Führungswechsel bei Fiat

Agnelli-Enkel wird neuer Chef

John Elkann
John Elkann © dpa

Der italienische Autobauer Fiat hat einen neuen Chef bekommen. John Elkann, Enkel des Firmengründers, ist am Dienstag ernannt werden.

Führungswechsel bei Fiat: John Elkann wird neuer Präsident des italienischen Autobauers. Der bisherige Präsident des Turiner Konzerns, Luca Cordero di Montezemolo (62), überlässt dem 34- jährigen Enkel des historischen Firmenchefs Gianni Agnelli die Führung des Autoriesen. Das teilte die Fiat-Spitze am Dienstag in Turin mit. Die Börse honorierte den Wechsel: Die Fiat-Aktie legte am Nachmittag am Börsenplatz Mailand um etwa acht Prozent zu.

Aktie im Plus

Vor sechs Jahren hatte Montezemolo die Präsidentschaft übernommen. Seine Entscheidung, diese jetzt abzugeben, teilte er am Tag vor der Veröffentlichung des Fiat-Industrieplans für die Jahre 2010-2014 mit. Er habe die Aufgaben erfüllt, die ihm die Aktionäre vor sechs Jahren mit auf den Weg gegeben hätten, begründete Montezemolo seinen Schritt. "Meine Übergangsrolle ist beendet, ich stehe voll hinter dem neuen Fiat-Plan, der ehrgeizig und wichtig ist", erklärte er.

Agnelli hatte Elkann vor seinem Tod 2003 zum Nachfolger bestimmt. Montezemolo ist und bleibt Präsident von Ferrari und auch Mitglied des Fiat-Verwaltungsrates. Elkann war bisher Fiat-Vize-Präsident und Präsident der Familien-Holding Exor SpA, die 30 Prozent des Konzerns kontrolliert und sich vor allem auf dem Immobilien- und Finanzsektor engagiert.

An diesem Mittwoch will Fiat-Chef Sergio Marchionne seinen strategischen Plan für die nächsten vier Jahre vorstellen. Im März hatte Marchionne Berichte dementiert, wonach der Autobauer in Italien bis zu 5000 Stellen streichen wolle sowie eine schmalere Modellpalette bei gleichzeitiger Produktionssteigerung im Auge habe. Er nannte es "reine Spekulationen", Fiat wolle an allen vier Standorten in Italien sparen und die Zahl der Modelle von zwölf auf acht verringern.

Die Turiner Autoschmiede hatte für 2009 einen Nettoverlust von 800 Millionen Euro bekanntgegeben. Der gesamte Konzernumsatz war um 16 Prozent eingebrochen. Fiat hat weltweit etwa 190.000 Beschäftigte, 42 Prozent davon in Italien. Zu der Gruppe gehören neben Fiat die Marken Lancia, Alfa Romeo, Maserati und Ferrari. Außerdem produziert das Unternehmen unter anderem Lastwagen und Traktoren sowie Motoren und Landwirtschaftsmaschinen. (dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.