Fragen an den Autopapst im Januar 2017

Autopapst Andreas Kessler.
Autopapst Andreas Kessler. © AG/Flehmer

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen Dodge Dakota.

Frage von Sonja Wilson:

Hallo Herr Kessler, ich bin für den Dodge Dakota meines Sohnes verantwortlich, weil er längere Zeit abwesend ist. Nun ist ein Problem aufgetreten. Er springt mit Überbrückung an, aber ich kann kein Gas mehr geben, d.h. der Motor läuft, nimmt aber, wenn ich das Gaspedal betätige, keine Kraft auf. Es leuchtet so etwas wie ein Motor auf und ein Blitz. Ist die Batterie nicht mehr in Ordnung? Bitte helfen Sie mir Danke

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Sonja, das wird das Notlaufprogramm sein. Demnach erlaubt das Auto keine Leistungsabgabe, um den Schaden nicht zu verschlimmern. Als Ursache ist z.B. ein Fehler bei der Starthilfe denkbar (Spannungsspitze), die irgendeinen Sensor oder eine Sicherung gekillt hat, deren Signale für eine einwandfreien Motorlauf nötig sind. Ohne Diagnoseequipment ist da leider nichts zu machen.... Viele Grüße in die Schweiz vom Autopapst

Frage von Stephan Falkenberg:

Hallo lieber Autopapst, unser Honda FR-V 1.8 VTEC, BJ. 2009, reagiert auf Gasbefehle mit etwas Verzögerung, was das Fahren echt anstrengend macht. Woran könnte das liegen? Ist so etwas normal? Viele Grüße Stephan

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Stephan, lasse in einer Werkstatt, die sich damit auskennt, die Nockenwellenverstellung prüfen. Wenn die o.k. ist, könnte die Abgasrückführung gestört sein. Oder es ist etwas anderes, was erst nach der Befragung des Fehlerspeichers zu finden ist. Gute Fahrt wünscht der Autopapst

Frage von Michael Lucas:

Hallo Herr Keßler, mein Ford Focus Turnier 1,6, 192.000 Km, verliert auf der Autobahn leicht ansteigend an Leistung und die Wassertemperatur steigt leicht an. Letztes Jahr wurden Zahnriemen, Zylinderkopfdichtung, Elektronik, Wasserpumpe und Thermostate geprüft oder gewechselt. Die Ford-Werkstatt hat hier resigniert. Im Stadtverkehr läuft der Wagen ohne Probleme und zieht gut. Hat der Wagen wirklich ausgedient? Mit lieben Gruß Michael Lucas

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Lucas, das dürfte ein Riss im Zylinderkopf sein! Die Reparatur lohnt sich nur dann, wenn man ein gutes Gebrauchtteil findet (Zylinderkopf) und diesen selbst einbauen kann. Die Arbeitszeit in der Werkstatt für den Kopfwechsel und die Teilekosten dürften den Zeitwert des Focus überschreiten. Da ist ein ähnlicher Gebrauchtwagen preiswerter..... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Andreas Kost:

Lieber Autopapst, ich habe ein günstiges Angebot für einen gebrauchten Porsche Boxster 2,7 Tiptronic mit 220 PS. Leider schon 150.000 km gelaufen. Wo sind die Schwachstellen des Autos? Worauf muss ich achten? Vielen Dank! Herzliche Grüße Andreas Kost

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Namensvetter, ich hoffe nicht, das es am Vornamen liegt: Ich bin auch manchmal etwas faul.... Trotzdem habe ich für Dich im Netz gesucht und einen netten Link gefunden:

https://www.pff.de/porsche/index.php?thread/2719888-kaufberatung-boxster-986/

Mehr hätte ich aus dem Kopf auch nicht gewusst! Cheers, Andreas Keßler

Frage von Wolfgang Reichelt:

Hallo, ich habe einen Ford C-Max 2,0 Diesel mit 135.000 km, 10 Jahre alt. Nun sagt die Werkstatt, der Zahnriemen sollte nach Vorschrift demnächst gewechselt werden. Ist das sinnvoll? Der jetzige könnte noch 70.000 km halten. Wie lange hält dann der Neue? Was rät Andreas Keßler mir? Viele Grüße Wolfgang

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Haben Sie sich mal 10 Jahre alte Reifen angesehen? Rissig, hart, unflexibel.... So ein Zahnriemen ist eigentlich auch nur ein Reifen (übertrieben dargestellt!), immerhin auch aus „Gummi". Und der altert.... Ein steifer, rissiger Zahnriemen reißt, auch wenn er nach 10 Jahren erst 60.000 km gelaufen ist. Wer hier spart, gibt später das Doppelte bis Dreifache für eine Motorreparatur aus! Grüße vom Autopapst

Frage von Ingo Wettstein:

Hallo! Ich fahre einen Mercedes Sprinter 210 D, Bj. 1998, 75 kW/102 PS. Bei Frost funktioniert der Heizungslüfter nicht, was ausgesprochen unpraktisch ist. Steigt die Temperatur über 0°C oder fahre ich lange genug (ca.50-100km), funktioniert er wieder einwandfrei. Woran kann das liegen und wie kann ich es beheben? Die Heizung funktioniert übrigens einwandfrei. Danke

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Das dürfte der Schalter des Gebläses sein! Lassen Sie von einem Autoelektriker eine Brücke am Schalter einbauen. Wenn der Lüfter dann auch im kalten Zustand läuft, kommt ein neuer Schalter rein. Das war es dann.... Gute Fahrt A.K.

Frage von Rigo Vorsatz:

Sehr geehrter Herr Keßler, mein VW Polo 1.0, 75 PS, WVWZZZ6RZFY077507, EZ 07/2014 geht regelmäßig, aber unvermittelt, während der Fahrt aus. VW hat noch in der Garantiezeit nichts finden können. Nun wurde in einer freien Werkstatt der Sicherungsträger getauscht - ohne Erfolg. Eine genaue Ursache konnte nicht benannt werden. Fehlerspeicher deutet zwar auf etwas hin, lässt aber keine Aussage zu, was dafür verantwortlich ist. Alle Kontrollleuchten im Cockpit leuchten auf, Polo geht aus und sofort wieder an, oder braucht einige Augenblicke dafür. In dieser Zeit wird die Fahrt beinahe zum Blindflug. Servos sind ohne Funktion. Beim Überholen auf der Autobahn, oder auch im lebhaften Stadtverkehr äußerst kritisch! Ich würde mich freuen, wenn Sie eine Empfehlung aussprechen können, wo sich die Fehlersuche lohnen kann. Herzlichen Dank dafür! Gruß

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Rigo, streng genommen dürften Sie mit so einem Zerknall-Treibling (1,0 Liter und 3 Zylinder. Oh Gott!!) gar nicht auf die Autobahn auffahren.... Natürlich ist das nur halb ernst gemeint, das geht mit entsprechendem Anlauf sehr wohl. Aber nur, wenn der Motor an bleibt. Die Ursache von ausgehenden Motoren ist nie leicht zu finden, darum ist das Problem so quälend. Ich würde als nächsten den Zünd-Anlaß-Schalter tauschen, wenn das nicht hilft das Relais für die Spannungsversorgung und wenn das auch nicht hilft ein Kaufvertragsformular kaufen und den Scherben vertickern.... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Sebastian Müller:

Sehr geehrter Herr Keßler, seit rund einem Jahr riecht es aus dem Auspuff meines Opel Astra H, 2,0 Liter, Turbo, 140.000 km, Bj. 2005, nach Öl. An unserer Hauswand habe ich auch schon einen schwarzen Fleck, da ich immer rückwärts parke. Stutzig bin ich aber erst seit Mitte 2016 geworden als aus dem Auspuff eine blaue Wolke kam und zwar immer an einer Ampel beim ersten Anfahren oder wenn ich mal woanders gestanden habe und dann wieder angefahren bin. Es fällt mir nicht auf, wenn ich fahre, also ständig Gas gebe, erst wenn ich vom Gas gehe, etwas warte und dann wieder Gas gebe. Ebenfalls ist der Ölverbrauch gestiegen, so auf ca. 500 ml pro 1000 km. Ein Kompressionstest wurde gemacht in der Werkstatt, der aber sehr gut aussah. Das Kerzenbild ist ebenfalls sauber. Die Werkstatt vermutet, dass es der Turbolader oder die Ventilschaftdichtungen sind. Der Ventildeckel wurde bereits gewechselt und auch die Ventildeckeldichtung (3x). Das Auto an sich läuft sehr gut und ist in einem gepflegten Zustand. Das Problem ist, dass die Werkstatt sich nicht sicher ist, wenn sie Turbolader und Schaftdichtungen gewechselt haben, das Problem auch wirklich behoben ist. Nun kann und will ich aber nicht Geld investieren, wenn es nichts bringt. Wenn ich sicher wüsste, dass das Problem damit behoben ist, würde ich es ausgeben. Haben Sie eine Idee wie ich hier weiter vorgehen kann? Ich fühle mich nicht wirklich wohl mit den Vermutungen, der mittlerweile zwei Werkstätten, die sagen, es könnte das sein oder das wir müssten es probieren. Aber ich bin doch keine "Melksau", wenn ich wüsste, es kostet am Ende nur angenommen 2000,- Euro, dann würde ich es investieren, würde es aber z.B. 5000,- kosten, dann würde ich vor allen Reparaturen mich schweren Herzens von dem Auto trennen. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüßen S. Müller

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Sebastian, wenn das Auto wirklich gut gepflegt ist und erst 140tkm auf der Uhr hat, ist es noch ein bisschen Geld wert.... Du könntest also in der Tat etwas investieren und so noch einige Zeit Spaß an dem Astra haben. Die von Dir erwähnten 2000 Euro wären aber tatsächlich die Obergrenze dessen, was ich noch ausgeben würde. Ursächlich für den erhöhten Ölverbrauch ist höchstwahrscheinlich der Turbolader bzw. dessen Wellenlagerung, die an en Ölkreislauf angeschlossen ist. Durch die extrem hohen Drehzahlen und die extremen Temperaturen, die dort herrschen, wird sich die Wellenlagerung nach 140.000 km langsam verabschieden. Also: Starte die Suche nach einem neuen / generalüberholten (besser als ein ganz neuer!) Turbolader und einer Werkstatt, die den einbaut. Du musst Dich aber dabei nicht überschlagen: Bei 0,5 l / 1000 km ist Öl nachfüllen immer noch sinnvoller als eine teure Reparatur! Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Heinrich Schmitz:

Sehr geehrter Herr Keßler, ich fahre einen VW Tiguan 2.0 TDI. Dieser ist auch vom Dieselskandal betroffen. Am 04.01.17 wurde in der VW Werkstatt die Software des PKW erneuert. Unter anderem habe ich nach einem Telefonat mit VW erfahren, dass durch die Anpassung der Software dauerhaft der Einspritzdruck erhöht wird. Meine Frage: Können mechanische Teile der Einspritzanlage oder gar der Motorkolben auf lange Sicht Schaden nehmen? Mit freundlichen Grüßen Heinrich Schmitz

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Schmitz, die Einspritzdrücke moderner Dieselmotoren liegen ohnehin in einem Bereich, mit dem vor nicht langer Zeit noch Metalle geschnitten wurden. Die Einspritzdruckerhöhung dient allein der besseren Zerstäubung und damit der sauberen Verbrennung des Kraftstoffes. Sie ist aber relativ gering, wenn man weiß, dass der Einspritzdruck der TDI-Motoren davor auch schon bei 2000 bar gelegen hat. Für mechanische Teile würden die hohen Drücke auch schon vor der Softwareanpassung gefährlich sein, wenn der Kraftstoff als konzentrierter Strahl auftreffen würde. Das passiert aber nur bei defekten Injektoren, von denen wir in ihrem Fall aber nicht ausgehen wollen..... Also: Sie müssen sich keine Sorgen machen. Oder Sie hätten sich auch schon vorher Sorgen machen müssen! Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Franz-Josef Böckhaus:

Mein VW Golf ist schon 24 Jahre alt. Zur Zeit springt er sehr schlecht an. Der Motor läuft nach dem Starten sehr unruhig. Welche Ursache kann es sein?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Franz-Josef, hier ist wahrscheinlich ein Klassiker ursächlich: Die 3-K-Lösung hilft weiter! (3-K = Kerzen, (Zünd)Kabel und (Verteiler)Kappe erneuern!). Das ist bezahlbar, kann man selbst machen und erschlägt etwa 73% der möglichen Ursachen Deines Problems! Der Rest ist teuer und nichts für Selbermacher....

Frage von Stefanie Kernbach-Löw:

Sehr geehrter Herr Kessler, ich bin am Rande der Verzweiflung. Und zwar bin ich Tagesmutter und habe ein Auto für meine fünf Kinder gesucht. Die Wahl fiel auf einen Mercedes Viano W639, 3.2l, Benziner mit Prins-Gasanlage, Baujahr 2006, 340.000 km. Die Motorleuchte leuchtet und die Fehlermeldung lautet: Zündaussetzer 1. und 6. Zylinder. Dort wurden die Zündspulen getauscht und sämtliche Zündkabel und Kerzen. Luftmassenmesser kontrolliert. Ebenso der Kat und das Abgasrückführungsventil. Der Motor ist unruhig und hat dann und wann Leistungsverlust. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll, weil ich mir weitere teure Werkstattaufenthalte nicht leisten kann und das Auto brauche. Haben Sie eine Idee? Vielen Dank und viele Grüße

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Stefanie, das war ein Fehlkauf! Großes Auto, großer Motor, Mega-Laufleistung und Autogas: Fast sicher sind in Zylinder 1 und 6 die Ventile verbrannt! Lasse einen Kompressionstest machen. Wenn die Werte schlecht sind, steht eine Zylinderkopfreparatur ins Haus (ca. 600 Euro, zuzügl. Aus- und Einbau). Das ist eine ganz schlechte Nachricht für Dich, aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Vielleicht liege ich ja auch falsch und es ist etwas anderes, billigeres. Glaube ich aber nicht..... Viel Glück und Grüße an die Kids vom Autopapst

Frage von Hartmut Hekele:

Hallo, bei meinem Ford Mondeo Diesel von 2002 stottert der Motor bei gleichmäßiger Drehzahl, egal ob warm oder kalt.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Hartmut, und sonst? Was für ein Motor? Wieviel gelaufen? Wartungshistorie? Stottern und Startprobleme verstopfen hier den Server, weil fast nie Details genannt werden. Ich tippe in Ihrem Fall auf einen zu alten Kraftstoff-Filter, wahrscheinlich ein Wartungsfehler. Viele Grüße vom Autopapst

Frage von Sergej:

Hallo. Habe vor kurzem einen Rover 45 Benziner 1.8 Liter, 116 PS, Bj. 2001, 180.000 km gekauft. Bei der Probefahrt habe ich nichts bemerkt. Jetzt merke ich, dass er einfach viel zu schwach fährt. Von 0 auf 100 zu lange. Auf gerader Strecke schafft er auch fast 200 km/h. Wenn es aber bisschen den Berg auf geht, fährt er mit Vollgas höchstens 100km/h und wird nicht schneller. Könnte das an den Kerzen liegen bzw. Zündspule? Der Motor arbeitet ruhig und gleichmäßig

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hey Sergej, Du hast das falsche Auto gekauft! Was soll so ein armer 1,8-Liter 4-Zylinder denn mit dem Auto machen? Er bewegt es, wenn es geradeaus oder leicht bergab geht, sogar ganz flott. Für alles andere braucht es mehr „Bumms". Entweder einen dicken V8 oder einen TDI. Genau deshalb sind die Dinger ja so begehrt..... Um sicher zu gehen, ob mit Deinem Auto alles „tutti" ist, würde ich zunächst mal einen Kompressions- bzw. Druckverlusttest machen lassen. 180.000 km sind nicht „nichts", vielleicht lässt der Motor ja schon etwas die Flügel hängen! Ach ja: Du kannst vielleicht etwas schneller den Berg hochfahren, wenn Du mal im 3. oder 4. Gang Anlauf nimmst! Für den langen 5. ist der Rover-Motor bergauf definitiv zu schlapp.... Cheers! A.K.

Frage von Gerd Wagener:

Sehr geehrter Hr. Andreas Kessler, mein Cadillac BLS 2,8l V6, Bj. 2006, 263.000 km, ist vor einem halben Jahr plötzlich nicht mehr angesprungen. Fünf Minuten später sprang er wieder an. Das Problem häufte sich immer öfters. In der Werkstatt wurde festgestellt, dass der Fehlerspeicher voll war. Angeblich würde die Wegfahrsperre blockieren. Jetzt wurde ein Steuerteil hinter dem Lenkrad und das Zündschloss für 2000 Euro getauscht! Und das Problem besteht immer noch. Mal springt der Wagen Tage ohne Probleme an, und dann spinnt er Tage wieder rum. In der Werkstatt sind sie auch ratlos. Man traut sich schon gar nicht mehr mit dem Wagen größere Strecken zu fahren. Und auf Verdacht will ich keine Steuergeräte mehr tauschen lassen. Haben sie von dem Problem schon mal etwas bei Saab und Opel gehört? Danke und schöne Grüße G. Wagener

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Wagener, leider gibt es diese Geschichte aus der GM-Welt (gerade mit dieser Plattform....) immer mal wieder. Da die betroffenen Modelle inzwischen alt und fast wertlos sind, sterben die Autos daran (gilt speziell für die armen Saabs....). Das ist traurig, aber wirtschaftlich leider nicht zu ändern. Wenn ich das Auto hätte und nicht auf den Cent schauen müsste, würde ich zunächst mal sämtliche Schlüssel neu anlernen lassen (in der Hoffnung, dass die Wegfahrsperre danach wieder zuverlässig frei schaltet....). Wenn das auch nicht hilft, würde ich das Motorsteuergerät (in dem auch der Wegfahrsperrenstring sitzt...) bei www.ecu.de checken lassen. Und wenn das auch nicht hilft, ein Kreuz über dem Auto schlagen! Die Therapie wird dann unbezahlbar, obwohl irgendwann sicher zum Ziel führen. Herzliche Grüße aus Berlin, Andreas K.

Frage von Florim Hoti:

Guten Tag, bei meinem VW Passat Variant TDI 2.0, Baujahr 2007, 180.000 km, fahren die Reifen ziemlich schnell ab, meistens schon nach 6000 km. Ich musste schon sehr häufig neue Reifen kaufen. Ich habe auch ganz oft diese Achsenvermessung gemacht, aber immer wieder fahren die Reifen ab. Ich habe auch ganz viele Ersatzteile ausgewechselt. Es ist ein unfallfreies Auto. Irgendwie kann der Fehler nicht gefunden werden, der der dafür zuständig ist, dass die Reifen ständig abfahren. Haben Sie eine Idee? Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Florim, hat sich schon mal jemand mit den Gummilagern des Fahrwerks, speziell mit den Querlenkerbuchsen, beschäftigt? Die sind bekannt dafür, bei Verschleiß die Achsgeometrie irgendwohin zu verändern. Das gilt insbesondere, wenn der Fahrer die TDI-Pferdchen ab und zu mal etwas galoppieren lässt.... Da Du zwar schreibst, dass schon ganz viele Ersatzteile ausgewechselt worden sind, ohne zu sagen, welche, endet meine Ferndiagnose genau hier.... Grüße aus Berlin vom Autopapst

Frage von Fliegerwolle:

Herr Kessler, der Zahnriemen meines Opel Meriva hat 55.000 km runter und zeigt auf der gummierten Oberseite Altersrisse. Ist das schon Anlass genug, den Zahnriemen zu wechseln, obwohl Opel 90.000 km als Wechselintervall vorgibt? Oder sehen alle Zahnriemen nach einer gewissen Laufleistung so aus? Mit freundlichen Dankesgrüßen Fliegerwolle

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hey Fliegerwolle, wenn Du öfter mal in die Luft gehst, dürftest Du doch auch der Idee mit „Safety first" nachhängen, oder? Wenn ich einen rissigen Zahnriemen in meinem Motorraum hätte, wäre mir das vom Hersteller genannte Wechselintervall völlig schnuppe! Ich würde wechseln! Wer weiß, wie viel der Meriva wirklich runter hat, und wer weiß, in welchem asiatischen Land der Zahnriemen zusammengeklebt worden ist. Das einzige, was sicher ist, ist der Preis eines neuen Zylinderkopfes..... Cheers! A.K.

Frage von Martina Brünner:

Sehr geehrter Herr Keßler, bei meinem Ford Focus Turnier, Baujahr 2006, ca. 145.000 km, musste vor rund 2,5 Jahren die Batterie ausgetauscht werden, da ohne ersichtlichen Grund von jetzt auf gleich eine Tiefenentladung der Batterie bestand. Während der Garantiefrist erhielt ich öfter eine neue Batterie, da das Problem immer wieder auftrat. Ich bekam nun vor einigen Wochen wieder eine neue Batterie, die aber schon nach sehr kurzer Zeit tiefenentladen war. Man hängte das Auto an das Fehlerdiagnosegerät und sandte den Bordcomputer an eine Firma in Glauchau (ich glaube die Firma hieß ECCO). Danach sollte dann das Problem beseitigt sein. Ich bekam das Auto dann nach einer Woche wieder und freute mich. Kurze Zeit später, ich hatte Frühschicht und mein Auto sagte wieder nichts. Nach einer Woche hatte ich dann einen Termin in der Werkstatt bei Ford und man testete wieder. Nun war angeblich das Zündschloss defekt. Es wurde bestellt und ausgetauscht. Nach wieder einer Woche bekam ich mein Auto wieder. Nach einer weiteren Woche am letzten Freitag war die Batterie wieder tiefenentladen, so dass nicht mal Starthilfe klappte. Ich musste den Pannendienst rufen. Dieser bekam das Auto auch nicht in Gang und schleppte es nun in die Werkstatt. Hier stand es dann von Freitag bis Dienstag. Ich durfte es wieder abholen. Der Meister teilte mir mit, dass die Batterie wieder geladen wurde und es nun fährt. Angeblich hätte ich die Wegfahrsperre nicht aktiviert. Ich fahre das Auto schon 3,5 Jahre und weiß, wie ich es abstellen muss. Nun habe ich das Auto wieder, habe allerdings jeden Tag Angst, wenn ich einsteige, ob es startet oder nicht. Man teilte mir gestern auch mit, dass ich den Türschalter bei der nächsten Entladung der Batterie austauschen könnte, weil es vielleicht auch daran liegen könnte oder an evtl. doch noch etwas anderem. Wieviel Bauteile es noch gibt, die man noch austauschen könnte, weiß ich allerdings nicht. Der Meister sagte mir auch, dass er in seiner Amtszeit so ein Auto noch nicht hatte. Jeden Tag fahre ich 90 km zur Arbeit hin und 90 km zurück, außerdem arbeite ich in Schichten. Ich muss mich auf mein Fahrzeug verlassen können. Können Sie mir helfen? Haben Sie eine Idee? Ich weiß nicht mehr, wie ich diese regelmäßig auftretenden Probleme weiter bewältigen soll, da ich nie weiß, komme ich zum Dienst oder nicht, kann ich mir schnellstmöglich irgendwo ein Auto borgen und hab ich das Geld für die nächste Reparatur oder nicht. Wieviel kostet die nächste Reparatur? Kann ich sie mir leisten oder nicht. Wenn ich das Auto jetzt verkaufe und es war dann doch die letzte Reparatur mit dem Türschalter würde ich mich auch ärgern. Aber ich weiß es ja nicht. Ich weiß nur, dass ich den Stress wieder eine Woche oder länger ohne Auto zu sein, nicht ertrage, weil ich mein Auto täglich brauche und mit öffentlichen Verkehrsmitteln meinen Dienstort nicht erreiche. Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen und hoffe auf Antwort von Ihnen Martina Brünner

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Martina, es gibt in der Tat manchmal therapieresistente (Strom-)Probleme, die durch punktuelle Werkstattbesuche nicht zu beheben sind. In der Regel lässt sich der „Bug" aber finden, wenn ein Experte ständig mit dem Auto unterwegs ist. Das heißt auf deutsch: Du müsstest mit einem Autofachmann für einige Zeit das Auto tauschen, damit er Gelegenheit hat, sich in das Problem hineinzufühlen. Das hört sich spinnert an, ist aber wahrscheinlich nach Deiner Odyssee die einzige Möglichkeit einer Lösung. Na ja, nicht ganz: Wenn ich an Deiner Stelle wäre und keine Ahnung von Autotechnik hätte, würde ich entweder ein Cetec-Ladegerät dauernd angeschlossen lassen (sehr praktisch, mit der Schnellkupplung hinterm Kühlergrill.....) oder (falls kein Stellplatz mit Steckdose vorhanden ist...) mir einen „Booster" kaufen, der immer zuhause am Netz hängt und das Auto im Falle eines Falles wieder zum Leben erweckt. Übrigens: Die totale Abhängigkeit von einem Auto ist die Pest! Das will keiner (und sollte jeder schnellstens ändern!). Ich weiß, graue Theorie...... Viele Grüße vom Autopapst

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.