Fragen an den Autopapst im November 2014

Autopapst Andreas Kessler
Autopapst Andreas Kessler © AG

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen VW Bulli T3.

Frage von Eva Schäfer:

Sehr geehrter Herr Andreas Keßler, mein Mann war mit seinem VW Bulli T3 vor kurzem zum TÜV. Dabei wurde eine eingebaute Sitzbank bemängelt. Angegeben im Protokoll wird dazu folgendes : 622-EM- Sitzbank, 2.Sitzreihe, Zulässigkeit nicht nachgewiesen. Diese Sitzbank ist ein altes Klappsofa und wurde damals eingebaut, dass der Mann auch im Auto schlafen kann, wenn er nicht mehr nach Hause kam. Er ist Berufskraftfahrer und es war keine Möglichkeit damals z. B. in einer Pension schlafen zu gehen. Der LKW wurde in Wechselschicht gefahren. Unsere Fragen: Ist diese Sitzbank TÜV-relevant, die Vorrichtung zur Befestigung der Bank war gegeben. Gurte sind nicht vorhanden da die Bank zum Mitfahren nicht geeignet ist; Sie ist nur als Schlafplatz geeignet. Was müsste der Mann machen, dass sie als solches anerkannt bleibt, eben als Schlafplatz. Dadurch wäre auch die Möglichkeit gegeben, z. B. mal zwei Tage im Auto zu leben (Camping). Was heißt das eigentlich 622-EM-...??? Mit freundlichen Grüßen Frau Schäfer

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Eva, 622-EM bedeutet "Befestigung Sitze mangelhaft, erhebliche Mängel". Grundsätzlich müssen im Fahrzeug montierte Sitzgelegenheiten bauartgeprüft und mit Sicherheitsgurten versehen sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob man auf der „Klappcouch“ nur ein Nickerchen machen will oder ob tatsächlich jemand darauf sitzt. Wenn eine Sitzgelegenheit im Auto verbaut ist, geht der Gesetzgeber davon aus, dass diese auch benutzt wird. Der Gutachter ist deshalb gezwungen, die technischen Vorschriften für Sitze im Auto anzuwenden. Um das Dilemma zu lösen, müsste man die Klappcouch zum Sitzen unbrauchbar machen und als "Ladung" definieren. Das ganze wird sich aber in einer Grauzone abspielen, es bedarf also etwas Fingerspitzengefühl…. Es grüßt Der Autopapst

Frage von Rainer Schröder:

Hallo Herr Keßler, bei meinem Toyota Yaris leuchtet die Motorsteuerleuchte und ESP ständig auf, die Werkstatt tippt auf den Kat und möchte ihn gerne tauschen. Wissen sie vielleicht, woran es liegt?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Rainer, der Kat ist in aller Regel gar nicht "diagnosefähig", er kann gar nicht direkt angesprochen werden. Da neben der MIL auch noch die ESP-Kontrolle aufleuchtet, tippe ich eher auf so etwas wie den Pedalwertgeber. Im Zweifel empfiehlt es sich, den Fehlerspeicher direkt bei Toyota auslesen zu lassen. Freie Werkstätten kommen mit ihren Universal-Testern nicht bis in die tieferen Ebenen der Motorsteuerung und beginnen dann mit "Teileweitwurf" (.... wir tauschen erst mal den KAT, dann sehen wir weiter...). Viel Erfolg bei der Lösung wünscht der Autopapst

Erika Gaidies fragt:

Hallo Herr Kessler, mein Auto ist ein Mercedes-Benz Kombi, E-Klasse, Bj 06.1997, 210 K, K100/5500, Hubraum 1998 cm³, Benziner, die Benzinpumpe bekommt keinen Strom. Ich habe die Benzinpumpe, den Benzinfilter und das Benzinpumpenrelais gewechselt. Trotzdem keinen Strom. Dann das Relais überbrückt. Auto springt sofort an und Benzinpumpe läuft. Ich werde nochmal alle Sicherungen kontrollieren... Aber nun bin ich mit meinem *Bilanzbuchhalterlatein* am Ende...Könnte es wohl der Kurbelwellensensor sein? Hinzu kommt auch noch, das ständig die Batterie von einem gierigen Stromvampir leer gesaugt wird. Aber das war auch schon vor dem Benzinpumpenwechsel. Vielleicht können Sie mir ja schnell eine Antwort senden? Liebe Grüße aus Hagen, Erika (-..und weil die Sonne heute so schön scheint, sende ich Ihnen ein dickes Bündel Sonnenstrahlen.. Ich finde Sie übrigens total schnieke ;-))

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Erika, danke für die Blumen! Sie sind aber offenbar auch nicht auf den Kopf gefallen, was Autos betrifft! Das Problem liegt nicht an der Benzinpumpe, nicht an der Verkabelung derselben, nicht am Motor und nicht an der Zündanlage. Was bleibt übrig? Richtig, das Relais! Sie haben es zwar gewechselt, aber war das dann eingebaute Relais sicher in Ordnung? Normalerweise schaltet das Gerät die Benzinpumpe ein, wenn die Zündung auf „an“ geschaltet wird. Wenn dann keine Impulse vom Kurbelwellensensor kommen, schaltet das Relais die Pumpe aus Sicherheitsgründen wieder ab. Da die Pumpe mit Relais nicht, ohne Relais mit Kabelbrücke aber sehr wohl funktioniert, bleibt eben nur das Relais.... Verwenden Sie eins, welches in einem anderen Auto funktioniert. Wenn der Wagen dann läuft, würde ich ihm ein neues Relais gönnen! Es grüßt Der Autopapst

Frage von M. Barkowski:

Sehr geehrter Herr Kessler, ich habe einen VW Polo Variant, 6KV gekauft mit neuem TÜV, 125.000 km. Nun habe ich auf der Autobahn festgestellt, wenn ich in den dritten Gang oder vierten Gang schalte und dann beschleunige, dreht der Motor kurzzeitig hoch und dann wieder normal. Meine Vermutung, die Kupplung ist verschlissen oder kaputt?? Bitte im Ihren Rat, vielen Dank!!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Barkowski, Ihrer Beschreibung nach liegen Sie mit dem Verdacht auf einen Kupplungsschaden richtig! Eine neue Kupplung kostet inklusive Einbau etwa 600 Euro. Wenn Sie den Wagen von einem Händler gekauft haben und seit dem Kauf noch nicht mehr als sechs Monate verstrichen sind, haben Sie gute Chancen auf Gewährleistung. Der Händler wird sich zwar herausmogeln wollen, Ihr Anwalt kriegt das aber sicher hin.....

Frage von E. Klappenbach:

Guten Morgen Herr Kessler, ich habe mir ein Batterieerhaltungsladegerät gekauft und habe dazu eine Frage. Muss man bei Anschluss an die Batterie beide Pole abklemmen (vom Hersteller so angegeben) oder kann man einfach dieses Gerät an die angeklemmten Pole anschließen? Mit lieben Dank und besten Grüßen E. Klappenach

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Eberhard, ich habe seit vielen Jahren diese Erhaltungsladegeräte und habe noch nie die Pole abgeklemmt, bevor ich das Ladegerät angeschlossen habe. In der Bedienungsanleitung steht das aber unverdrossen immer wieder drin, damit der Hersteller / Importeur / Verkäufer haftungsfrei ist, falls etwas passiert. Mit der Vorschrift soll eine Knallgasexplosion vermieden werden, falls sich beim Anschließen des Ladegerätes ein Funke bildet. Dieser Funke kann aber auch beim Abklemmen der Batterie entstehen. Wenn man so ein Ladungserhaltungsgerät anschließt, fließt aber zunächst gar keine Spannung, weil man das Gerät erst nach dem Anklemmen der Polklammern anschalten kann..... Also: Einfach anklemmen, auf die Taste drücken, laden. Das ist alles!

Michael Kunkel fragt:

Guten Tag Herr Keßler, ich habe ein Problem mit meinem Peugeot 205 CJ Cabriolet (EZ 1990, Motor TU1M). Die Vorbesitzerin hat die Benzinpumpe erneuern lassen. Seither besteht wohl das Problem, dass das Auto ab nur noch halb gefülltem Tank in starken Kurven/Kreisverkehren kein Benzin bekommt. Sobald das Auto gerade fährt, bekommt der Motor wieder Benzin. Ist der Tank nur noch 1/4 voll, bekommt der Motor gar kein Benzin mehr. Die Tankanzeige ist korrekt, habe es beim Nachtanken mit der Füllmenge gecheckt. Was kann das sein, haben Sie eine Idee? Besten Dank! Viele Grüße, Michael Kunkel

Autopapst Andreas Kessler antwortet:
Hey Michael, der Puk hat vertauschte Anschlüsse: Der eigentliche Rücklauf ist jetzt der Vorlauf und umgekehrt. Wenn das richtig gestellt wird, ist der Spuk vorbei..... Viele Grüße vom Autopapst

Frage von R. Primus:

Mein Opel Omega 2,5 V6 Automatik ruckelt ab 2500 U/min und beschleunigt nicht weiter hoch. Nur mit Kickdown kriege ich den weiter hoch. Kerzen, Kabel, etc. sind alle neu. Der freundliche Opelhändler meint, es sei das Automatikgetriebe. Da der Wagen schon 12 Jahre alt ist, sollte ich mich nicht mit dem Gedanken an eine Reparatur abgeben. Dabei hat der noch keine 150.000 km runter und ist bestens in Schuss. Ist halt ein super Auto auf Strecke und immer zuverlässig gewesen. Kann es denn sein, dass da nur ein neues Getriebe hilft?? Das kostet doch irre viel und der Einbau dann ebenso. Für mich als Rentner ist das schon eine schwere Entscheidung. Kann mich gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, meinen treuen Ommi aufzugeben. Was raten Sie mir?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Primus, „normale“ Werkstätten / Vertragshändler haben leider im Zusammenhang mit Automatikproblemen nur einen Therapievorschlag: Ein neues Getriebe! Und nicht mal das funktioniert dann einwandfrei.... Ich würde an Ihrer Stelle zu einem Automatik-Spezialbetrieb gehen und dort zunächst mal einen Check mit Ölwechsel machen lassen. Die Jungs da kennen sich in der Regel sehr gut aus und können in vielen Fällen helfen. Wenn es bei der Diagnose bleibt, würde ich das Getriebe nicht erneuern lassen, sondern das Auto so wie es ist verkaufen und nach etwas ähnlichem (Volvo 940, Mercedes E-Klasse Kombi W210 -ja, es gibt auch gute Exemplare!!) suchen. Das ist wirtschaftlicher, weil die Omegas zu einer aussterbenden Spezies gehören, die nur noch mühsam und relativ teuer am Leben gehalten werden können.

Frage von Katja Posselt:

Hallo Herr Kessler, in meinem Mitsubishi Colt CJ0, Baujahr 2002, beschlagen die Scheiben öfter. Die Innenraumlüftung macht zwar Geräusche wie immer, aber es kommt definitiv viel weniger Luft heraus. Ich nehme an, dass der Gebläsemotor geht (wegen den Geräuschen und der wenigen Luft die noch raus kommt. Könnte es ein Regler sein, der defekt ist oder eventuell Filter, die eventuell getauscht werden müssen? Viele Grüße K. Posselt

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Katja, wahrscheinlich ist der Pollenfilter dicht! Das hatte ich letztes Jahr in meinem BMW auch, es kam wirklich kaum noch ein Hauch Frischluft durch. Als es dann kalt wurde, heizte der Karren deshalb auch nicht. Ich bin dann mit einem neuen Filter in die Tiefen des Autos getaucht und habe den Filter erneuert. Der alte war eigentlich schon ein sprechendes Biotop..... Seither ist alles tutti: Frische und ggf. temperierte Luft, was will man mehr? Es grüßt Der Autopapst

Frage von Ralf:

Hallo Herr Kessler, ich fahre einen Fiat Ducato Kastenwagen, 2,8 JTD, Bj. 2004. Seit kurzem habe ich einen quietschenden Reifen links vorne. Es klingt, als ob man mit einem nassen Schuh auftritt. Das Geräusch ist raddrehzahlabhängig und man fühlt das auch im Lenkrad, etwa so wie ein schlecht gewuchteter Reifen. Das fängt schon bei Schrittgeschwindigkeit an und verliert sich mit steigender Geschwindigkeit. Kann es sein, das sich mein Reifen innerlich auflöst?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Das kann sogar sehr gut sein, lieber Ralf! Man spricht in diesen Fällen von einem Karkassenbruch, der durch Gewalt-Verformungen (z.B. durch Überlast, Schlaglöcher oder zu wenig Druck) des Reifens entstehen. Hier hilft leider nur ein neuer Pneu, besser zwei (auf einer Achse sollten immer gleichwertige Reifen laufen...). Ich würde das bald machen, bevor der Reifen platzt. Das passiert in solchen Fällen nämlich recht spontan und zeitnah......

Frage von Frank Rau:

Nach dem Starten des Skoda Octavia 1, 150 PS Turbo, 1,8 L Benziner, muss ich das ESP ausschalten, da sonst das Fahrzeug mitten beim Fahren versucht, abzubremsen, egal ob Kurve oder gerade. Alle Sensoren plus Radnaben und die Ringe auf den Naben wurden getauscht (neu).Aber das Problem ist immer noch, könnte es das ESP-Steuergerät sein? Vielen Dank

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Frank, es könnte! Um sicher zu gehen, kannst Du zunächst den Fehlerspeicher auslesen lassen (bei Skoda!). Wenn dort irgendetwas von einem neuen Steuergerät orakelt wird, lass Dir zeigen, wo das Ding sitzt. Dann fährst Du nach Hause, baust das Steuergerät aus und schickst es zu www.ecu.de. Die lösen das Problem, aber nicht für 800 Euro. Auf der Seite steht mehr. Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Hans Peter Maderer:

Guten Tag, bei meinem Hyundai Lantra Kombi 1,6, Bj 1998, muss ich so ca. alle 80 - 100 km Wasser in den Kühler nachfüllen. Vor vier Monaten hat es damit angefangen. Die Temperatur-Anzeige stieg plötzlich auf 100°C. Zufällig war gerade eine Tankstelle in der Nähe. Nach einer halben Stunde öffnete ich den Schraubverschluss vom Wasserkühler und es schoss eine braune Brühe heraus. Es hatten ungefähr zwei Liter Wasser danach gefehlt. Ist es möglich, dass der Kühler Haarrisse hat und innen schon Rost anliegt? Um Tipps wäre ich sehr dankbar, weil ich mir momentan keine kostenintensive Reparatur leisten kann. Viele Grüße Hans

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Hans, wenn das Kühlmittel rostbraun ist, dürfte kaum noch Frostschutzmittel und damit auch kaum noch Korrosionsschutz im Kühlsystem sein. Die Korrosion konnte also ungehindert fortschreiten und hat wahrscheinlich im Bereich zwischen den Zylindern eine Undichtigkeit zwischen Zylinderkopf und Block entstehen lassen. Durch dieses Leck dringt jetzt Kühlmittel in den Verbrennungsraum ein und wird dort verdampft und zum Auspuff hinaus geblasen. Ich nehme an, dass selbst eine neue Zylinderkopfdichtung das Problem nicht beheben wird. Der Lantra dürfte es also hinter sich haben.... Sorry, trotzdem Grüße vom Autopapst

Brigitte Andresen fragt:

Hallo, lieber Autopapst! Mein schnuckeliger quietschroter Fiat Punto hat Probleme durch den TÜV zu kommen. Dabei ist er mit 17 noch nicht mal volljährig... Es ist ein Punto 55, 1.1 l (54 PS) Hubraum: 1108 ccm, Bj. 1997, KBA-Nr. 4001660, hat ABS, Bendix-Bremsen vorn und hinten. Die vorderen Bremsen sind nach Austausch von Scheiben und Belägen sowie gängig machen kein Problem und greifen kräftig und symmetrisch. (Tragbild wurde TÜV-bemängelt). Hinten hat allerdings der TÜV links 200, rechts aber nur 90 gemessen --> keine Plakette (was ja auch gut so ist...). Die Handbremse hingegen macht links 90 und rechts immerhin 150. Daraufhin wurden hinten die Beläge, Radbremszylinder und die Bremsleitungen von dort zum Bremsschlauch achsweise gegen Neuteile ausgetauscht. Rechts wurden außerdem der Bremskraftregler und der Bremsschlauch ersetzt. Die Handbremse zieht seitdem weiterhin gut und nahezu gleich auf beiden Seiten. Trotz eher deftig schleifender Nachstellung der (beidseitig freigängigen) automatischen Nachsteller - Trommelbremse rechts - hat sich das Problem der Fußbremse nach Austausch all dieser Teile nicht grundsätzlich geändert. Links ist die Bremsleistung nach wie vor prima, rechts kommt nicht mehr als die Hälfte davon an. Allmählich gehen der Werkstatt und mir die guten Ideen aus, was das zugrundeliegende Problem sein könnte, nachdem wir rechts so ziemlich alles getauscht haben, was geht. Als Anhänger evidenbasierter Medizin hat mir schon der Belagtausch nicht behagt, nicht etwa aus Knickerigkeit, sondern weil durch kombinierte Betriebs- und Handbremsleistung klar war, dass beidseitig weder Trommel noch Beläge etwas damit zu tun haben konnten. Für inspirierte Ideen, wie man in diesem Fall ergebnis- und zeitwertorientiert weiterkommen könnte, wäre ich sehr dankbar. Das gute Stück hat trotz seines Alters erst 60.000km auf der Uhr und ich hab' ihn lieb.. Vielen Dank im Voraus für clevere Lösungsvorschläge.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Brigitte, ich bitte sehr um Verzeihung für die späte Retoure auf Dein Anliegen, es waren Herbstferien..... Zur Sache: Interessant an Deinem Problem ist die Tatsache, dass die Bremse an der Hinterachse eine Trommelbremse ist. Old-School, mit mechanisch auf die Bremsbacken wirkender Feststellbremsbetätigung. Hier dürfte der Kern des Problems liegen: Trommelbremsen haben einen sog. Selbstzentrierungseffekt, der natürlich nur dann ideal ausfällt, wenn die Radien der Bremsbacken und der Bremstrommel möglichst gleich sind. Wenn in eine Trommelbremse neue Bremsbacken eingebaut werden, ist das in der Regel nicht der Fall. Die neuen Beläge der Bremsbacken müssen sich erst eine gewisse Zeit abnutzen und damit an den Radius der Trommel anpassen, bevor alles „paßt“. In der Praxis funktioniert das auch nach einiger Zeit, es sei denn, die Radien sind zu weit auseinander. Ich würde (falls der Einlaufprozess das Problem nicht schon gelöst hat....) die Trommeln noch einmal abnehmen und die Durchmesser messen und dann mit den Radien der Backen vergleichen. Wahrscheinlich tragen die Bremsbacken nur an einer Ecke und bringen so natürlich keine vernünftigen Werte auf die Rolle. Hinzu kommt, daß die Bremszylinder die Bremsbacken anders an die Trommel pressen als der Hebel der Feststellbremse (es kommt also zu unterschiedlichen Werten....). Früher (als die Beläge noch einzeln auf die Bremsbacken genietet wurden...) gab es „Übermaßbeläge“, die eine fachgerechte Reparaturmethode bei bereits verschlissenen (= im Durchmesser zu großen) Trommeln darstellten. Dein Problem sollte mit etwas herummessen und Rat von einem „alten Meister“ zu lösen sein. Bezugsquellen für solche seltenen Bremsenteile sollte ich irgendwo im Archiv haben.... Bitte gib nicht auf, ich bin ein großer Freund „nachhaltiger“ Nutzung von Automobilen (es muß ja nicht immer ein alter Porsche sein!). Herzliche Grüße vom Autopapst.

Frage von Maike:

Hallo Papst! Mein Audi A3 8l, Baujahr 2003, altes Facelift, hat zwei kleine Macken. Zum einen öffnet die Heckklappe selbstständig während der Fahrt, die Zentralverriegelung der Heckklappe geht (auch ohne laufenden Motor) alleine auf. Sicherung bereits getauscht, unter der Verkleidung ist alles sauber und trocken. Relais noch nicht gecheckt - wo befindet sich das dafür zuständige überhaupt?? Zum anderen wird beim Hochfahren des Fensters auf der Fahrerseite der Klemmschutz aktiviert und das Fenster fährt wieder runter. Nur mit kurzem Antippen bekommt man das Fenster irgendwann hoch. Meine Lösungen bis jetzt: Stecker vom Motor der Heckklappe abziehen und Fenster auf der Fahrerseite nicht mehr öffnen. Gibt es vielleicht noch einen anderen Weg??? Vielen Dank und viele Grüße!! Maike

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Maike, die „Phantomöffnung“ der Heckklappe könnte als Ursache einen Bruch im Heckklappenkabelbaum (= Wackelkontakt /Kurzschluss!) haben. Das muss nicht in jedem Fall zum Ansprechen des Leitungsschutzes (= Sicherung) führen. Siehe doch mal nach dem Kabel im Flexschlauch zwischen Klappe und C-Säule. Die Fensterproblematik könnte mit einem Abklemmen der Batterie zusammen hängen. War die in letzter Zeit mal draußen / abgeklemmt? Dann vergisst die Steuerung, wo OT und UT ist und der Einklemmschutz spricht an. Man kann das Fenster neu anlernen, indem man das Fenster hoch fährt und die Taste in der oberen Position für etwa zehn Sekunden gedrückt hält. Das gleiche mit „unten“ und dann: feddich (jedenfalls theoretisch....)! Viel Spaß wünscht Der Autopapst

Frage von H. Rafalzik:

Sehr geehrter Herr Kessler, mir wurde vor wenigen Tagen mein Wohnmobil, Dethleffs Advantage T5841 in einer Wohnstraße gestohlen. Wie ist es möglich die Wegfahrsperre zu knacken und dann noch das Fahrzeug ohne Schlüssel (ich habe noch beide) wegzufahren? Das ist mir ein Rätsel. Mit freundlichen Grüßen H. Rafalzik

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Rafalzik, die elektronische Wegfahrsperre war in der Nachwendezeit die einzige Möglichkeit, den massenhaften „Auto-Abfluss“ in Richtung Osten zu bremsen. Inzwischen hat die Auto-Mafia aber aufgerüstet und umgeht die elektronischen Systeme genau so elegant, wie vor 25 Jahren ausgefeilte Schlosssysteme geknackt wurden. Wie das im Einzelnen funktioniert, will ich hier aus nachvollziehbaren Gründen nicht erläutern. Die Krux an modernen, serienmäßig eingebauten Diebstahlsicherungssystemen ist gerade ihre massenhafte Verbreitung: In jedem Auto einer Modellreihe sind die gleichen Systeme verbaut. Wer so ein System einmal durchschaut / geknackt hat, kann das bei jedem anderen Auto auch. Absolute Sicherheit gegen Autodiebstahl gibt es nicht, man kann sich aber durch individuell nachgerüstete „Anti-Klau-Technik“ zusätzlich absichern. Jeder versteckt eingebaute Schalter oder jede zusätzliche Alarmanlage kostet Zeit, die der Dieb nicht hat. Die alte, analoge Zeit hat nämlich ihre Vorzüge: Heutige Diebe kennen sich damit nicht mehr aus.... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Claudio Iozzo:

Hallo lieber Autopapst! Beim Licht oder Blinker betätigen, geht der Motor meines Renault Megane, 75 PS, Bj. 99, Benziner, 200.000 Km, aus.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Tja, Herr Iozzo, da scheint nicht mehr genügend Saft im System zu sein! Ich würde mal meine elektrische Anlage überprüfen (lassen). Batteriekapazität und Ladestromhöhe misst sehr gerne der freundliche Auto-Elektriker um die Ecke. Ich tippe aus der Ferne auf einen defekten Regler der Lichtmaschine. Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Georg Lühring:

Hallo Herr Kessler, ich fahre einen Mercedes-Benz 270 CDI Kombi mit 286.000 km, Bj. 04/2004, 177 PS, Dieselmotor. Übernommen habe ich den Wagen 11.05.2011 mit 172.000 km. Meine Frage - nach wieviel Kilometern muss der Zahnriemen erneuert werden. In meiner Zeit ist der Zahnriemen noch nicht gewechselt worden. Mit freundlichem Gruß Georg Lühring

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Lühring, die 270CDI-Motoren haben keinen Zahnriemen, sondern eine Steuerkette. Ein Wechsel der Steuerkette wird bei sämtlichen MB's nicht vorgeschrieben. Sollte eine Kette ein Problem haben, so kündigt sich das durch Rasselgeräusche an. Sonst ist der 270 CDI sehr empfehlenswert....

Frage von Jahnen:

Mein Anlasser vom Peugeot 406 Break, Baujahr 1999, 150.000 Kilometer, geht alle drei Tage kaputt. Er würde sich beim Anlassen mitdrehen.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Jahnen, das kann ich kaum glauben.... Wenn der Anlasser „mitdreht“, spurt er nach dem Starten nicht aus (das liegt z.B. an einem verschmutzten / defekten Magnetschalter) und der Starterfreilauf verhindert zunächst Schäden am Anlasser. Wenn das längere Zeit der Fall ist, versagt der Starterfreilauf irgendwann und der Anlasser brennt durch / geht fest / zerlegt sich. Das kann schon mal passieren, nach einer sachgerechten Reparatur aber nicht alle drei Tage. Für mich sieht das nach einem Gewährleistungsfall aus (natürlich nur dann, wenn die Reparatur in einer Werkstatt durchgeführt wurde).

Marcus Mrugalla fragt:

Guten Tag, ich habe einen Mazda 6, Bj. 14.02.2003, GG/GY Motor, 2,3 Liter Benziner.Beim Kaltstart springt der Motor normal an, allerdings mit leichten Drehzahlschwankungen. Beim Fahren nimmt er dann nur wiederwillig Gas an bzw. er bockt und ruckelt. Beim Fahren mit gemäßigtem Tempo merkt man wie das Fahrzeug ruckelt. Erst wenn der Motor warm ist, läuft dieser ohne Probleme. Allerdings beim Warmstart benötigt er länger beim Anlassen. Vielen Dank für Ihre Hilfe, Marcus Mrugalla

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Ruckler sind Autopapstens Liebstes.... Das Schöne daran ist, das die Ursachen so herrlich vielfältig sind: Bei einem 11 Jahre alten Auto mit geschätzt 165.000 km auf dem Tacho würde ich zuallererst die Komponenten der Zündung prüfen / erneuern. Wenn das nichts bringt, kommt der Motortemperaturfühler in den Focus. Danach die Einspritzdüsen. Dann der Kraftstoffdruckregler usw., usw. Etwas zielgerichteter kann der Teileweitwurf werden, wenn man vorher den Fehlerspeicher befragt: Wenn dort nämlich ein Fehlercode verzeichnet ist, kann das sehr viel Geld für Herumprobieren ersparen...

Frage von Lena Petereit:

Habe kürzlich einen 1992er Subaru Legacy Station Wagon gekauft. Beim Anspringen war es immer etwas stotternd, aber es gab nie Probleme. Heute Mittag, nachdem ich schon einige Zeit gefahren war, ist er nicht mehr angesprungen. Hat noch nicht einmal gestottert, es kam einfach gar nix. Die Batterie war vier Jahre alt und ich hab sie durch eine neue ersetzt. Alles ging wieder gut. Jetzt am Abend springt er wieder nur stotternd an und auch nur dann, wenn ich währenddessen das Gaspedal mehrfach drücke. Das "Check Engine" Lämpchen hat in letzter Zeit auch immer wieder mal aufgeleuchtet, ist aber auch immer wieder ausgegangen. Vielen Dank für Ihre Hilfe Lena

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hey Lena, es wird wieder kälter, die Nächte länger und Dein Auto braucht mehr Strom. Ich tippe mal auf ein Problem mit der Lichtmaschine. Wahrscheinlich ist die nicht mehr in der Lage, die Batterie ordentlich zu laden. Das kann am Regler liegen (30 Euro) oder an der Lichtmaschine selbst (250 Euro). Genaueres weiß ein Autoelektriker, der mit drei Messungen das Problem einkreisen kann. Versuch und Irrtum könnte für Dich teuer werden, lass lieber Fachleute ran....

Frage von Michael:

Hallo Autopapst, ich habe einen VW Golf 3, Bj. 94, mit 1.4 60 PS-Maschine MKB: ABD. Mein Problem: Das Auto geht während der Fahrt einfach aus, als ob man den Zündschlüssel rumgedreht hätte. Wenn man das Auto wieder normal startet, geht er eine Weile wieder, danach dasselbe Problem, öfters auf 10 km 4x ausgegangen während der Fahrt. Gewechselt: Verteiler, Zündspule, Zündkerzen, Benzinfilter, Zündkabel, Anlassschalter. Mir ist heute aufgefallen, wenn der Motor ausgeht, dann leuchtet die Batterie-Kontrolllampe nicht mehr richtig, die ist dann nur noch halb so hell wie die anderen. Bin langsam echt ratlos. Wenn die Batterielampe wieder richtig hell leuchtet, kann ich wieder normal starten.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Michael, eigentlich kümmere ich mich in diesem Forum nicht um Autos, die ausgehen (zu viele mögliche Ursachen....). In Deinem Fall würde ich aber einen Besuch eines Autoelektrikers empfehlen. Der soll mal die Lichtmaschine mit ihrem Regler und die Verkabelung zwischen Lima und Batterie testen. Möglicherweise ist die Lichtmaschine durch einen inneren Kurzschluss die Ursache Deines Problems....

Vorheriger ArtikelPeugeot 108: Der kleine Prinz
Nächster ArtikelRichtige Pflege verlängert Batterie-Leben
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete zehn Jahre in einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin. Nebenbei arbeitete er in die Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. In dieser Zeit berichtete er über die Fußball-Nationalelf und war u.a. Berichterstatter von den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City,, ehe er ins Autoressort der Autogazette wechselte. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist tätig.