das Auto ist interessant und muss weiterfahren! - meint Der Autopapst

Frage von Gordon Rausch:

Guten Tag Herr Keßler, ich habe mir einen VW Passat Kombi aus 2006 gekauft (stöhn) mit folgenden Kennzahlen 0603 und AFF. Zwei Teilfragen hierzu: Die ominöse Parkbremsleuchte ist an und baut nach kurzer Zeit weitere Fehlermeldungen auf. Nach dem Ausbau und Laden der Batterie springt der Wagen jetzt nicht mehr an, Wegfahrsperre? Bitte senden Sie mir einen Lösungsansatz, denn VW ist hiermit leider überfordert. Mit besten Grüßen Gordon Rausch

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Gordon, soweit ich Dich verstanden habe, geht die rote Kontroll-Leuchte der Feststellbremse auch bei gelöster Bremse nicht aus. Das kann entweder an einem defekten Schalter am Handbremshebel, einem Kabelbruch oder auch an zu wenig Bremsflüssigkeit im Vorratsbehälter liegen. Letzteres ist mit einem schnellen Blick gecheckt; die Ursache für Bremsflüssigkeitsverlust sollte aber ein Fachmann suchen! Wenn Du das Auto „stromlos“ machst, vergessen alle Steuergeräte ihre Programme und müssen nach dem Wiedereinbau der Batterie zunächst mal wieder hochfahren. Das kann zu Startproblemen führen; wenn der Motor überhaupt nicht anspringen will, wirst Du wohl nicht um einen hilfreichen Spezialisten mit Diagnose-Tool herum kommen. Diese Autogeneration ist schon so „elektronisiert“, dass Herumprobieren einfach nichts mehr bringt....

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.