Wandel bei mobiler Navigation

Ein Navigationsgerät von Garmin © Foto: Werk

Handys kommt bei der mobilen Navigation eine immer stärkere Rolle zu. Der Absatz entsprechender Geräte ist in Europa rasant gestiegen.

Die Nachfrage nach Navigationssystemen ist ungebrochen. So wurden im 2. Quartal 2006 europaweit etwa 2,5 Millionen Geräte mit GPS-Funktionen verkauft. Das entspricht einer Verdoppelung der Absatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr.

Trend zu Offboard-Systemen

In der Branche ist derzeit ein Trend zum Kauf von Offboard-Systemen festzustellen. Die Route wird dabei nicht direkt auf dem Gerät berechnet, sondern auf einem Server, der anschließend die Daten über GPRS oder UMTS auf das Gerät überträgt.

Die Marktführerschaft liegt weiter bei TomTom. Das Unternehmen konnte seinen Marktanteil von 20,8 auf 30,5 Prozent steigern. Garmin legt von 8,2 auf 16,7 Prozent zu und befindet sich damit aber weiterhin deutlich hinter TomTom auf Rang zwei. Platz drei belegt Mio Technology mit 9,5 Prozent Marktanteil. Als Verlierer gilt Medion, deren Anteil von 13,6 auf 6,1 Prozent gefallen ist, wie Marktforscher von Canalys errechnet haben. Drei der vier absatzstärksten Unternehmen sind Anbieter von Online-Navigationssystemen.

Inzwischen werden Navigationssysteme nicht mehr im Paket mit einem PDA verkauft - hier verzeichnet die Branche laut Canalys einen Rückgang von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Derzeit sind eigenständige, tragbare Navigationssysteme wie z.B. das TomTom Go am häufigsten gefragt.

Mobiltelefone im Blickpunkt

Doch die Branche muss bald mit einen erneuten Wandel rechnen. So rücken Mobiltelefone immer mehr ins Blickfeld für die mobile Navigation. In Europa sei der Absatz im Bereich Handy-Navigation von 166.000 auf 465.000 Einheiten gestiegen, so Canalys. Damit würde sich ein weiteres Umsatzfeld für die Netzbetreiber eröffnen. Noch fehlt allerdings eine ausreichende Zahl an Handy- und Smartphone-Modellen mit integriertem GPS.

Im Schnitt kostet ein Navigationssystem rund 400 Euro. Die Preise sind damit trotz steigenden Wettbewerbs im Vergleich zu 2005 stabil geblieben. Das liegt vor allem daran, dass immer neue Funktionen in die Systeme eingebaut werden, wie beispielsweise Widescreen-Displays, Wegberechnung in Echtzeit, Wetter-Informationen und Ähnliches. Dennoch erwarten die Marktforscher bei Canalys die ersten GPS-Systeme mit weniger Funktionsumfang für 199 Euro gegen Ende des Jahres.