Fragen an den Autopapst im Juli 2011

Autopapst Andreas Kessler © Autogazette

Sie haben Probleme mit Ihrem Auto? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler findet in der Autogazette für Sie Lösungen. Ihre Fragen aus dem Juli 2011.

Frage von Jochen Müller:

Hallo, mein Passat 1.9 TDI, Baujahr 2004, hat im unteren Drehzahlbereich keine Leistung. Erst ab ca. 2000 Umdrehungen pro Minute beschleunigt er und zeigt volle Leistung. Was kann da defekt sein? Vielen Dank und liebe Grüße von Jochen

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Ein sehr häufiges Problem der TDIs mit VTG-Turbo ist die Druckdose, die die Schaufelgeometrie des Laders variiert. Die Dose selbst kann undicht sein oder deren Regelstange verschmutzt/schwergängig. Um die Sache einzukreisen, würde ich den Ladedruck in Abhängigkeit zur Drehzahl messen und mit den Herstellervorgaben vergleichen. Das kann schnell und unkompliziert mit dem VW-Diagnosecomputer geschehen (der in jeder VW-Vertragswerkstatt steht....).

Frage von Thomas:

Hallo Herr Keßler, bei meinem Renault Megane Scenic, 2.0 Benziner, Bj. 1997, KM-Stand 215.000, gibt es folgendes Problem: Speziell bei schnellen Autobahnfahrten lässt sich das Fahrzeug nicht mehr beschleunigen, wenn die Geschwindigkeit reduziert werden muss z. B. beim Wechsel auf eine andere Autobahn bzw. Landstraße. Das Problem löst sich erst, wenn der Motor ausgeschaltet und dann wieder gestartet wird. Bei der letzten Inspektion habe ich die Markenwerkstatt darauf hingewiesen. Dort konnte kein Fehler festgestellt werden!? Wo könnte der Fehler Ihrer Meinung nach stecken? Vielen Dank und beste Grüße Horst Thomas

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Horst, ohne den Fehlerspeicher ausgelesen bzw. das Auto gefahren zu haben, fallen mir nur Drosselklappe, Luftmassenmesser oder auch eine schwächelnde Benzinpumpe als "übliche Verdächtige" ein. Solange sich der Fehler nicht zum Vorführen reproduzieren lässt, würde ich weiter fahren oder die genannten Teile von billig nach teuer probeweise ersetzen. Dies aber nur als Idee, nicht als Empfehlung....!

Frage von Stephan:

Hallo, beim Bremsen meines BMW E46, 320i, Touring , BJ 2002, aus einer Geschwindigkeit größer 100 km/h, flattert das Lenkrad ein wenig. Es wurden die Querlenkerbuchsen ausgetauscht, vorderen und hinteren Bremsscheiben mit Klötzen getauscht. Weiterhin die hinteren Radlager. BMW-Werkstatt hatte zuletzt auf die Bremsscheiben hinten getippt. Alles ohne positives Ergebnis. Ich finde, wenn es regnet, ist es fast weg, das Lenkradflattern bzw. fühlt es sich an, als wäre eine Unwucht in den Vorderrädern. Mit Winterreifen ist es aber auch welche auch neu gewuchtet worden. Im normalen Fahrbetrieb läuft das Auto gerade aus ohne jegliche Vibration im Lenkrad. Es wurden in der Werkstatt alle Antriebe, Gelenke Buchsen von der Radaufhängung mittels Eisenstange kontrolliert, alles fest ohne Spiel. Ich weiß nicht mehr weiter, was es sein könnte. Für einen Rat von Ihnen bin ich dankbar. Mfg St. Große

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Wahrscheinlich sind die Führungen der Schwimmsättel vorne ausgeschlagen; eine BMW-Macke. Wenn das der Fall ist und zusätzlich die Achsgelenke Spiel haben (eine weitere BMW-Macke), dann tritt genau das beschriebene Problem auf. Also: Prüfen Sie das Spiel an den Bremssätteln und die Spurstangen- bzw. Achstraggelenke. Bei Spiel verschlissene Teile erneuern!

Frage von Daniel Toth:

Hallo lieber Autopapst, unser Peugeot 807 (EZ 11/2002, Benziner, 2L, 100kW) macht derzeit leider Ärger. Folgendes haben wir beobachtet: Fehlermeldung im Bordcomputer: „Anomalie Abgasreinigung“, beim Anlassen springt der Motor normal an, läuft anfangs etwas über der normalen Leerlaufdrehzahl, um dann nach ca. 20-30 Sekunden abrupt runterzugehen auf nahezu Null U/min und auch gerne dabei auszugehen. Er springt dann aber normal an und während der Fahrt ist alles okay, er geht also nicht dauernd aus, sondern nur einmal am Anfang beim Kaltstart. Subjektiv wirkt es so, als ob das Auto nicht sonderlich gut zieht. Peugeot hat folgenden Fehler ausgelesen: „Permanenter Fehler. Einspritzung von Luft in die Abgasanlage. Funktionsstörung“. Die Werkstatt tippt jetzt auf die Abgasluftpumpe (Sekundärluftpumpe) und möchte die tauschen. Und jetzt meine Frage(n): Ist das plausibel? Könnte es nicht genauso ein undichter Schlauch oder ein defektes Ventil in diesem Sekundärkreislauf sein? Und wenn die Pumpe defekt ist, woher kommt das? Müsste man da nicht an die Ursache ran? Vielen Dank schon mal und schöne Grüße Daniel Toth

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Eigentlich ist die Fehlermeldung eindeutig; die Sekundärluftpumpe wird überwacht und liefert genau so eine Fehlermeldung. Wenn Nebenluft die Ursache wäre, gebe es mehr Varianten, die alle unspezifisch sind. Ein Ersatzteil kostet im Zubehörhandel etwa 200 – 250 Euro, der Einbau dürfte etwa 1-1,5 Stunden dauern. Leider kein billiger Spaß, aber es musste ja ein Franzose sein.....

Frage von Axthelm:

Hallo Herr Kessler, ich habe mit meinem Ford Escort , Bj.02/98, 90 PS, folgendes Problem. Eine Werkstatt hat an meinem Fahrzeug die radseitigen Achsmanschetten getauscht. An der rechten Seite wurde das Gewinde der Antriebswelle beschädigt. Die Werkstatt hat kurzer Hand etwas von der Welle abgeschnitten, eine neue Mutter aufgeschraubt und das wars. Die Mutter sitzt mit nur 2/3 des Gewindes auf der Welle und hat keine Sicherung mehr. Ich war geschockt, als ich dies durch Zufall entdeckte. Nun muss ich das rechte Gleichlaufgelenk tauschen in Eigenarbeit. Mein Problem ist beim Ausbau, dass ich die Welle nicht aus der Radnabe bekomme. Der Spurstangenkopf und der Querlenker unten sind entfernt. Kann ich die Welle aus der Radnabe schlagen, denn einen Ausdrücker habe ich nicht? In welcher Stellung muss die Radnabe (mit Federbein) stehen, in Geradeausstellung oder eingewinkelt. Vielleicht können Sie mir helfen. Ich habe schon viel selber repariert, mit sehr gutem Erfolg. Doch hier stoße ich an meine bisherigen Grenzen. Vertrauen zu einer Werkstatt habe ich eher nicht mehr. Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen Ingo Axthelm

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Ingo, haben Sie ein "Jetzt helfe ich mir selbst"-Buch für den Escort? Darin sind wunderbare Bilder für Ihr Vorhaben, und ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Ich würde keinen großen Aufwand betreiben und mir eine gebrauchte Welle vom Autoverwerter besorgen (ca. 50 €). Am besten gehen die Antriebswellen-Stümpfe bei eingeschlagener Lenkung aus der Nabe. Und Abzieher gibt es in jedem besseren Baumarkt als Mietwerkzeug....

Markus Beringer fragt:

Hallo, ich fahre einen Opel Astra G Coupe, 2,2DTI. Neulich beim TÜV wurde nun festgestellt, dass die Wirkung der Handbremse auf der linken Seite sehr schlecht ist (nur ein Drittel der rechten Seite). Fußbremse ist von den Werten her super (beidseitig). Handbremsseil und Handbremssteller an den Seiten sind überall freigängig. In der Werkstatt wollte man mir nun einen neuen Sattel einbauen. Mir stellt sich nur die Frage, ob dies Abhilfe bringt, wenn ja beide Sättel und Handbremshebelchen frei beweglich sind. (Zieht man den Stellhebel auf der defekten Seite bei aufgebocktem Hinterrad mit der Hand an, ist so gut wie keine Bremswirkung zu merken. Meine Frage nun zum technischen Verständnis - Was kann in dem Sattel an der Verstelleinheit kaputt gehen, wenn Rost ausgeschlossen ist?! Dank im Voraus!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Eigentlich nichts! Wenn die Werkstatt einen neuen Sattel einbaut, muß sie diesen anschließend „grundeinstellen“. Das ist aber nicht nur bei neuen Sätteln möglich, sondern auch bei bereits gebrauchten / montierten. Vor dem Sattelaustausch würde ich es mal mit einer neuen Grundeinstellung der Feststellbremse am Sattel probieren (das dürfte es nämlich sein....).


Wolfgang Rackebrandt fragt:

Hallo, wir fahren einen Skoda Roomster 1.4 TDI, der eigenartige Geräusche im Leerlauf macht. Sie klingen wie eine Art schabendes, reibendes Quietschen, tauchen ungefähr 5-6 mal pro Sekunde auf, wobei es ab und an zu einen Aussetzer kommt. Die Geräusche sind nicht zu hören, wenn der Motor noch kalt ist, fangen dann aber immer nach 1-2 Minuten Motorlauf an. Sobald man Gas gibt, hört man nichts mehr, was aber auch daran liegen kann, dass der Motorlärm zu groß ist. Die Werkstatt vermutete Zahnriemen in Verbindung mit Wasserpumpe. Für 500 Euro beides gewechselt - Ergebnis: Fehldiagnose. Werkstatt ratlos. Was kann die Ursache dieser Geräusche sein? Danke und Gruß, R.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hätte ich auch vermutet.... Die Jungs hatten aber einen entscheidenden Vorteil: Sie standen vor dem Auto und konnten direkt hineinhören.... Eine häufige Ursache sind ausgeschlagene Koppelstangen (irgendeinen neuen Begriff muss ich schließlich in der Antwort nennen, oder??).


Michael Bruhn fragt:

Hallo Autopapst! Wir haben einen Mercedes-Benz 270 CDI, E-Klasse Kombi Bj. 2003. Beim überfahren von „Huppeln“ klappert es hinten rechts stark. Es hört sich an, als ob eine Holzplatte nicht richtig fest ist und kurz hochfedert und dann wieder aufschlägt. Bei MB meinte man, man könnte mal dies und mal das probieren (austauschen für Geld), aber ob das hilft, wüsste man nicht (der HERSTELLER!). Hört sich nach Trial and Error an, aber nicht nach Fachfirma. Vielleicht hast Du eine Idee. Im Internet in diversen Foren habe ich schon herausgefunden, dass ich bei weitem nicht allein bin damit, das macht es aber nicht unbedingt besser... Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Gruß, Michael

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Michael, ich an Deiner Stelle würde zur nächst erreichbaren Taxiwerkstatt fahren, den ersten Mitarbeiter für eine Spritztour einladen und dann fragen, was die Jungs aus ihrer Taxierfahrung dazu sagen. Die sind um Längen treffsicherer als die „Star-Diagnose“ bei Mercedes. Wahrscheinlich ist irgend ein Gummilager der Mehrlenker-Hinterachse („Mikado“) durch.....

Andreas Bürger fragt:

Guten Tag Herr Kessler, meine Frage betrifft kein Auto sondern Sie selbst. Ich habe in den späten 70er Jahren den DDR-Motorsport etwas verfolgt. Damals gab es einen „legendären“ Zaztava, aufgebaut von Peter Mücke, mit dem über mehrere Jahre hinweg 3 verschiedene Fahrern DDR-Meister bei den Tourenwagen bis 1300 ccm geworden sind. Einer dieser Fahrer hieß auch Kessler, sind Sie das? Im übrigen höre ich fast jede Woche gern Ihre Sendung auf Radio 1 und bin von Ihrem vielfältigen Fachwissen fasziniert. Mit besten Grüßen, Andreas Bürger aus Wolfach im Schwarzwald.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:


Lieber Herr Bürger, ich bin schon oft nach meinem Namensvetter gefragt worden und musste immer verneinen! Ein älterer Kollege von mir wusste aber zu berichten, das Hans-Dieter Keßler mit inzwischen 68 Jahren immer noch ordentlich Gas gibt. Da ich nie Zeit habe, zu Motorsport-Veranstaltungen zu fahren (das Wochenende ist bei mir Hauptarbeitszeit!), konnte ich den Mann noch nicht persönlich kennen lernen. Suchen Sie mal im Netz, es gibt viele, teils haarsträubende, Geschichten über die Rennerei aus der Vorwendezeit. Und der Renn-Keßler war mit seinem Zastava immer ganz vorne mit dabei!

Quiel fragt:

Guten Tag, wir haben folgendes Problem: Fahren einen Renault Megane Dynamique TCe 1 - beim Starten (tritt sporadisch auf) lautes Geräusch (wie Trennschleifgeräusch-Metall auf Metall). Beim ergebnislosen Startvorgang, ca. 1 Minute, dann erfolgt Abschaltung. Beim 2. Versuch startet der Motor. Würde mich sehr auf Antwort freuen, da die Werkstatt erst was tut, so sie dieses Geräusch selbst hört. Mit freundlichem Gruß, Quiel.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Quiel, das hört sich sehr nach einem defekten Anlasser an. Ursächlich ist entweder der Freilauf oder der Magnetschalter. Was es eigentlich ist, spielt aber fast keine Rolle: Abhilfe schafft in der Regel nur der Tausch des Anlassers gegen ein Neuteil. Komplikationen können sich einstellen, wenn die „Schleiferei“ schon Schäden am Zahnkranz des Schwungrades verursacht hat: Dann kommt zum Anlasser auch noch ein Schwungrad. Und das dauert bzw. kostet.... Ich würde auf Verdacht den Starter wechseln!

Jens Krüger fragt:

Hallo, ich habe mit meinem Kia Sorento (2003) folgendes Problem. Speziell in der Geschwindigkeitsspanne zwischen 80-90 taucht ein Brummen und Vibrieren im ganzen Fahrzeug auf. Dieses wird von Zeit zu Zeit stärker und erfasst nun langsam auch andere Geschwindigkeiten. Radlager neu, Reifen gewuchtet neu. Was kann das sein? Vielen Dank für Ihre Hilfe!!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:


Das könnte aus Schwingungen des Antriebsstranges stammen. Entweder sind Gelenke der Antriebswellen verschlissen, oder ein Stützlager der Kardanwelle oder das Wechsel- oder Verteilergetriebe läuft trocken / leidet unter Ölverlust. Ich würde vorbeuigend mal einen Getriebeölwechsel empfehlen. Das „alte“ Öl sollte dabei durch einen Filter ablaufen, um mögliche Späne zu finden und zu analysieren. Wenn das Geräusch bei abgestelltem motor leiser wird, ist es eher dem Getriebe zuzuschreiben. Wenn es gleich laut bleibt, kommen eigentlich nur die div. Antriebswellen mit Ihren Lagern und Gelenken in Frage.

Rainer Bausch fragt:

Ich habe mit meinem Citroen Berlingo 1.4. zugelassen Dezember 2003, folgendes Problem. Seit mehreren Jahren hatte ich in unregelmäßigen Abständen meines Erachtens Zündaussetzer. Diese haben sich aber in keinem Speicher gezeigt. Erst am 08.05.11 hat es einen massiven Schaden gegeben. Plötzlich auf der Autobahn ruckte der Wagen ganz massiv und wurde immer langsamer. Zusätzlich qualmte er sehr stark. Ich musste abgeschleppt werden. Diagnose: Zündspule und Zündkerzen mussten getauscht werden. Zwei Tage später ging die Diagnoselampe wieder an. Diagnose: wahrscheinlich KAT-kaputt. Fehler wurde noch einmal gelöscht. 2 Tage später Leuchte wieder an. Also KAT erneuert. Es hat wieder nur wenige Tage gedauert, dann ging die Leuchte wieder an. Dies war kurz nach dem Tanken. Diagnose: nachlassende KAT-Wirkung. Die Werte vor KAT und nach KAT lagen zu weit auseinander. Vorschlag der Werkstatt: Austausch der Lambdasonde nach KAT. Fahrzeug abgeholt. Es sei jetzt alles in Ordnung. Gestern nun wieder nur wenige Tage nach der Reparatur ging die Leuchte wieder an. Erst morgen fahre ich wieder in die Werkstatt. Kann es eigentlich nicht sein, dass irgendetwas mit dem Kraftstofffilter nicht stimmt, so dass nach wie vor vielleicht unverbrauchter Kraftstoff in den KAT gerät? Ich kann mich nur daran erinnern, dass der gute Mann vom Abschleppdienst am 08.05.11 mit seinem mobilen Auslesegerät irgendetwas von Kraftstofffilter oder ähnliches ausgelesen hat. Dies hatte ich auch der Werkstatt mitgeteilt, die aber in dieser Richtung keinen Fehler auslesen konnten. Es kann doch wohl nicht sein, dass der neue KAT nun schon wieder defekt ist? Ich werde das Gefühl nicht los, dass jetzt immer mehr Teile, die nicht defekt sind, ausgetauscht werden und die eigentliche Ursache nicht behoben wird. Vielleicht haben Sie ja eine Idee, woran der Fehler liegen kann. MfG, R. Bausch

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Es kann wirklich passieren, dass eigentlich ganz triviale Fehler am Antrieb bei Nichtbeachtung größere Probleme nebst der zur Behebung nötigen Kosten generieren. In Ihrem Fall dürfte in der Tat zunächst die Zündspule aufgeben haben, was unverbrannten Kraftstoff in den KAT gelangen ließ. Bei einem schon vorgeschädigten KAT kann so etwas sehr schnell zum Exodus führen. Grundsätzlich hängt die von Ihnen erwähnte Kontroll-Leuchte nicht nur mit dem KAT zusammen, sondern ist generell für das Funktionieren (bzw. Nichtfunktionieren) der Komponenten zuständig, die die Abgasqualität überwachen. Wenn eins der zahlreichen Bauteile aus diesem Sektor des Autos ausfällt, geht die Lampe an. Es könnte also sein, daß an drei aufeinander folgenden Tagen die Lampe angeht, weil an jedem dieser Tage ein anderes Bauteil die Grätsche macht. Welches das jeweils ist, kann man vermuten. Genau weiß man es aber erst nach der Befragung des Fehlerspeichers, der seinerseits aber relativ stumpf alles speichert, was so anfällt. Das Ergebnis so einer Auslesung muss dann von Fachleuten (!!) interpretiert werden. Beides zusammen ergibt eine Diagnose, die zu einer hoffentlich preiswerten Reparatur führt.

Bis zum Wechsel der Vor- bzw. Nachkat-Lambdasonde konnte ich der Geschichte folgen. Das letzte Aufleuchten ist noch nicht diagnostiziert worden, Sie vermuten einen Defekt des Kraftstoff-Filters. Den kann man wohl getrost ausschließen; gemeint sein könnte aber ein Problem mit dem Ventil des Aktivkohlefilters im Tank. Das ist öfter mal für rätselhafte Probleme zuständig. Wenn der Computer so etwas auswirft, haben Sie Glück.... (weil das zum Autotyp passt)!

Nicole Moser fragt:

Hallo! Wir haben einen KIA Shuma (knapp 10 Jahre alt). Hat letzte Woche einen neuen Zahnriemen bekommen. Nun braucht er unglaublich viel Öl - auf 100 km fast einen dreiviertel Liter!! Werkstatt konnte nicht wirklich weiter helfen- sollen es beobachten. Auto „raucht“ hinten nicht raus und es riecht auch nicht verbrannt. Ölflecken sind auch nicht zu sehen. Es ist ziemlich übel- keiner kann uns wirklich weiterhelfen. Mit freundlichen Grüßen!

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Wenn ein Auto 7 Liter Öl auf 1000km Fahrstrecke verbraucht, dann muss (!!) es rauchen und auch deutlich nach verbranntem Öl riechen. Wenn das Auto ein Zweitakter wäre, entspräche der Ölverbrauch Ihres Kia etwa einem Zweitaktgemisch von 1:12,5, also dem doppelten Öl-Benzinverhältnis eines alten Trabant. Und die zogen immer eine deutliche Fahne hinter sich her.... Also: Ich gehe von einem Messfehler, einer Fehlbefüllung oder einer starken Ölverdünnung (mit Benzin) aus, deren Kraftststoffanteil gerade verdunstet. Stellen Sie am besten den Ölstand richtig (bis kurz vor die „max“-Markierung) und beobachten Sie genau, wie sich der Ölstand verändert. Wenn es bei den 7 Litern/ 1000km bleibt, ist der Motor und damit das ganze Auto Schrott bzw. wertlos. Eine Reparatur lohnte sich in diesem Fall nicht, weil für das gleiche Geld ein wesentlich besseres Gebrauchtfahrzeug zu bekommen ist.

Andrea Wolff fragt:

Hallo lieber Autopapst, ich habe einen Mercedes C220 Baujahr 1995. Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass er beim Fahren auf der Autobahn die Spur nicht mehr hält bzw. im Stadtverkehr beim Bremsen auch die Spur verliert. Ich war mit dem Auto jetzt schon in mehreren Mercedeswerkstätten. Die haben den Lenkungsdämpfer getauscht, die Spur mehrmals eingestellt und den Achsabstand vermessen. Die Bremsen sowie die Stoßdämpfer sind wohl i.O. Die Reifen sind i.O. Das Problem tritt mit Sommer sowie Winterreifen auf. Das Auto hat ca. 150.000 km drauf. Können Sie mir helfen? Vielen Dank im Voraus. Mit freundlichem Gruß, Andrea Wolff

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Andrea, in Ihrer Frage fiel mir die Formulierung „.... die Stoßdämpfer sind wohl i.o....“ auf. Sind sie nun o.k. oder nicht? Ihre Beschreibung des Phenomäns deutet nach meiner Erfahrung nämlich ziemlich exakt auf defekte / verschlissene Dämpfer. Leider lassen sich Dämpfer nicht durch den bloßen Augenschein beurteilen (obwohl das seit Jahrzehnten bei der Hauptuntersuchung der Stand der Dinge ist!). Ich würde Ihnen empfehlen, mit dem Auto zu einer TÜV / DEKRA /GTÜ etc. - Prüfstelle zu fahren, die mit einem Stoßdämpferprüfstand ausgerüstet ist. So ein Test kostet nicht viel und gibt genaue Details zum Zustand der Dämpfer aus. Die Stoßdämpfer gehören neben den Bremsen und den Reifen zu den wichtigsten Fahrwerkselementen und werden leider immer viel zu wenig beachtet.

Stefan fragt:

Hallo Autopapst, ist es normal, dass beim VW Golf 3er die Temperatur bereits nach einer Fahrtstrecke von 600 Meter von 70 auf 90 Grad springt?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:


Hallo Stefan, die Temperatur des Kühlmittels ändert sich tatsächlich nicht sprunghaft, sondern annährend linear. Was Du bemängelst, ist die Veränderung in der Anzeige des Kühlmittelthermometers im Cockpit. Das ist leider alles andere als ein Präzisionsmessinstrument, eher ein Schätzeisen.... In modernen Autos zeigt es zwar einen Temperaturwert an, der wird aber elektronisch erzeugt und hat nichts mit den tatsächlichen Temperaturen des Kühlwassers zu tun. Eigentlich würde auch eine Warnlampe ausreichen (was in vielen Fällen inzwischen auch traurige Realität ist....). Beim Golf 3 könnte die Ursache für ein „ruckhafte“ Veränderungen der Kühlmittel-Temperaturgeber sein. Der ist eigentlich ein Thermowiderstand, der der Alterung unterworfen ist und dadurch seine Charakteristik verändert. Da dieser Fühler nicht teuer ist, würde ich ihn mal „auf Verdacht“ wechseln. In der Praxis ist es aber im Sommer ohne weiteres möglich, dass sich die Temperatur des Kühlmittels auf 600m um 20 Grad erhöht; unmittelbar danach wird sie wahrscheinlich wieder fallen, weil das Thermostat öffnet. Wenn Du genau wissen willst, wie warm das Kühlwasser ist, musst Du Dir Omas Einkochthermometer leihen und in den Vorratsbehälter stecken. Oder eins von den modernen Infrarot-Fernthermometern von Conrad kaufen (habe ich, super!!).

Sven Kunz fragt:

Hallo Autopapst, ich habe seit Kurzem einen Ford Focus Turnier mit viel Elektronik drin.... (u.a. Key Less System). Dummerweise springt seit vier Wochen der Motor nicht mehr an, wenn er ca. 1,5 Tage lang nicht bewegt wurde. Batterie leer, wurde mittlerweile schon ausgewechselt. Ich vermute, dass es an der elektronischen KM-Anzeige liegt, die nicht mehr ausgeht und die ganze Zeit leuchtet. Nun hat die Werkstatt beim 5. Werkstattbesuch das Zündschloss ausgewechselt, hat auch nichts gebracht. (Lenkradschloss auch immer fleißig eingerastet). Hast du eine Ahnung? Gruß aus Stuttgart! Sven

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Die km-Anzeige selbst zieht kaum so viel Strom, dass die Batterie nach 2 Tagen leer ist. Da müsste der Ruhestrom schon in der Gegend von 1A liegen.... Und das ist ganz ordentlich und vor allem auch messbar. Ein Autoelektriker sollte dem Bug schnell auf die Schliche kommen. Allerdings ist das bei den modernen Platikautos mit ihrer Chip-Füllung sau-schwer: Wer ein KeyLess-Go – System hat, muss sich dem Auto ja nur auf ein paar Meter nähren, um sämtliche Komfort- und Sicherheitssysteme im Auto „aufzuwecken“. Die gehen erst dann wieder aus, wenn man mit seinem „Chip“ aus der Umgebung des Autos verschwunden ist. Die Suche nach dem System, das nicht abschaltet, ist also u.U. nur etwas für Spezialisten mit Herrschaftswissen (= Ford-Vertragswerkstatt). Hoffentlich hast Du das Auto von einem Händler gekauft? Dann muss der nämlich im Rahmen der Gewährleistung für Abhilfe sorgen. Egal, wie Aufwändig die ausfällt.

Mike fragt:

Hallo Autopapst, kannst du mir helfen? Ich fahre 450 km. Ausgleichgefäß ist leer. Ich fülle wieder auf, fahre 10-60 km, Gefäß ist wieder leer. Dann füll ich wieder auf und es hält wieder 400 km. Manchmal ist das Gefäß sogar, nachdem ich neues Wasser hineingekippt habe, sogar voller als die Menge, die ich aufgefüllt habe. Vielleicht hat sich da eine Luftblase gebildet? Obwohl sich die Luft ja über den Deckel selbst entlüften müsste. Frage: Ist es die Kopfdichtung? (aber kein weißer Nebel zusehen). Verbrennt das Wasser eventuell im Innenraum des Motors? Wasserpumpe ist auf jeden Fall trocken! Oder was könnte es noch sein? Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen.Mit freundlichen Grüßen, Mike

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Es ist entweder die Zylinderkopfdichtung oder ein Riss im Zylinderkopf! Absichern lässt sich diese Vermutung durch den „Schnüffler“, das ist ein Aufsatz, der in der Werkstatt auf den Kühler- bzw. Ausgleichsbehälterverschluss gesetzt wird und dort den Anteil der Abgase im Kühlmittel misst. Letzte Sicherheit gibt der zwar auch nicht, aber immerhin über 90%. In der Mehrzahl der Fälle ist also ein (teurer) Wechsel der Zylinderkopfdichtung (manchmal aber auch des Zylinderkopfes mit der Zylinderkopfdichtung) nicht zu vermeiden.

Michael fragt:

Hallo, können Sie Ganzjahresreifen empfehlen? Im Vergleich zu anderen Winterreifen schneiden Ganzjahresreifen ja größtenteils recht gut ab (z.B. ADAC-Test). Ich habe aber keine Vergleiche mit Sommerreifen finden können, wie ist da der Verbrauch, Rollgeräusche, Abrieb etc... ? Viele Grüße, Michael

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Für den „Normalfahrer“, der die Möglichkeiten seines Autos nicht auf der Nordschleife testet, sind Ganzjahresreifen eine komfortable Möglichkeit, sich sommers wie winters gesetzeskonform im Straßenverkehr zu bewegen. Merkwürdigerweise fragen viele Leute nach den Leistungen von Ganzjahresreifen im Vergleich zu teuren Premium-Winterreifen, kaufen aber für den Sommerbetrieb chinesische Holzreifen.... Denen sind Ganzjahresreifen auch im Sommerbetrieb in der Regel bei weitem überlegen. Weitere Überlegungen im Zusammenhang mit Verschleiß und Rollwiderstand können angesichts der Ersparnisse für das Umfelgen und Einlagern in den Hintergrund treten. Und außerdem erspart man sich 2x pro Jahr den Terminstreß beim Reifenhändler....

Frage von Winfried Langner:

Hallo, ich habe einen Opel Vectra C (Diesel 1.9; Automatik; 150 PS). Seit Monaten fällt ohne erkennbare Anlässe bzw. Regelmäßigkeit immer mal wieder die Instrumententafel aus (Tacho, Drehzahlmesse, Tank gehen auf null, alle Anzeigen - auch km-Anzeige - erlöschen). Oft leuchten ganz kurz vorher noch mal diverse Anzeigen auf. Wenn das Abblendlicht eingeschaltet ist, wird die Instrumententafel aber noch beleuchtet (die Anzeigen funktionieren aber auch dann nicht.) Manchmal hilft es, kurz den Warnblinker einzuschalten, dann funktioniert alles wieder. Aber häufig versagt auch diese Methode. Dann hilft mitunter, stehen zu bleiben, alles auszuschalten, Zündschlüssel ziehen und nach mehreren Minuten alles wieder einschalten. Meist beginnen die Ausfälle während der Fahrt, gelegentlich aber auch schon beim Losfahren. Die von der Instrumententafel unabhängigen Anzeigen von Radio bzw. Infosystem (Temperatur, Uhrzeit) sind nicht beeinträchtigt. Die Werkstatt meinte, hier sei die Fehlersuche zu aufwändig, da das Problem ja so unregelmäßig auftreten würde. Was kann man tun?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Die Werkstatt ist noch sehr gefühlvoll mit Ihnen umgegangen! Normalerweise wird hier gleich immer ein neuer Instrumentenblock verkauft, der das Problem sicher lösen würde. Das ist aber sehr teuer; besser ist es, den Instrumentenblock ausbauen zu lassen und zu www.hitzpaetz.de oder www.ecu.de zur Reparatur zu schicken. Das kostet im Ernstfall ca. 250 Euro, was etwa ein Drittel des Original-Ersatzteilpreises ist.