Weltweite Pkw-Nachfrage auf Erholungskurs

Schwacher Westeuropa-Markt

Die weltweite Nachfrage nach Pkw steigt an © Foto: dpa

Dank Russland und den asiatischen Märkten weist der weltweite Absatz von Personenkraftwagen auf einen positiven Trend auf. Dagegen hat Westeuropa immer noch an den Folgen diverser staatlicher Förderungsprogramme zu knabbern.

Der weltweite Absatz von Personenkraftwagen blieb auch im September auf Erholungskurs. Insbesondere in den asiatischen Märkten und Russland entwickelte sich das Neuwagengeschäft anhaltend positiv, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag mitteilte. Auch in den USA legten die Verkaufszahlen wieder stärker zu. In Westeuropa bleibe die Pkw-Nachfrage hingegen erwartungsgemäß noch unter den prämiengestützten hohen Vorjahreswerten. Jedoch zeichne sich auch hier eine Verlangsamung der Absatzrückgänge ab.

Plus 29 Prozent in Indien

Hohe Zuwachsraten konnten im laufenden Jahr viele asiatische Pkw-Märkte verzeichnen, wie der VDA weiter mitteilte. Zwar nehme die Wachstumsdynamik erwartungsgemäß ab, dennoch entwickle sich die Nachfrage in Asien weiter erfreulich. In Indien stiegen die Pkw-Verkäufe im September um knapp 29 Prozent. Auf dem chinesischen Markt legten sie um 22 Prozent zu. In Indonesien (+69 Prozent) und Thailand (+60 Prozent) nahm der Pkw-Absatz in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres ebenfalls kräftig zu, wie es hieß.

Einen leichten Dämpfer habe hingegen das japanische Neuwagengeschäft hinnehmen müssen: Im September sei die Nachfrage aufgrund des auslaufenden Abwrackprogramms um drei Prozent zurückgegangen. Im laufenden Jahr konnte die Zahl der Neuzulassungen in Japan jedoch laut VDA um knapp ein Fünftel auf 3,5 Millionen Fahrzeuge erhöht werden.

Light Vehicles in USA begehrt

Auf dem US-Markt wurden im September gut 956.200 Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) verkauft, wie es weiter hieß. Der Absatz habe mit einem Plus von 28 Prozent deutlich über dem allerdings schwachen Vorjahreswert gelegen. Die Verkäufe von Pkw und Light Trucks in den USA seien seit Anfang des Jahres um zehn Prozent gestiegen.

In Brasilien lagen die Neuzulassungen von Light Vehicles dem VDA zufolge im abgelaufenen Monat leicht unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Mit knapp 2,4 Millionen verkauften Fahrzeugen habe das brasilianische Automobilgeschäft seit Jahresbeginn einen Zuwachs von sieben Prozent erzielt.

Minus in Europa nimmt ab

In Europa entwickle sich das Marktgeschehen eher verhalten und auf den westeuropäischen Märkten sei das Neuzulassungsvolumen erwartungsgemäß rückläufig. Mit 1,2 Millionen verkauften Fahrzeugen habe das Absatzminus im September aber nur noch rund zehn Prozent betragen, hieß es. Im Vergleich zum August sei die Nachfrage bereits um knapp sieben Prozent gestiegen. In den ersten neun Monaten des Jahres unterschritt der Pkw-Absatz in Westeuropa das Vorjahresniveau um drei Prozent, da in der ersten Jahreshälfte in einigen Ländern noch Kaufanreize gewirkt hätten. In den neuen EU-Ländern habe sich die Nachfrage allmählich stabilisiert. Im September lag die Zahl der Neuzulassungen um neun Prozent im Plus, wie der VDA mitteilte. Trotz zunehmender Erholungstendenzen sei der Pkw-Absatz aber noch auf niedrigem Niveau.

Starke Zuwächse verbuchte im September hingegen der russische Markt, wie es hieß. Die Verkäufe von Pkw einschließlich leichter Nutzfahrzeuge seien mit knapp 186.000 Einheiten um mehr als die Hälfte gestiegen. Seit einem halben Jahr werde in Russland der Kauf eines Neuwagens aus lokaler Fertigung mit einer staatlichen Abwrackprämie gefördert. (dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.