Piechs große Pläne für Porsche

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Piechs große Pläne für Porsche
VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech © Foto: dpa

Ferdinand Piech betritt wieder die Bühne. Der Aufsichtsratschef von VW empfiehlt der bald zehnten Marke des VW-Konzerns eine neue Baureihe unterhalb des Cayenne.

Der Volkswagen-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigner Ferdinand Piech hat einem Zeitungsbericht zufolge große Pläne für die bald zehnte Marke des Volkswagen-Konzerns. Der Stuttgarter Sportwagenbauer soll eine fünfte Baureihe erhalten, berichtet das "Handelsblatt" aus Konzernkreisen. Dabei gehe es um einen Geländewagen unterhalb des Cayenne. Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, den Absatz mittelfristig auf 150.000 Fahrzeuge verdoppeln zu wollen. Dazu seien weitere Baureihen notwendig.

Mit Neueinführungen erfolgreich

Porsche war in den vergangenen Jahren vor allem durch die Verbreiterung der Produktpalette gewachsen. Neben dem Klassiker 911 hat der Sportwagenbauer mittlerweile die Mittelmotorenbaureihe Boxster/Cayman, den zusammen mit VW entwickelten Geländewagen Cayenne sowie seit vergangenen Herbst den viertürigen Panamera im Programm. Die Ingolstädter VW-Tochter Audi bietet mit dem Q5 bereits einen kleinen Geländewagen an.

Ein Börsianer meinte in einer ersten Reaktion auf den Bericht, die Pläne für eine fünfte Baureihe könnten den Porsche-Kurs stützen, zumal der Sportwagenhersteller mit seinen Neueinführungen zuletzt immer sehr erfolgreich gewesen sei.

Piech mit Macht unzufrieden

Zudem bekräftigte das "Handelsblatt" frühere Medienberichte über einen Führungswechsel an der Porsche-Spitze. Den Spekulationen zufolge soll der bisherige Chef des Sportwagengeschäfts, Michael Macht, als Produktionsvorstand in die Konzernzentrale nach Wolfsburg wechseln. Matthias Müller, bisheriger VW-Chefstratege und Vertrauter von VW-Chef Martin Winterkorn, solle die Leitung von Porsche übernehmen. Müller hatte mit Winterkorn schon bei Audi zusammengearbeitet. Aus VW-Kreisen berichtet die Zeitung, Piech sei mit dem Führungsstil von Macht unzufrieden gewesen. Nach dem erzwungenen Abgang von Wendelin Wiedeking fehle eine starke Führungspersönlichkeit, hieß es aus dem Porsche-Umfeld.

Als strategisches und technisches Vorzeigeprojekt soll nach Piechs Wunsch die Entwicklung des in Genf als Studie präsentierten Hybridsportwagens 918 Spyder vorangetrieben werden, schreibt die Zeitung. Branchenkreisen zufolge soll der voraussichtlich gut eine halbe Million Euro teure Supersportwagen in einer neuen Manufaktur am Porsche-Stammsitz Zuffenhausen von Hand gefertigt werden. Dieses Projekt sei Teil des Verhandlungspakets zur Standortsicherung, das derzeit zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung verhandelt wird, berichtet das Blatt mit Berufung auf ein Verhandlungspapier. (dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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